Victoria Beckham ging durch die Hölle

Posh packt aus

Victoria Beckham ging durch die Hölle: Von den beruflichen und privaten Tiefschlägen hat sich die kühle Britin nie etwas anmerken lassen. Jetzt spricht sie erstmals über die Krise, die sie fast ihre Ehe gekostet hätte.

Die Muskeln sind lahm, ihre Lungen brennen, das Atmen fällt schwer. Trotzdem sprintet sie weiter. Ihr Ziel: die Sechs-Kilometer-Marke. „Es kostet Überwindung“, gibt Victoria Beckham zu. Doch: „Danach fühle ich mich energiegeladen und gesund.“ Seitdem die 34-Jährige erkannt hat, dass es „wirklich viele tolle Fitnessstudios hier in Los Angeles“ gibt, steigt sie täglich aufs Laufband. „Ich renne jeden Tag, sieben Tage die Woche“, sagt das Ex-Spice-Girl stolz. Ehemann David, 33, unterstützt sie dabei: „Er hat mir sogar Turnschuhe geschenkt“, freut sie sich. Dabei kamen bislang nur High Heels an ihre Füße!

„Bevor die Beckhams nach Hollywood gezogen sind, hat Victoria nie Sport gemacht“, verrät ein Bekannter, „sondern nur gehungert, um ihre Figur zu behalten.“ Auch das hat sich geändert. „Ich habe wieder Appetit“, sagt Victoria. Und erklärt: „Ich esse automatisch mehr, wenn ich trainiert habe.“ Jetzt gönnt sie sich zum Frühstück sogar Toast, obwohl sie da­rauf lange verzichtet hat. „Wegen der Kohlenhydrate“, wie sie sagt. Doch nicht nur an den Hüften macht sich das Sportprogramm bemerkbar, sondern vor allem im Gesicht: Victoria lächelt! Ein zufriedenes Lächeln. So hat man die stets etwas verbissen wirkende Kicker-Frau selten gesehen. Woher kommt der Wandel?

„Amerika hat mich verändert“, gab Victoria jetzt in einer US-Talkshow von Kelly Ripa zu. „Ich bin hier viel glücklicher als in England.“ Das hat mehrere Gründe: In den USA hat das prominente Paar endlich gleichgesinnte Freunde gefunden. Mit Jennifer Lopez teilt Victoria ihre Leidenschaft für Mode, mit Kate Beckinsale geht sie auf Partys. Und Katie Holmes hat die dreifache Mutter schon oft auf ihren Einkaufstouren begleitet. Auch wenn Victoria zugibt, dass Shopping nicht mehr zu ihren Hobbys zählt. „Viel zu langweilig!“ Mittlerweile ist David sogar verschwenderischer. 20 000 Euro verschleudert der Kicker im Monat – Victoria gibt „nur“ 16 000 Euro für Kleidung und Accessoires aus.

Nicht ausschließlich in Luxusboutiquen, sondern in Second-Hand-Shops und bei Nachwuchsdesignern, wo sie sich koffer­weise Inspirationen für ihre Modekollektion holt. Die präsentierte sie erstmals auf der New Yorker Fashion Week vor drei Wochen. Dank ihres beruflichen Erfolgs wird Victoria auch in Los Angeles akzeptiert. Hier quält sie kein Heimweh wie vor zwei Jahren in Madrid.

Nach Spanien hatte es die Familie gezogen, als David ein Angebot vom Fußballverein Real Madrid bekam. Victoria wäre zwar lieber in England geblieben, eine Fernbeziehung kam aber nicht infrage. Sie wollte ihren Mann (und dessen angebliche Geliebte, das niederländische Model Rebecca Loos) im Auge behalten. Heute bekennt Victoria: „Spanien hat mich depressiv gemacht. Ich fühlte mich einsam und bedroht. Ständig musste ich Angst um meine Beziehung haben.“
Das ist Vergangenheit. Heute behauptet sie: „Die Krise hat David und mich noch stärker zusammengeschweißt.“ Ihre Liebe halten beide mit wöchentlichen Verabredungen zum Dinner frisch. Bei Kelly Ripa schwärmte sie: „Wir sind ein Team“ – beruflich (gerade promoten sie ihr Damen- bzw. Herrenparfum „Signature“) und privat: Die Kindererziehung meistern sie gemein­sam. Und sind sich darin einig, dass weite­re Nachwuchspläne erst mal verschoben werden. „Wir haben keine Zeit für mehr Kinder“, versichert Victoria und nimmt sich damit selbst den Druck, David nach drei Jungs endlich eine Tochter zu schenken – ein Stressfaktor weniger. Jetzt sei wichtiger, Brooklyn, Romeo und Cruz Manie­ren beizubringen. „Sonst endet man mit verwöhn­ten Fieslingen“, lacht sie. „Die Gefahr ist in L.A. nämlich hoch.“ Dort regieren die Beckhams seit einem Jahr die Medien. Die behaupten zwar schon lange, die Beckham-Ehe sei nicht mehr als eine Geschäftsbeziehung. Doch mittlerweile hat Victoria gelernt, Negativschlagzeilen zu ignorieren.

Victoria hat Vorbildfunktion. Aber erst jetzt nimmt sie die auch ernst. Als Zeitungen kürzlich behaupteten, Victoria hätte ihre Figur Diät­pillen zu verdanken, reagierte sie erbost: „Junge Mädchen glauben diesen Mist und haben keine Ahnung, wie schädlich das ist.“ Mit dieser Einstellung gewinnt Victoria Sympathien – was sie weiter bestärkt. „Ich bin happy in Hollywood“, ver­sichert sie. Endlich glaubt man ihr das auch.

Maren Gäbel