Angelina Jolie & Brad Pitt: Stress pur!

Und die Kids bleiben auf der Strecke

Angelina Jolie & Brad Pitt haben Stress! Sie jetten nonstop um die Welt, doch keiner hört die stummen Hilfeschreie ihrer Kinder. Bleiben die Kleinen auf der Strecke?

Es ist wie eine tickende Zeitbombe. Noch geht das permanente Herumreisen von Angelina Jolie, 33, und Brad Pitt, 44, gut, doch ihre sechs Kinder leiden offensichtlich. Das Programm, das ihre Eltern durchziehen, ist schon für einen Erwachsenen eine unglaubliche Belastung. Doch für Maddox, 7, Pax, fast 5, Zahara, 3, Shiloh, 2, und auch für die Zwillinge Knox und Vivienne, 4 Monate, ist es eine Tortur. Ein Hin und Her, das sie in ihrem Alter kaum begreifen und verkraften können. Jeder Psychologe weiß, wie wichtig ein geregelter Tagesablauf für Kinder ist.

Erste Verhaltensauffälligkeiten zeigten sich bereits im Mai, als Angelina erzählte, dass Zahara so tue, als habe sie einen Affen im Bauch. Kinderpsychologen wissen: Sie war eifer­süch­tig auf die beiden Geschwister in Mamas Bauch. Aber was Brad nun im Interview mit der Talkmasterin Oprah Winfrey erzählte, ist alarmierend: Peter-Pan-Fan Shiloh wolle nur noch mit Peter oder John angeredet werden. Und als Pax von seinen Eltern gerügt wurde, habe er aus Protest auf einen Stuhl gepinkelt. Ein Warn­signal: Die Kinder buhlen um Aufmerksamkeit.

Auch Angelina spürt schon die Folgen des Jetset-Lebens. „Ich wache morgens um drei Uhr auf, mit einem Jetlag und zwei Babys.“ Doch Brad und Angelina nehmen das Ganze mit Humor. „Es ist lustig. Wenn man erst mal drei oder vier Kinder hat, ist es eh so verrückt, dass mehr Kinder einfach nur noch mehr Chaos bedeuten.“ Für Angelina kein Grund, einen Gang runterzuschalten. „Ich bin immer noch rastlos, aber meinen Kindern geht es genauso. Nach einer Weile an einem Ort fragen sie immer, wann wir wieder wegfliegen.“ Vielleicht fragen die Kinder aber nicht aus Neugier, sondern aus Angst. Angst davor, sich wieder von einer gewohnten Umgebung trennen zu müssen oder davor, wieder ein Familienmitglied mehr zu bekommen.

Auf die Möglichkeit angesprochen, noch mehr Kinder zu bekommen, lacht Brad: „Es ist das größte Abenteuer, das ich je auf mich genommen habe. Warum sollte ich jetzt damit aufhören?“ Klingt mehr nach sportlichem Ehrgeiz als nach Verantwortungsbewusstsein. Dass Brad schon sechs Kindern nicht gerecht wird, gibt er offen zu: Er könne nicht mit mehr als vier Kindern auf einmal zurechtkommen. Trotzdem plant das Paar bereits konkret die nächste Adop­tion. „Wir interessieren uns für Süd- oder Lateinamerika, aber das ist sehr kompliziert. Brad und ich sind nicht verheiratet, und in manchen Ländern ist es untersagt, ein Kind aufzunehmen, wenn bereits ein gleichaltriges in der Familie ist“, erklärt Angelina. Sie scheint diese Regeln eher lästig als sinnvoll zu finden. Scheint so, als wollten sie und Brad mehr aus praktischen denn aus romantischen Gründen heiraten.

Das nächste Fami­lienprojekt steht auch schon fest: In Äthio­pien baut die Jolie-Pitt-Stiftung ein Aids-Center, das Zahara später leiten soll. Und die Kinder sollen dort lernen, sich wohltätig zu engagieren. Angelina:  „Sie verteilen Lebensmittel an die Einheimischen. Sie sollen begreifen, dass die Welt nicht im Gleichgewicht ist.“ Ein Wahnsinn, die Kinder bereits in so jungem Alter mit so einer Aufgabe zu belasten.

„Ich liebe Reisen. Ich liebe andere Kulturen. Ich liebe es, meine Kinder aufzuziehen“, sagt die Schauspielerin. Jeder dieser Sätze fängt mit einem „ich“ an. Gedanken, dass das Zigeunerleben den Nachwuchs belasten könnte, wischt sie einfach weg. „Mein Leben ist chaotisch und abenteuerlich. Brad und ich steuern Flugzeuge, reisen nonstop, auch an gefährliche Orte, und wir haben entschieden, unsere Kinder überall mit hin zu nehmen!“  

Tanja Fritzensmeier