Franziska van Almsick freut sich aufs Älterwerden

Exklusiv-Interview

Sie war Weltmeisterin, Vorzeige-Sportlerin - doch heute setzt Franziska van Almsick andere Prioritäten. Welche das sind, verriet sie uns beim Ball des Sports.

Wow, sieht die toll aus! Ein Raunen geht durch die Menge, als Franziska van Almsick über den roten Teppich schwebt. In einer rückenfreien Donna-Karan-­Robe und mit funkelnden Chopard-Ohrringen aus 1 400 Brillianten ist die 30-Jährige nicht nur das optische Highlight beim Ball des Sports in Wiesbaden.
Als Vize-Chefin der Deutschen Sport­hilfe ist Franzi auch zum ersten Mal Gastgeberin einer großen Gala – und schon Tage vorher „total nervös“. Im Gespräch mit OK! fragt sie deshalb auch als Erstes nach Tanztipps, steht doch der Eröffnungstanz mit Ministerpräsident Roland Koch an. Für langes Proben fehlte Franzi die Zeit – denn außer ihrem Engagement für die Haarstylingmarke Wellaflex ist sie vor allem mit Leib und Seele Mutter (ihr Sohn Don Hugo ist 2 Jahre alt). Doch Franzi liebt Herausforderungen …

Genießen Sie es, sich in Schale zu werfen?
Es ist schön, sich so zurechtmachen zu lassen. Wenn man das Ergebnis sieht, ist das natürlich super. Allerdings: Auf Dauer ist so ein Aufwand anstrengend. Aber was macht man nicht alles, damit man superschön aussieht!

Also stylen Sie sich privat nicht so ausgiebig?
Ich gehe selten ungeschminkt vor die Tür. Ich achte schon darauf, dass ich zurechtgemacht bin, aber nicht zu übertrieben. Ich mache nur das, was man als Frau eben so macht: ein bisschen Wimperntusche, Puder, Rouge und die Haare schön frisiert. Aber das geht schnell, länger als eine halbe Stunde brauche ich normalerweise nicht im Bad.

Das war während Ihrer Karriere wohl anders …
Früher hat mich das nie gestört. Ich bin geschwommen, hatte immer einen Pferdeschwanz, und das Styling war mir nicht so wichtig. Jetzt macht es schon Spaß, zum Beispiel mit den Haaren zu experimentieren. Und da passt auch mein Engagement für Wellaflex perfekt dazu.

Wie halten Sie sich heute fit?
Ich arbeite mit einer Personal Trainerin zusammen. Auf die Ernährung muss ich nicht besonders achten, ich esse ganz normal. Zu aktiven Zeiten habe ich mir Sorgen gemacht, dass ich auseinandergehe, wenn ich aufhö­re. Ich setze mich aber nicht unter Druck. So wie ich jetzt bin, gefalle ich mir ganz gut!

Sie wurden mal als „Franzi van Speck“ bezeichnet. Wie sehr wirkt das noch nach?
Es ist lustig, weil die Menschen mich heute teilweise noch auf der Straße ansprechen, wie schön ich abgenommen habe. Dabei ist diese Bezeichnung acht Jahre alt! Da erschrecke ich dann doch, was für eine Wirkung so etwas haben kann. Aber ich bin mit den Thema durch.

Haben Sie dafür Probleme mit dem Älterwerden?
Überhaupt nicht! Ich habe Luftsprünge gemacht, als ich 30 wurde, und mich gefreut, dass ich endlich Anti-Aging-Produkte kaufen kann. Das kommt wohl daher, dass ich immer noch „unsere Franzi“ bin und mein 14 Jahre altes Image als freche Berliner Göre schwer loswerde. Deswegen freue ich mich auf jedes Jahr, das auf mein Konto dazukommt.

Sie sind eine sehr junge Mutter. Noch dazu arbeiten Sie als Kommentatorin, engagieren sich ehrenamtlich. Wie managen Sie all das?
Für mich es wichtig zu wissen, dass mein Kind gut aufgehoben ist. Das organisiere ich im Vorfeld, und dann genieße ich solche Abende wie heute. Es ist anstrengender, als ich gedacht habe, aber das alles ist machbar. Mein Leben unterscheidet sich schon von dem anderer Menschen, aber arbeitende Frauen mit Kindern können da ein Lied von singen. Die machen täglich ihren Job, da spricht nur niemand drüber. Natürlich geht es nicht ohne Kindermädchen, da springt dann auch mal eine Freundin oder die Großeltern ein. Was mir sehr wichtig ist: Meine Familie steht immer an erster Stelle!

Sie haben sogar ein Kinderbuch geschrieben …
Das wollte ich schon lange, weil es eine große Herzensangelegenheit von mir ist. Das Buch heißt „Paul Planschnase am Meer“. Als mir die Geschichte einfiel, wollte ich sie unbedingt zu Papier bringen. Ich freue mich sehr, es bei der Leipziger Buchmesse am 13. März vorzustellen.

Dann haben Sie ja noch einiges vor. Könnten Sie sich auch vorstellen, „nur“ Hausfrau zu sein?
„Nur“ ist gut, so habe ich früher auch gedacht. Das ist echt ein Vollzeitjob. Ich hab mein Leben lang immer Sport gemacht, wollte immer ein Stück weiterkommen und bin an mir und meinen Aufgaben gewachsen. Ich glaube, das ist für meine Persönlichkeit sehr wichtig.

Und wie wichtig ist Ihnen Anerkennung?
Zu sportlichen Zeiten war das natürlich wichtig, weil es das eigene Können bestätigt. Ich glaube, dass ich so viel erreicht habe, dass das durchaus für die nächsten Jahre ausreichen kann. Aber das ist nicht mein ureigenster Antrieb.

Werden Sie denn wehmütig, wenn Sie nur noch als Kommentatorin am Beckenrand stehen?
Gar nicht! Der Sport hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Aber mein Leben hat sich verändert. So schön, wie es heute ist, habe ich es mir nicht mal erträumt. Als ich damals mit dem Schwimmen aufgehört habe, hatte ich manchmal Zukunftsängste. Und dann lernt man einen wunderbaren Mann kennen, gründet eine Familie und ist mit den Herausforderungen des Lebens so happy!

Tanja Fritzensmeier