Madonna hat alles verspielt

Die traurige Schlammschlacht

Madonna hat nun alles verspielt - Nicht Guy Ritchie ist der Verlierer der Scheidungsschlammschlacht, sondern seine Frau. Die Pop-Ikone stürzt gerade tief von ihrem Thron.

Der Wind, der ihr jetzt entgegenweht, ist eisig. Verständnis? Fehlanzeige. Bewunderung? Von wegen. Stattdessen gibt es Häme. Madonna Louise Ciccone, 50, die Frau, die mit ihrem eigenen Körper sexuelle Tabus gebrochen hat, Frauen wie Männern gleichermaßen den Kopf verdrehte, mutiert in der Scheidungsschlacht mit Guy ­Ritchie, 40, zur gefühlskalten Furie.

Laut einer aktuellen OK!-Umfrage stehen 92 Prozent unserer Leser auf der Seite von Guy. Sie geben Madonna die Schuld am Scheitern ihrer Ehe. Trotz der Gerüchte, Guy würde sich bereits mit der britischen Schauspielerin Kelly Reilly, 31, trösten. Und trotz der Meldungen, der Regisseur habe während der Ehe immer noch seiner Ex nachgehangen, dem dänischen Model Tania Strecker, 34. Madonna bleibt in der öffentlichen Beurteilung die Egomanin, die alles kaputt gemacht hat. Die Frau, der die Stählung des eigenen Körpers wichtiger war als das Wohl ihrer Familie. Der Weltstar, der alles tat, um den eigenen Ruhm zu mehren. So wurde Madonna selbst die Adoption des kleinen David Banda, 3, aus Malawi als PR-trächtige Maßnahme ausgelegt.

Entsprechend viel Zustimmung findet da nun auch Yohane Bandas öffentlich geäußerte Sorge um seinen Sohn: „Ich bin immer noch ein armer Bauer“, so der 34-jährige Afrikaner und leibliche Vater von David. „Aber der Junge wäre bei mir besser aufgehoben.“ Sein Sohn sähe auf Fotos unglücklich und verwirrt aus. „Wenn es in Madonnas Familie keine Liebe gibt, kann David dann noch geliebt werden?“ Besonders befremdlich dürfte es Banda erscheinen, dass Madonna daran denkt, noch ein weiteres Kind aus Malawi zu adoptieren. Bei Guy Ritchie stieß sie mit diesem Wunsch auf Ablehnung, aber der neue Mann an ihrer Seite, US-Baseball-Star Alex Rodriguez, scheint dem aufgeschlossener gegenüberzustehen. Es heißt, die beiden würden konkret über einen Trip nach Malawi nachdenken. Schon Anfang nächsten Jahres, wenn Madonna  ihre Welttournee beendet hat, soll es losgehen.

Überhaupt sieht es so aus, als würde die Beziehung zu „A-Rod“, wie Alex genannt wird, immer enger. Aktuelle Fotos zeigen den Babysitter von Madonnas Kindern beim Verlassen von Rodriguez’ New Yorker Apartment. Ob die 50-Jährige den 33-Jährigen aber auch langfristig an sich binden kann? Mit ihm an ihrer Seite dürfte der Druck, die ewige Jugend zu erhalten, noch quälender werden. Mit ihrem Körper-Kult tut sie sich nicht unbedingt einen Gefallen. Denn das Bild, das Madonna gerade abgibt, lässt selbst ihre eingefleischten Fans erschaudern: Sie ist ausgezehrt und ausgemergelt. Ob Alex Rodriguez, bisher nicht bekannt als Kostverächter weiblicher Kurven, das wirklich schön findet? Vielleicht eine ungehörige Frage. Schließlich betonte Madonna schon vor Monaten, dass es sich bei ihr und dem Sportler um eine „spirituelle Verbindung“ handeln würde. Vereinigt in der Faszination für die jüdische Glaubenslehre Kaballa.

Vielleicht empfindet Rodriguez aber auch nur Mitleid. Mit dieser Frau, die so verzweifelt darum kämpft, eine Ikone der Jugendlichkeit zu bleiben – und dabei zunehmend ein Zerrbild ihrer selbst abgibt. Besonders gnadenlos brachte das jetzt der deutsche Modemacher Wolfgang Joop auf den Punkt: „Sie manipuliert sich und biedert sich an. Das ist unentspannt und unluxuriös.“ Madonna verkörpere das „Gegenteil von Charme“ und werde zunehmend zu einer Transvestitin. Eine Schmäh­rede, die zurzeit vermutlich auch Guy Ritchie unterschreiben würde. Zuletzt beklagte er sich über „KGB-Maßnahmen“, die Madonna gegen ihn einsetze. So habe sie ein Heer von Mitarbeitern ausgesandt, die ihn bespitzeln sollen. „Das hier ist eine Scheidung und kein Kalter Krieg“, klagt Ritchie. Als besonders perfider Schachzug liest sich jetzt auch Madonnas Angebot, Guys Abfindung um fünf Millionen Pfund aufzustocken, wenn er ihr das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder überlässt.

Dabei weiß sie genau, in welches Dilemma sie den – ohne sie –  nicht so gut betuchten Ritchie stößt … Wie auch immer der Rosenkrieg zwischen Madonna und Guy ausgehen wird, einen Verlierer gibt es jetzt schon: Der Image-Schaden, den Madonna in letzter Zeit erlitten hat, ist enorm. Und höchstwahrscheinlich auch nicht so schnell und einfach wieder zu reparieren.

Nicolle Hofmann