Victoria Beckham: Hungrig nach Liebe

Sie magert immer mehr ab

Victoria Beckham ist hungrig nach Liebe. Je näher Davids Abreise nach Italien rückt, desto dünner wird sie. Denn wenn die Seele leidet, vergeht ihr der Appetit. Kummer und Stress treiben immer mehr Stars in einen gefährlichen Magerwahn

Selbst Size Zero dürfte momentan zu groß für sie sein. Die Ärmchen erschreckend dünn, die Beine ab­gemagert, und aus dem Dekolleté stehen die Knochen hervor. Doch am erschreckendsten sind die Augen: Traurig und matt blicken sie aus dem ausgemergelten Gesicht. „Skelett Spi­ce“ haben britische Zeitungen Victoria Beckham getauft. Dieser Spitzname kann nicht da­rü­­ber hinwegtäuschen, dass die Stilikone ihre Gesundheit ernsthaft gefährdet. Erst kürzlich erlitt sie nach einem Restaurantbesuch in Los Angeles einen Schwächeanfall und musste von den Sicherheitsleuten gestützt werden, weil sie sich nicht mehr auf ihren High Heels ­halten konnte.

Victoria ist nicht zum ersten Mal Opfer­ des Magerwahns. Dabei hatte sie im Sommer sogar einige Pfunde zugelegt, sah deutlich gesünder, glücklicher und weiblicher aus. Doch dass sie jetzt plötzlich wieder dramatisch abgemagert ist, hat nichts mit dem strengen Mode­diktat der Traumfabrik zu tun – sondern mit emotionalem Stress. Die 34-Jährige hungert aus Kummer! „Je näher Davids Abreise nach Italien rückt, desto panischer wird sie“, wissen enge Freunde.

Ab Januar kickt David Beckham, 33, für vier Monate beim AC Mailand. Victoria hingegen bleibt mit den drei Söhnen in Los Angeles und pendelt regelmäßig in die Modemetropole. Ihre Sorge ist nicht unbegründet: Schon einmal soll sich der Spitzensportler einen außerehelichen Fehltritt geleistet haben, als er in Madrid spielte und die Familie in England blieb. Damals war es seine Assistentin Rebecca Loos, die pikante Details der vermeintlichen Affäre ausplauderte und die Ehe der Beckhams ins Wanken brachte. Die Erinnerung an die schmerzhafte Zeit macht Victoria Angst. Zumal ihr die Situation jetzt wie ein Déja-vu vorkommen muss: Erst vergangene Woche wurde David sehr vertraut beim Basketballspiel der LA Lakers mit Francesca Leiweke fotografiert. Zugegeben: Sie ist „nur“ die Tochter seines Chefs, aber die Fotos waren dennoch Stiche in Victorias Herz. Sie schüren ihre Angst und vergrößern den emotionalen Kummer.

Dass Victoria nicht mehr isst, verwundert Experten kaum. „Emotionaler Stress wie Liebes­kummer ist wie eine Erkrankung“, sagt der Psychologe Michael Thiel gegenüber OK!. „Der Körper verweigert Nahrung, weil er die ganze Energie dafür verbraucht, mit dem Problem fertig zu werden. Betroffene grübeln so sehr, dass sie gar keinen Hunger haben und der Appetit verloren geht.“ Die meisten Frauen gehen mit Frust anders um als viele Männer, die ihre Aggressionen in der nächsten Kneipe loswerden. Sie reagieren selbstzerstörerisch und bekämpfen ihren Kummer, indem sie hungern. „Manche wollen sich buchstäblich verdünnisieren und sich kleiner machen“, weiß der Psychologe. „Und es kann ein Zeichen sein, dass sie Hilfe brauchen und durch die schwindenden Kilos ihre Schutzbedürftigkeit zeigen.“

Hungern aus Liebeskummer ist keine Seltenheit. Sarah Connor,  die vor knapp vier Wochen das Aus ihrer Ehe mit Marc Terenzi bekanntgegeben hat, ist ebenfalls deutlich abgemagert. Paris Hilton gab letzte Woche ihrem Lover Benji Madden den Laufpass, nachdem sie wochenlang unter seinem verheerenden Kontrollwahn gelitten und sich aus lauter Frust gefährlich dünn gehungert hatte. Auch Sandy Meyer-Wölden, die Ex-Verlobte von Boris Becker (siehe auch Seite 26),­
hat leidvolle Erfahrungen mit der un­freiwilligen Diät gemacht: „Seit der Trennung von Boris habe ich fünf Kilo verloren“, gibt sie traurig zu.

Doch nicht nur Liebeskummer wirkt wie ein Appetitzügler. Auch Stress und Über­anstrengung können dazu führen, dass Frauen in einen unfreiwilligen Hungerstreik treten. Angelina Jolie gehört in diese Kategorie: Von den Schwangerschaftspfunden, die ihr so gut gestanden haben, ist nichts mehr zu sehen. Seit sie wieder rastlos mit ihren sechs Kindern um die Welt jettet, ist ihre weibliche Silhouette auf Magermaße geschrumpft. Auch dafür hat der Experte eine Erklärung: „Wenn das Leben unkontrollierbar wird, haben Betroffene zumindest die Kontrolle über ihr Essverhalten. Und das gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit“, erklärt Michael Thiel.

Die schlimmste Form des Hungerns aus seelischem Stress ist jedoch, wenn Frauen sich dem Druck der Gesellschaft beugen und ein Ideal­bild erfüllen wollen. Das kann in Ex­tremfällen sogar zur Magersucht führen. Gehört Claudia Schiffer, die zwar immer Model­maße hatte, aber neuerdings nur noch aus Haut und Knochen zu bestehen scheint, dazu? Weil die 38-Jährige dem extrem dünnen Laufsteg-Ideal gerecht werden und in der Riege junger Models wie Agyness Deyn mithalten will? „Je dünner, desto besser“ – ein gefährliches Motto, wie Psychologe Thiel weiß. „Oft bekommen Frauen erst mal viel Lob, wenn sie abgenommen haben“, sagt er. „Gerade in Krisensituationen erinnern sie sich wieder daran. Dann fangen sie an zu hungern, um wieder das Gefühl zu bekommen, geliebt zu werden.“ Längst ist bekannt, dass mangelndes Selbstwertgefühl meistens der Auslöser für eine Essstörung ist. Und wer gerade eine Liebe verloren oder anderen Kummer hat, fühlt sich nicht gerade begehrenswert. Doch die Appetitlosigkeit verschwindet wieder, sobald die Probleme gelöst sind.

„Glückliche Frauen essen“, weiß „Grey’s Anatomy“-Star Katherine Heigl. Nach der Party zu ihrem 30. Geburtstag biss sie herzhaft in einen Burger, bestellt zum Dinner mit Ehemann Josh Kelley, 28, stets Rotwein – ohne sich Gedanken um ihre Figur zu machen. ­„Kalorien zählen ist nur Stress. Wenn mich jemand fragt, was ich wiege, lüge ich immer und sage 60 Kilo“, sagt sie ­lachend. Sie ist eben rundum glücklich …

Kathrin Kellermann