Jennifer Aniston liebt aus Trotz

Zwischen Liebe und Verzweiflung

Jennifer Aniston: Warum ihr überraschendes Liebes-Comeback mit John Mayer eine reine Trotz-Reaktion ist.

Der 40. Geburtstag ist für viele Frauen nicht nur ein Meilenstein ihres Lebens, sondern ein drohendes Mahnmal ihrer Biografie: Was hast du erreicht? Wo stehst du? Wer bist du? Das sind Fragen, die sie sich schon Monate vor dem großen Tag stellen und anschließend die wichtigsten Punkte auf ihrer persönlichen Lebenszielliste mit Häkchen versehen: Karriere, Familie, alle möglichen Erlebnisse. Jennifer Aniston feiert am 11. Februar ihren 40. Ein Tag, vor dem ihr offensichtlich graut: „Wenn mir jemand mit 25 gesagt hätte, dass ich mit 40 unverheiratet und kinderlos bin, hätte ich ihn ausgelacht“, hat sie kürzlich frustriert gestanden. „Alle denken, mein Leben sei perfekt, weil ich Karriere gemacht und viel Geld habe. Aber das alles ist wertlos, wenn man es nicht mit jemandem teilen kann.“

Ist es nur das fehlende Häkchen bei ihrem persönlichen Reizthema „Familie“, das sie wieder in die Arme ihres Ex-Freundes John Mayer, 31, getrieben hat? Oder sind da wirklich noch echte, tiefe Gefühle für den Mann, der sie nach der Trennung vor zwei Monaten öffentlich demütigte? „Ich will nicht die Zeit von jemandem verschwenden, wenn etwas nicht richtig funktioniert“, tönte Mayer. Und was sagt das über Jennifers Seelenzustand aus, wenn sie ­bereit ist, diesen Kommentar, der ­einem „Ich liebe sie nicht“ gleichkommt, zu verzeihen oder zumindest zu verdrängen?

Klingt ein wenig nach Liebes-Comeback als Trotzreaktion auf mitleidige Blicke: „Seht her! Ich bin nicht allein! Auch ich habe jemanden!“ Und wer könnte es ihr verdenken? Seit der Scheidung von Brad Pitt, 44, hatte Jennifer in der Liebe kein glückliches Händchen: Während Brad seine Erfüllung als mittlerweile sechs­facher Familienvater öffentlich zelebriert, scheiterten viele ihrer Liebeleien, bevor sie überhaupt zu ernsthaften Beziehungen werden konnten. Ebenfalls nicht hilfreich für ein stabiles Selbstwertgefühl ist die Angst vor dem runden Geburtstag. Ihr Alter macht Jennifer zunehmend zu schaffen: 13 000 Euro gibt die 39-Jährige im Monat für Kosmetik, Schönheitsoperationen und ein rigoroses Fitness-Programm aus, um sich ihr jugendliches Aussehen zu erhalten. Selbstkritisch hatte die Schauspielerin dann auch gerade im Mexiko-Urlaub erkannt: „Ich muss erst mal wieder mit mir selbst ins Reine kommen.“

Doch diese Zeit gönnte sie sich nicht. Als „Mayer, The Player“, wie John wegen seiner wechselnden Liebschaften genannt wird, mit Liebe und Versprechen lockte, griff Jennifer zu. Schwanger ist sie nicht. Aber irgendwie erleichtert. Denn manchmal ist eine aufgewärmte Liebe ja auch wie eine kuschelige Decke, unter der man sich in Ruhe überlegen kann, welche Häkchen man demnächst setzt …

Kathrin Kellermann