Suri Cruise: Warum sie nie lacht

Sie leidet leise

Suri Cruise: Warum die kleine Tochter von Katie Holmes und Tom Cruise nie lacht. Sie leidet leise, aber unübersehbar. Doch ihre Eltern wollen ihre Hilferufe nicht bemerken...

Die Fans und die Paparazzi schreien, das Blitzlichtgewitter blendet. Doch statt seine kleine Tochter schnell ins Auto zu bringen, bleibt Tom Cruise, 46, mit Suri auf dem Arm vor der Limousine stehen. Er dreht sich hin und her, sonnt sich in der Aufmerksamkeit und rückt die Kleine sogar noch kameratauglich ins (Rampen-)Licht, bevor das völlig verstörte Kind endlich Schutz hinter den abgedunkelten Scheiben findet.

Eine schockierende Szene! Warum tun Katie und Tom ihrer Tochter das an? Können oder wollen sie nicht sehen, wie sie sich verändert, wie sie immer stiller und trauriger wird? Sich die Ohren zuhält und ihre Händchen schützend vors Gesicht legt? Ganz sicher lieben die beiden ihre Kleine, deswegen tun sie auch keinen Schritt ohne sie. „Wir mögen es nicht, von ihr getrennt zu sein. In jeder Stadt, in die wir reisen, gehen wir mit ihr spazieren und in den Park“, erklärt Katie Holmes.

Doch seit die 29-Jährige jeden Abend am Broadway auftritt, scheint Suri ihr Lachen verloren zu haben. Katie nimmt die Zweijährige morgens mit zu den Proben, während der Aufführung verbringt sie einsame Stunden im eigenen Spielzimmer, und danach, spätnachts, wird sie noch mit zum Abendessen „geschleift“.

Wenn Tom Cruise in New York ist, verbringt auch er mal die Nachmittage mit Suri, aber von einem geregelten Tagesablauf kann keine Rede sein. Dabei hatte Katie sich das alles so einfach vorgestellt. „Ich will abends mit dem Wissen ins Bett gehen, mich und meine Familie glücklich gemacht und hart gearbeitet zu haben. Es ist ganz simpel.“
Es scheint alles andere als leicht zu sein. Katie und Tom unterschätzen die Lage – und überfordern Suri. „Für Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren ist es enorm wichtig, erste Kontakte mit Gleichaltrigen knüpfen zu können“, erklärt Diplom-Psychologe Michael Thiel. „So lernen sie, sich sozial zu verhalten und auf andere Kinder einzugehen.“ Suri dagegen ist immer nur mit ihren Eltern und anderen Erwachsenen unterwegs, Spielen mit Freunden kennt sie kaum. Sie wird streng nach Sciento­logy-Grundsätzen erzogen, und genau darin liegt der Knackpunkt.

Die Regeln der Glaubensgemeinschaft fordern, dass Kleinkinder wie Erwachsene behandelt werden. Fatal! „Wenn das Kind diese wichtigen Erfahrungen mit anderen Kindern nicht macht, sind Unverständnis und Egoismus die Folge. Es wird zum Außenseiter.“ Katie und Tom müssen dringend etwas ändern! Sie stehen wie jedes Elternpaar vor der Aufgabe, die richtige Balance zwischen Job und Familienleben zu finden. Und vor allem ihrem Nachwuchs nicht zu viel zuzumuten. „Für die Entwicklung von Kleinkindern ist eine sichere Bindung zu den Eltern von großer Bedeutung. Die Beziehung wird in den ersten drei Lebensjahren entscheidend geprägt“, so Thiel. „Eltern müssen dafür sorgen, dass ihr Kind genügend Erholungsphasen hat, in denen nur gekuschelt und geschmust wird.

“Wenn das nicht der Fall ist, kann das erhebliche Folgen haben, auch für das spätere Leben. „Kinder merken unbewusst, wenn sie ein Störfaktor sind oder hin- und hergerissen werden. Sie haben dann das Gefühl, nicht liebenswert zu sein.“
Bleibt zu hoffen, dass endlich mehr Ruhe einkehrt, wenn Katie ihr Broadway-Engagement im Januar beendet. Denn Suri, die traurige Prinzessin von Hollywood, braucht ihre Eltern – und auch endlich ein paar Freunde.

Tanja Fritzensmeier