Heidi Klum hat Angst vorm Altern!

So kämpft sie um ihre Jugend

Heidi Klum hat große Angst vorm Altern! Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, verändert sie ihre Looks, hält eisern Diät und schuftet härter denn je. Ist Heidi mit 35 Jahren zu alt für den Job?

Die berühmten Engelsflügel der Victo­ria’s-Secret-Modenschau machte sie zu ihrem Markenzeichen. Auch mit 35 Jahren ist Heidi Klum, Topmodel und Mutter von drei Kindern, die ungekrönte Königin des Unterwäschelabels. Allerdings auch die „Mutter“ all der anderen Gesichter der Firma, zu denen zum Beispiel Miranda Kerr, 25, Adriana Lima, 27, und Karolina Kurkova, 24, gehören. Ein Jahrzehnt trennt Heidi altersmäßig von den Nachfolgerinnen – im unerbittlichen Model­geschäft eine halbe Ewigkeit. Kein Wunder, dass der knallharte Konkurrenzdruck auch an dem Superstar aus Bergisch Gladbach nicht spurlos vorübergeht.

Schon nach den Geburten ihrer Kinder trainierte sie sich mithilfe des Fitnessgurus David Kirsch in nur sechs Wochen wieder auf Traummaße und damit fit für den Laufsteg. „Ein Muss“, sagt Yannis Nikolaou, Chef der Hamburger Modelagentur Place Models. „Wer in diesem Geschäft arbeitet, muss fit sein und toll aussehen. In den Verträgen steht sogar, wie viel Models wiegen dürfen. Drei bis fünf Kilo mehr – und sie sind raus!“ Jede Frau weiß, dass es mit Mitte 20 leichter ist, ein paar Pfund abzunehmen. Heidi muss disziplinierter sein und härter trainieren als ihre jüngeren Kolleginnen. „Das macht nicht immer Spaß“, gibt sie seufzend zu. „Vor allem, weil mich mein Trainer die Übungen, die ich nicht mag, per se zweimal machen lässt.“ Brot, Alkohol, Soßen? Alles Tabu auf Heidis Speiseplan. „Ich esse sehr gesund“, sagt die Frau, die in Amerika wegen ihrer weiblichen Formen berühmt geworden ist. „Für Haute Couture war ich immer zu dick“, gibt Heidi lässig zu.  

Auch heute würde sie die Idealvorstellung der Designer wohl nicht erfüllen. Und das, obwohl Heidi schon für die Oscar-Verleihung im Februar einige Pfunde verloren hatte und sich in den letzten Monaten eine noch schma­lere Silhouette antrainierte. Aus Angst vor jungen, makellosen Nachwuchsmodels, denen sogar eine durchfeierte Nacht nichts anhaben kann, wohingegen Heidi „mit meinen Kindern um 20 Uhr“ ins Bett geht?

Emotionalen Druck sieht Yannis Nikolaou nicht: „Es ist ganz einfach ihr Job, gut auszusehen“, meint er. „Und sie ist ein Vollprofi. Dazu kommt, dass Heidi eine wahnsinnige Medien­präsenz hat. Da muss sie in Form sein.“ Und sie hat Vorbildcharakter. Besonders, wenn die ProSieben-Castingshow „Germany’s Next Topmodel“ in die vierte Runde geht. Schon bei der letzten Staffel hatte Heidi ihren flachen Bauch mit den Bäuchen einiger junger Kandidatinnen verglichen – und Dank ihres Power-Trainings auch gewonnen … Ein kleiner Triumph im Kampf gegen die Angst vor dem Älterwerden, die Heidi auch austrickst, indem sie ihren Look regelmäßig ändert und damit im Gespräch bleibt.

Erst neulich ließ sich Heidi bei der Eröffnung einer Victoria’s-Secret-Boutique in New York in der Mittagspause von Ex-Mann Ric Pipino die Haare abschneiden. Doppelter Vorteil: Zum einen unterschied sie sich mit dem neuen, längeren Bob abends wieder deutlich von den anderen „Engeln“, und zum anderen war ihr mit neuem Look und ultrakurzem Minikleid die Aufmerksamkeit der Fotografen sicher.
Doch ewig funktionieren diese Tricks nicht. Frauen wie Heidi müssen sich früher als andere mit dem Ende der Karriere auseinandersetzen. „Models sind keine Supermenschen“, gesteht Heidis Kollegin Linda Evangelista. „Wir werden auch alt!“ Um den Prozess aufzuhalten, schwört die 43-Jährige auf Botox: „Ich fühle mich dann einfach besser“, gibt sie zu. Die „harte Arbeit, ich zu sein“, kennt Heidi auch, aber von Hilfsmitteln hält sie nichts: „Ich hatte noch keine Botox-Behandlung und weiß auch nicht, ob ich das irgendwann will“, sagt sie.

In der Branche ­nimmt man ihr das nicht ab. „Ihre Stirn ist zu glatt gebügelt. Da hat sie bestimmt nachgeholfen“, vermuten Insider. Ein Desaster wäre ein Botox-Geständnis zwar nicht. Denn schon halb Hollywood hat sich dazu bekannt, bereits auf das Nervengift als Faltenkiller zurückgegriffen zu haben. Aber vielleicht wäre es zu schmerzhaft, sich mit dieser Offenbarung inmitten des jungen Victoria’s-­Secret-Nachwuchses einzugestehen, dass die engelhaften Zeiten nicht für immer andauern. Für die Karriere nach dem Modeln hat Heidi zwar vorgesorgt. Aber ganz ehrlich: Welche Frau wäre nicht gern ewig jung und schön?

Kathrin Kellermann