Boris-Becker-Halle in Leimen soll umbenannt werden

Der Vorstand ist von seinem Benehmen schwer enttäuscht

Als hätte er im Moment nicht schon genug Ärger am Hals. Boris Becker, 45, Deutschlands bekanntester Tennis-Schläger schwingender Star, legt sich im Moment mit vielen Promis an und holt dabei ziemlich weit aus. Doch jetzt könnte es für ihn heißen: Spiel, Satz, Niederlage. Denn sein ehemaliger Tennis-Club, in dem er zum Profi herangewachsen ist, möchte sich nicht mehr nach seinem einstigen Vorzeige-Sportler benennen.

Die Enttäuschung muss sehr groß sein in der Stadt Leimen in Baden-Würrtemberg, die wohl einen der berühmtesten Tennis-Spieler hervorgebracht hat. Doch möchte daran anscheinend niemand mehr erinnert werden. Zu tief sitzt der Schmerz, besonders bei Dieter Schmetzer, 77, der 1973 dem kleinen Rotschopf das erste Mal einen Schläger in die Hand drückte.

"Boris war ehrgeizig, sehr ehrgeizig. Vielleicht manchmal sogar ein bisschen zu viel. Ein Strebertyp war er, wollte alles machen und können. Hat ständig an der Tenniswand trainiert", erinnert er sich gegenüber "Hörzu".

Neben Boris Beckers Namen beweisen noch mehrere Fotos und eine Tafel, dass er hier seine Leidenschaft zum Sport entdeckte, doch scheint er dem Verein längst den Rücken gekehrt zu haben.

"Offiziell war er ja nie hier", erzählt Vorstand Peter Raubold, 73. Lediglich ein Mal soll er mit einem britischen Fernsehteam dort gewesen sein. "Dafür hat er wahrscheinlich Geld bekommen", glaubt Schmetzer.

Nicht mal einige Tennis-Schläger soll er gespendet haben wollen. Für seine Undankbarkeit soll er nun auch bestraft werden. "Wir denken darüber nach, sie (Anm. d. Red. Tennis-Halle) anders zu nennen", verrät Raubold. Vielleicht hat ja ach sein Enthüllungsbuch und sein Twitter-Krieg mit Oliver Pocher, 35, etwas damit zu tun.

Das käme eines Todesstoßes gleich, eine Degradierung höchster Stufe. Doch in erster Linie wäre es sehr traurig, dass so eine Erfolgsgeschichte wie die von Boris Becker zumindest in seiner Heimatstadt ein tragisches Ende finden würde.