Lindsay Lohan am Ende!

Zu lesbisch für Hollywood

Lindsay Lohan ist am Ende. Die junge Schauspielerin bekommt einfach keine Jobs mehr, ist sie etwa zu lesbisch für Hollywood? Und übersteht ihre Liebe zu DJane Samantha Ronson diese Krise?

Es ist ein Teufelskreis. Ihre Liebe, die sie noch Anfang des Jahres vor dem Absturz rettete, drängt sie jetzt zurück ins Abseits. Lindsay Lohan versteht die Welt nicht mehr. Aus Kummer hat sich die 22-Jäh­rige bereits sechs Kilo von den sowieso eher knabenhaften Hüften gehungert. Mittlerweile passt ihr Kleidergröße 34! „Sie ist dünner denn je“, klagt ein Freund. Und es könnte noch schlimmer werden, sollte Lindsay tiefer ins berufliche Jammertal fallen. Das Absurde da­ran: Ausgerechnet ihre Beziehung zu Samantha Ronson, 31, wurde ihr zum Verhängnis.

Hollywood wendet sich ab. Regisseure laden die einst hoffnungsvoll gefeierte Jung­schauspielerin mittlerweile nicht einmal mehr zum Casting ein. Zu groß ist die Befürchtung, die Zuschauer könnten sich an Lindsays sexueller Neigung stören.
Eine Lesbe als Leinwandheldin? Das ist im prüden Amerika immer noch schwer vorstellbar. Erst neulich strichen die Produzenten der TV-Serie „Grey’s Anatomy“ – auf ausdrücklichen Wunsch des Fernsehsenders ABC – einen Erzählstrang homosexuellen Inhalts aus dem Drehbuch. Die Autoren schrieben das Skript eiligst um, Darstellerin Brooke Smith, 41, wurde gefeuert.

Auch Lindsay musste schon mehrfach das Feld räumen. So entzog man ihr plötzlich ohne Angabe von Gründen die Moderation der World Music Awards, die vergangenen Sonntag in Monaco stattfanden. Eine Gastrolle in der US-Serie „Ugly Betty“ wurde von sechs auf vier Folgen gekürzt – weil Lindsay sich am Set danebenbenahm, wie es offiziell hieß. Doch Insider aus der TV-Branche wissen: „Ihre lesbische Beziehung ist den Machern ein Dorn im Auge.“

Doch was die einen als unerträglich empfinden, ist für Lindsay überlebenswichtig. Schließlich war Samantha  Ronson diejenige, die ihr damals wieder auf die Beine half, als sie am Boden lag, niedergestreckt von Exzessen und Skandalen. Man sah die Schauspielerin kaum noch am Filmset, dafür auf jeder Party. Schon morgens griff Lindsay zur Flasche, nachts schnupfte sie Kokain – um den Schmerz zu betäuben. Ihre verzweifelte Suche nach Liebe stürzte sie in unzählige Affären, unter anderem mit Colin Farrell und Jared Leto, die ihr statt des großen Glücks jedoch nur immer herbe Enttäuschungen bescherten. Begleitet wurde das Drama von Crashfahrten im Vollrausch, Unfällen, Gefängnis- und Klinikaufenthalten. Und einer öffentlichen Schlammschlacht, die sich Lindsay mit dem eigenen Vater lieferte. Die Situa-tion eskalierte, sodass eine der größten Hoffnungen Hollywoods in der Branche bald als untragbar galt. In einem offenen Brief tadelte ein Studio-Boss ihr Benehmen als „unprofessionell und unverantwortlich“. Das Karriere-Ende schien besiegelt. Bis Samantha kam – und Lindsay (zärtlich) wachküsste.

Es war wie eine Erlösung aus einem Albtraum, wird die Gerettete später Freunden vorschwärmen. Diese Frau gab ihr endlich Geborgenheit, Harmonie, Liebe, die sie so nie kennengelernt hatte. Händchen haltend streifte das Paar durch die Boutiquen von Beverly Hills. Wenn DJane Samantha nachts in den Clubs Platten auflegte, himmelte Lindsay ihre Freundin von der Tanzfläche aus an. Berauscht von ihren Gefühlen und nicht mehr vom Wodka. Statt Eskapaden machten nun frohe Botschaften die Runde. Beim Liebesurlaub in Mexiko soll Samantha ihrem Schatz einen Heirats­antrag gemacht haben. Als die beiden einige Wochen später das Juwelier-Geschäft „XIV Karats LTD“ in Los Angeles verließen, prangte ein Diamantring an Lindsays Finger. Alles schien perfekt zwischen ihnen zu laufen.

Zu perfekt nach Ansicht der meisten Strippenzieher Hollywoods. Im nächsten Jahr wird mit „Labor Pains“ nur ein einziger müder Lindsay-Lohan-Film in die Kinos kommen – während etwa Kollegin Scarlett Johansson gleich vier Projekte in petto hat. Auch musikalisch sieht es bitter aus. Lindsays drittes Album „Bossy“ kam 2008 erst gar nicht in die Plattenläden, sondern wurde lediglich als Download veröffentlicht.

Das berufliche Tief lastet schwer auf Lindsays Stimmung. Zumal sie bereits zum Sprung ins Rollenfach ansetzte, den Kritikern durch ihr Spiel in „Robert Altmans Last Radio Show“ zeigen wollte, dass sie mehr kann als „Herbie – ein toller Käfer startet durch“. Und dann: Pustekuchen. Das wurmt, so sehr, dass sie plötzlich, hin- und hergerissen zwischen Gefühl und Kalkül, ihr ganzes Glück riskiert. Ein mit Macht erzwungener Imagewechsel soll nun zum Comeback führen. Auf einer Party in New York flirtete Lindsay auf einmal offensiv mit einem männlichen Gast gegen ihre Karrierekrise an. Um anschließend gebetsmühlenartig zu betonen, dass Kerle sehr wohl eine Rolle in ihrem Leben spielen. Obendrein kursiert über­raschend – und mit verdächtig offenherzigem Inhalt – ein Gerücht im Internet: Lindsay Lohan soll einen One-Night-Stand mit Hollywoods heißestem Sixpackträger und Frauenschwarm Justin Timberlake gehabt haben … So, so.

Als wolle Lindsay mit aller Macht in die Welt hinausposaunen: „Seht her, ich liebe Männer! Also gebt mir Jobs!“ Ob das etwas bringt? Bisher reagierte jedenfalls nur Samantha auf Lindsays Versuche der „Schadensregulierung“. Und zwar mit Bestürzung, wie Freunde berichten. Zwischen den beiden Frauen soll es seither kriseln …

Dennis Kayser