Rachel Zoe: Diese Frau zieht die Stars an

Promi-Stylistin

Schnell mal einen Designerfummel übergeworfen und los geht's zum roten Teppich? Nichts da: Ihren (Oscar-)Stil überlassen Stars nicht dem Zufall, sondern der Stylistin Rachel Zoe. Sie achtet darauf, das wirklich jedes Detail stimmt...

Sie ist die Trendsetterin von Hollywood. ­Rachel Zoe, 37, setzt Stars stets mit besonderen Outfits in Szene. Die Stylistin verwandelte Nicole Richie vom Hippie-Mädchen in ein Mode-Model. Und ohne Rachels Rat wagen sich weder Cameron Diaz noch Lindsay Lohan, weder Jennifer Garner noch Keira Knightley auf Events. Rachel ist längst selbst ein Star: Ihr Ratgeberbuch ­„Style A to Zoe: The Art of Fashion, Beauty, and Everything Glamour“ (Grand Central Publishing, ca. 18 Euro) stürmte die Bestsellerliste der „New York Times“, ihre Rea­lity-Show „The Rachel Zoe Project“ bekam gerade den Zuschlag für die zweite Staffel. Im Gespräch mit OK! gibt sich das Energie­bündel ganz entspannt, plaudert über Stars, Designer und – natürlich – die Show des Jahres: die Oscar-Verleihung.

Wann beginnen für Sie die ersten Oscar-Vorbereitungen?
Ich beginne im Juli des Vorjahres damit. Und zwar in Paris mit den Couture-Schauen. Dort sichte ich Kleider und ordne ein: Dieses muss bei den Oscars auf den roten Teppich, jenes ist eher für die Golden Globes geeignet. Dann dreht sich alles in meinem Kopf!

Wenn Sie ein Kleid sehen: Ziehen Sie es in Gedanken schon einem Star an?
Normalerweise denke ich in der Tat gleich an eine bestimmte Person. Meine Kundinnen sind sehr unterschiedlich, also überlege ich mir gleich: Dieses Kleid ist gut für Kate Hudson, ein anderes für Anne Hathaway. Was bei einer gut aussieht, wirkt bei der anderen nicht unbedingt.

Wem helfen Sie denn so beim Styling?
Momentan Cameron Diaz, Kate Hudson, Anne Hathaway, Liv Tyler, Demi Moore, Eva Mendes – allesamt tolle Frauen, bei denen es großen Spaß macht, etwas für sie auszusuchen.  

Wie entscheiden Sie, was wem steht?
Mit den meisten der Schauspielerinnen arbeite ich schon seit Jahren. Von mir wird erwartet, dass ich weiß, was an wem gut aussieht. Ab und zu können wir natürlich die Stilrichtung verlassen, die wir zwei, drei Jahre lang eingeschlagen haben. Es kommt vor, dass ich etwas Abwegiges entdecke und einfach sage: Probier es doch mal an. Und das ist dann DAS Kleid.

Wie behalten Sie die Übersicht über all die Mode und Accessoires?
Das ist der vorrangige Fokus in meinem Job. Ich esse, schlafe und atme Mode. Ich gehe zu jeder Modenschau, suche täglich im Internet nach Neuigkeiten und Klassikern. Beim Schmuck habe ich gute Kontakte zu den fünf größten Firmen: Cartier, Van Cleef & Arpels, Bulgari, Fred Leighton und Neil Lane. Die haben immer genau das, wonach ich suche.

Was ist für den ersten Eindruck wichtig:  Outfit, Accessoires oder Auftreten?
Es ist die Kombination aus allem. Wenn eine Schauspielerin bei den ­Oscars eine tolle Robe trägt, ist das natürlich das erste, was auffällt. Aber wenn sie ein tolles Kleid mit den falschen Accessoires, dem falschen Make-up oder der falschen Frisur trägt, dann ist das nichts. Das kann den gesamten Look zerstören.  

Was ist die größte Modesünde, die eine Frau begehen kann?
Zu viel zu tun. Wenn das Kleid ein Auf­reger ist, dann sollten Frisur, Make-up und Schmuck unbedingt dezent sein. Wenn alle Elemente zu laut sind, dann ist der Auftritt ruiniert.

Was erwartet Sie am Tag der Oscars?
Wenn ich das wüsste! Ich kann das nie voraus­sagen, dort herrscht immer ein kolos­sales Chaos. Das Adrenalin geht durch die Decke, der Tag ist aufregend und unglaublich stressig. Mein Team steht unter Strom, ich stehe unter Strom. Eine Anprobe nach der anderen, Juwelen werden angelegt, Schuhe getestet, Handtaschen angehalten, Kleider umgenäht. Oft habe ich zwei oder drei Kundinnen gleichzeitig, die zur Verleihung wollen. Zwischen 9 und 14 Uhr muss ich bei jeder vorbeischauen. Es ist nie leicht.

Ist bei dieser Hektik auch schon mal etwas schiefgelaufen?
Oh, ja! Eine meiner Kundinnen war fertig, und als sie sich in die Limousine setzte, platzte der Reißverschluss. So was passiert immer wieder.

Sind Sie für solche Notfälle gerüstet?
Natürlich. Ich habe immer ein Erste-Hilfe-Set dabei. Darin sind Kleber, Schuhsohlen, Absätze, Unterröcke oder Brustpads.

Wen würden Sie gern mal einkleiden?
Da würde mir auf Anhieb nur ein Mann einfallen: Johnny Depp!

Aber der hat doch seinen ganz eigenen Stil …
Genau das finde ich ja so toll an Johnny: Der traut sich was.

Florian Haertel