Katie Holmes: Ihr gefährlicher Ego-Trip

Der hohe Preis des Erfolgs

Der Karriereschub von Katie Holmes wird mehr und mehr zum Egotrip. Die Schauspielerin vernachlässigt sogar ihre Tochter Suri.

Sie hat es geschafft. Katie Holmes, 29, gelang allen Unkenrufen zum Trotz ein sensationelles Broadway-Debüt. Das hat sie nun, zwei Wochen nach dem offiziellen Start von „Alle meine Söhne“, eindeutig bewiesen. Nicht nur Oscar­-Preisträger Dustin Hoffman ehrte sie mit stehenden Ovationen („Sie kann sehr stolz auf sich sein“), auch strenge Theaterkritiker applaudierten. Die Zahlen sprechen für sich: Zu 98 Prozent war das Gerald Schoenfeld Theatre in der ersten Woche ausverkauft und spielte damit 684 000 Dollar ein – ein Rekord. Bis zum 11. Januar wird das Theaterstück noch aufgeführt.

Ganz nebenbei sorgte Katie auch mit einem grandiosen TV-Auftritt für Furore. In der Erfolgsserie „Eli Stone“, die in Deutschland neu auf ProSieben läuft, hatte sie als sexy Anwältin einen Gastauftritt. „Das war die beste Sing- und Tanznummer, die wir je gemacht haben. Katie ist ein Vollprofi“, schwärmte ihr Kollege Matt Letscher. Keine Frage, Katie hat sich freigespielt – von dem braven Image, das ihr seit „Dawson’s Creek“ anhing und aus dem Schatten ihres Ehemanns Tom Cruise, 46. Nicht nur ihre schauspielerischen Leistungen werden in den Himmel gelobt. Katie, die immer mehr zur Stilikone und Trendsetterin wird, macht sich so langsam auch als Designerin einen Namen. Ihre Jeanskollektion soll bald bei Neiman Marcus, einer noblen Kaufhauskette in den USA, verkauft werden. Und als sie neulich einen atemberaubenden weißen Jumpsuit auf dem roten Teppich trug, staunten alle, als sie sagte: „Eine Eigenkreation.“ Katie scheint gerade einfach alles zu gelingen, sie ist ganz oben.

Doch für den Erfolg zahlt Katie einen hohen Preis. Tochter Suri ist zwar überwiegend an ihrer Seite, wirkt aber immer mehr wie ein Accessoire. Die Zweijährige leidet, denn statt wie bisher mit Mama den Tag und deren uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu genießen, wird sie hin und her geschoben.
Der Broadway ist nichts für Kinder. Überall Touristenströme, es ist laut, grell, und die Vorstellungen dauern meist bis spät in die Nacht. Danach gibt es für die Darsteller oft noch Partys. Katie sagte entschuldigend: „Suri hat ihr eigenes Spielzimmer im Theater, sogar mit einem kleinen Piano.“

Doch was ein Kleinkind wirklich braucht, scheint sie zu vergessen. Katies Egoismus geht sogar so weit, dass sie ihre Tochter regelrecht vernachlässigt. Suri wirkt immer übermüdeter und in sich gekehrter, sie trägt trotz herbstlicher Temperaturen von nicht mehr als 16 Grad Sommerkleider und Schuhe ohne Strümpfe. Wochenlang war ihr Pony so lang, dass sie kaum aus den Augen schauen konnte. Spiel­kameraden, wie sie wohl jedes andere Kind in ihrem Alter hat, hat Suri nicht. Ihre zweite Bezugsperson, Tom Cruise, ist die meiste Zeit in Los Angeles. Ein geregeltes Familienleben gibt es seit Wochen nicht.

Tom Cruises Rolle wird mehr und mehr die des Hausmannes. Wenn auch eher unfreiwillig, denn während seine Frau hochgelobt wird, sind seine Glanzzeiten als großer Hollywood-Star verblasst. Die Premiere seines Films „Walküre“, der unter anderem in Deutschland gedreht wurde, verschiebt sich immer wieder. Aktueller Starttermin ist im Februar 2009. Doch schon jetzt gilt das Nazi-­Epos als Flop des Jahres. Ansonsten macht Tom mehr durch seine Scientology-Mitgliedschaft als durch seinen Beruf von sich reden. So hat er natürlich Zeit, um hin und wieder nach New York zu jetten, Suri ein neues Spielzeug zu schenken und den stolzen Ehemann zu mimen. Immer wieder betont er: „Katie macht das alles großartig!“ Und unweigerlich fragt man sich, ob das die einzige schauspielerische Leistung ist, die Tom gerade erbringt.

Vertauschte Rollen bei Familie Cruise. Jetzt bestimmt Katie, wo es langgeht. Nicht nur, dass sie sich immer weiter von Scientology entfernt und wieder zum katholischen Glauben zurückkehren will. Nein, sie will auch Los Angeles ganz verlassen und in New York bleiben. „Katie gefällt es, hier so viele junge, bodenständige Schauspieler zu treffen. Sie liebt die Stadt“, weiß ein Insider. Das glitzernde Hollywood, Toms Welt, findet sie nur noch oberflächlich und verlogen. Das war auch ein Auslöser für einen Streit zwischen Tom und Katie. Er will nicht weg aus L.A., sie will Suri in New York großziehen. Im Stadtteil Upper East Side soll die Schauspielerin sich bereits ein Penthouse mit sechs Zimmern gemietet haben, obwohl Tom seit Jahren ein Apartment in New York hat. Angeblich häufen sich die Nächte, die beide zwar in derselben Stadt, aber in getrennten Wohnungen verbringen. Es sieht ganz so aus, als würde sich das Paar immer weiter voneinander entfernen. „Tom ist nicht der Typ, der auf Dauer im Schatten seiner Frau leben kann“, weiß ein Insider. Und Katie hat schon viel zu viel vom süßen Ruhm gekostet. Sie spielt mit dem Glück ihrer Familie.

Tanja Fritzensmeier