Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist tot

Der Publizist starb im Alter von 93 Jahren

Trauer um einen ganz Großen: Der aus Polen stammende Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist heute, am 18. September 2013, im Alter von 93 Jahren gestorben.  

Die traurige Nachricht vermeldete der Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Frank Schirrmacher, via Twitter.

Reich-Ranicki galt als der einflussreichste deutschsprachige Literaturkritiker der Gegenwart und war besonders für seine Spitzzüngigkeit bekannt. Durch die Büchersendung "Das Literarische Quartett" (1988-2001) erlangte er große Bekanntheit in Deutschland. 

Für seine Kommentare und Rezensionen wurde er geschätzt, wie gefürchtet. So sorgte er 2008 für einen Eklat bei der Verleihung des "Deutschen Fernsehpreises", als er vor laufenden ZDF-Kameras seine Ehrung fürs Lebenswerk ablehnte – wegen des "Blödsinns, den wir heute Abend zu sehen bekommen haben".

Im März diesen Jahres wurde bekannt, dass Reich-Ranicki an Prostata-Krebs erkrankt war. "Ich nehme Tabletten und gehe regelmäßig in die Klinik", sagte er damals der Krankheit den Kampf an - den er heute verlor.

Seine Frau Teofila verstarb 2011 im Alter von 91 Jahren. Er hinterlässt einen erwachsenen Sohn, Andrew Alexander Ranicki.