Freida Pinto stiehlt allen die Show

Verzauberung weltweit

Freida Pinto stiehlt allen die Show. Doch der Star aus "Slumdog Millionär" zieht auch den Neid der Kolleginnen auf sich.

Schönheit gehört zum Geschäft. Das ist in Hollywood nicht anders als im Modelbusiness. Das größte Kapital besitzen diejenigen, deren Schönheit noch nicht verbraucht worden ist. Zu ihnen zählt Freida Pinto, 24. Seit sie als Latika in „Slumdog Millionär“ Jamal (Dev Patel) auf Lebenszeit verzauberte, hat sich ganz Hollywood in die Inderin verliebt. Allen voran Woody Allen, 73. Für sein neuestes, noch namenloses Projekt verpflichtete er neben Naomi Watts, 40, und Nicole Kidman, 41, auch Freida Pinto. Und zwar für eine Rolle, die er bislang in schöner Regelmäßigkeit Scarlett Johansson, 24, übertrug: Als jugendliche Verführerin darf nun Freida einem älteren Herrn den Kopf verdrehen – und dem männlichen Kino­publikum weiche Knie bescheren. Gut möglich, dass sie damit dauerhaft Scarlett als Allens Muse ablösen wird.

Einen Vorgeschmack darauf durfte Scarlett schon bei der diesjährigen Fashion Week in Mailand erleben. Geladen als neues Gesicht der Make-up-Linie von Dolce & Gabbana, hätte sich die Schauspielerin eigentlich an der ungeteilten Aufmerksamkeit des Publikums erfreuen dürfen. Doch die galt diesmal einer anderen: Freida Pinto schwebte, be­gleitet von einem Blitzlichtgewitter, in die erste Reihe vor den Laufsteg – und stahl nicht nur Scarlett, sondern auch allen anwesenden Models die Show.

Ähnliches widerfuhr auch Kate Moss, 35, bei der Chanel-Modenschau in Paris. Gewöhnt da­ran, die Fotografen magisch anzuziehen, klickten die meisten Kameras aber nicht wegen ihr, sondern wegen der Ausnahmeschönheit aus Indien. Kates Mundwinkel sanken entsprechend tief … Nicht weniger schmallippig reagiert zurzeit auch Gwyneth Paltrow, 36: Die Inderin hat ihr nämlich einen lukrativen Auftraggeber ausgespannt – zukünftig wird Freida die Kosmetikfirma Estée Lauder repräsentieren. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen: Angelina Jolie, 33, Cate Blanchett, 39, Penélope Cruz, 34 – sie alle blicken mit Argwohn auf Freidas ­Karriere-Kick.

Bei all dem Trubel weiß die Beneidete gar nicht mehr, wie ihr geschieht. „Ich muss mich täglich kneifen“, verriet Freida kürzlich der „Los Angeles Times“. „Weil sich das alles noch immer anfühlt wie ein Traum.“ Kein Wunder: Wenn auch nicht in indischen Slums aufgewachsen, verlief ihre Karriere dennoch ähnlich märchenhaft wie die von Jamal auf seinem Weg zum Sieg in „Slumdog Millionär“. Bis auf ein paar Model- und wenig beachtete Moderationsjobs im indischen Fernsehen hatte das Mädchen aus Mumbai bislang noch vor keiner Kamera gestanden.

Bis Hollywood-Regisseur Danny Boyle, 52, kam und Freida die Chance gab, die ihr ­Bollywood bislang verwehrt hatte. Inzwischen wissen aber auch die Inder ihre „Latika“ zu schätzen: Freida strahlt von den Titel­blättern der heimischen „Vogue“ und „Cosmopolitan“ genauso wie von der amerikanischen „Vanity Fair“. Bleibt nur zu hoffen, dass sich Hollywood die Schauspielerin nicht komplett „einverleibt“. Sonst könnte sich Freidas exotischer Zauber sehr schnell verbrauchen. Was der 24-Jährigen durchaus bewusst ist: „Ich versuche alles mitzunehmen, weil so etwas nur einmal im Leben passiert“, so ihre Einschätzung. „Am Allerwichtigsten ist, dass ich zwischendurch Luft holen kann.“ Dabei wird  ihren Kolleginnen sicher noch öfter der Atem stocken: Denn Freidas Siegeszug hat gerade erst begonnen.

Nicolle Hofmann