Studenten protestieren gegen Modemacher John Galliano

Wegen antisemitischer Äußerungen gehen Hochschüler auf die Barrikaden

John Galliano , 52, ist bei seinem Vorhaben, als Mode-Dozent zu unterrichten, auf starken Widerstand gestoßen. Studenten starteten jetzt eine Petition gegen ihn, da sie ihn wegen antisemitischer Äußerungen nicht an ihrer Uni haben wollen.

Der einst von seinem Ex-Arbeitgeber "Dior" für antisemitische Kommentare geschasste Designer soll in Kürze an der renommierten "Parsons The New School for Design" ein Seminar namens "Show Me Emotion" abhalten, erregte dabei aber den Unmut vor allem bei der jüdischen Studierendenschaft.

Diese hat unlängst eine Petition gegen den Modeschöpfer gestartet, mit der sie einen Lehrauftrag für Galliano an der New Yorker Design-Hochschule verhindern wollen.

In dem Schreiben, das nach kurzer Zeit bereits über 250 Fürsprecher unterzeichneten, ist zu lesen:

"Es ist ganz egal, ob es für drei Monate oder für drei Tage ist, jemanden anzustellen, der solch entsetzliche Kommentare von sich gegeben hat, zeigt, dass die Schule Galliano über die gesamte jüdische Studierendenschaft erhebt. Es zeigt, dass ihn mehr wertschätzen als den Respekt für ihre Studenten, den seelischen Frieden und ihre eigene Geschichte. Es ist schändlich, jemanden zu beschäftigen, der für derart unmenschliche Kommentare verantwortlich ist."

Galliano hatte im Jahr 2011 antisemitische Sprüche in einem Pariser Café hören lassen und war daraufhin seines Kreativchef-Postens bei Dior enthoben worden. Nach einem Alkoholentzug versucht der Brite momentan wieder im Fashion-Business Fuß zu fassen und findet dabei reichlich Unterstützung von Vertretern der Branche.

An der "Parsons-Schule" soll Galliano in einem dreitägigen Workshop zusammen mit den Studierenden den Zusammenhang zwischen Emotionen und Fashion ergründen.