Neid-Attacken auf Heidi Klum

Sie hat nicht nur Freunde

Neid-Attacken auf Heidi Klum: In Hollywood hat die Deutsche nicht nur Freunde. Einige Kollgen aus dem Showbiz gönnen Heidi den Erfolg nicht und bekämpfen sie - mit unfairen Mitteln.

Es muss sich wie ein Schlag in die Magengrube angefühlt haben: „Heidi Klum? Die kenne ich nicht!“, wimmelte Karl Lagerfeld in einem TV-Interview Fragen nach Deutschlands berühmtester Blondine ab und setzte gleich noch einen drauf: Im Übrigen kenne auch „die Claudia“ die Klum nicht. „Die Claudia“, das ist Lagerfelds Muse Claudia Schiffer, die im Gegensatz zu Heidi Klum für alle großen Designermarken über die Laufstege in Paris, Mailand und New York gelaufen ist. „Und da hat es die Klum nie gegeben“, ätzte Lagerfeld weiter.

Dass sie nie Catwalk-Maße hatte, war Heidi Klum stets bewusst. „Oft genug habe ich von Agenten gehört, dass ich dafür zu dick sei. Und sie hatten ja recht!“, gibt sie zu. Trotzdem steht Heidi heute gleich nach Gisele Bündchen und Kate Moss mit einem geschätzten Jahresgehalt von knapp sechs Millionen Euro auf der Liste der bestverdienenden Models der Welt. Sie hat eigene TV-Shows in den USA und Deutschland, millionenschwere Werbedeals und gilt als „Everybody’s Darling“. Zumindest bisher.

Immer mehr Promis wenden sich von Heidi ab: Jennifer Lopez, 39, die in Heidis US-Show„Project Runway“ auftreten sollte, sagte ihre Teilnahme kurzfristig ab. Angeblich wegen einer Knöchelverletzung. „Finden Sie es nicht komisch, dass JLo zwei Tage später bei einem Triathlon teilgenommen hat?“, wurde Heidi auf dem roten Teppich der Emmy Awards gefragt. Heidi meisterte die Frage professionell: „Sie ist fantastisch, und wenn sie sagt, dass sie verletzt war, glaube ich ihr.“ Dennoch war die Frage ein Affront. Und das ausgerechnet an dem Abend, der ihr größter Erfolg werden sollte. Denn erstmals durfte sie die Veranstaltung mitmoderieren. Eine gigantische Auszeichnung für Heidi, die mit ihrer Show „Project Runway“ gleich zweimal nominiert war.

Freuen konnten sich einige Kollegen jedoch nur darüber, dass Heidi leer ausging. „Da hat sich Qualität gegen Quote durch­gesetzt“, hieß es. Andere Kritiker beschwerten sich über die „langweiligste Verleihung aller Zeiten“ und darüber, dass die Moderatoren „einfach nur albern“ waren. Die spitzeste Zunge Hollywoods, die amerikanische Talkmasterin Joan Rivers, 75, schoss den giftigsten Pfeil in Heidis Richtung. Vor einem Millionenpublikum sagte sie über Heidi: „Supermodel und Super-Nazi!“

Ist es der blanke Neid auf den Erfolg des deutschen Fräuleinwunders, das nicht nur eine beispiellose Karriere und dazu noch eine glückliche Familie so lässig unter einen Hut bekommt? Missgönnt man Heidi ihr Glück mit Ehemann Seal, 45, und den drei Kindern Leni, 4, Henry, 3, und Johan, fast 2? Oder haben einige Damen ganz einfach Angst davor, im Rampenlicht neben Heidi zu verblassen? Denn dass die 35-Jährige mit ihrer fröhlich-unkomplizierten Art überall im Mittelpunkt steht, ist hinlänglich bekannt.

Gut möglich, dass auch Victoria Beckham aus diesem Grund zwar zu Kindergeburtstagen bei Heidi auftaucht und sie auch zu den Festen ihrer Söhne einlädt – doch bei ihren privaten Partys sind stets nur ihre Freundinnen Eva Longoria Parker, 33, oder Kate Beckinsale, 35, dabei. Auch Britney Spears, 26, der Heidi damals anbot, kurzfristig zu ihr und Seal zu ziehen, als das Leben der Pop-Prinzessin in Scherben lag, distanziert sich offenbar. Dankbar dafür, dass Heidi damals die Paparazzi in die Schranken wies und um Verständnis für Britneys Situation bat, ist sie nicht: Der Ed-Hardy-Modenschau in Los Angeles, bei der Britney neben Heidi in der ersten Reihe sitzen sollte, blieb sie fern. Angeblich wegen einer Magenverstimmung. Doch genau wie Jennifer Lopez, die nach ihrer „Knöchel­verletzung“ an einem Triathlon teilnehmen konnte, gelang es auch Britney wenig später trotz grummelndem Magen feiern zu gehen …

Schlaflose Nächte will sich Multitalent Heidi deshalb nicht machen. Schon die Klage von zwei Modedesignerinnen, die ihr vorwarfen, die Idee von „Project Runway“ geklaut zu haben, war haltlos: Eine Richterin wies die Anschuldigung gerade ab (OK! berichtete).

Trotzdem ist da diese leise Stimme im Hinterkopf, die nach dem „Warum?“ fragt. Schließlich hat Heidi die Amerikaner mit ihrer ausgelassenen Art stets begeistert. Indem sie Frikadellen in der Talkshow von Ellen DeGeneres briet oder bei jeder Gelegenheit bereitwillig deutsche Klischees bedient und jodelt. So auch wieder bei der Emmy-Verleihung. Nur: Diesmal rollten erstmals einige Anwesende mit den Augen. Vielleicht war es nicht das deutsche Klischee, das sie nervte, sondern die Tatsache, dass es unmöglich ist, neben Heidi Klum nicht blass auszusehen. Muss sich Heidi nun Sorgen machen? Nein! Denn wie heißt es so schön: Mitleid ­bekommt man geschenkt, Neid muss man sich hart erarbeiten.

Kathrin Kellermann