Tessa Bergmeier: Vom Topmodel zum Thekenmädchen

Ab hinter den Tresen

Tessa Bergmeier wollte unbedingt „Germany’s Next Topmodel“ werden – doch die Karriere endete – im Coffeeshop!

Ganz böse Zungen lästern schon: „Eine Tessa Kaffee bitte!“ Den Traum von einer internatio­nalen Laufstegkarriere hat Ex-„Germany’s Next Topmodel“-Kandidatin Tessa Bergmeier, 19, offenbar ausgeträumt. Denn statt vor den Kameras berühmter Fotografen zu posieren, arbeitet sie jetzt in einem Coffeeshop. Das wollten wir genauer wissen – und statteten ihr dort einen Besuch ab.

An der Tür der „Balzac Coffee“-Filiale im Hamburger Stadtteil Eppendorf hängt ein Schild: „Voll- und Teilzeitkräfte gesucht“. Drinnen steht Tessa ungeschminkt und mit kariertem Hemd hinter dem Tresen und versucht sich an der ersten Abrechnung ihres Lebens. Irgendwie tragisch für ein junges Mädchen, das mit unerschütterlichem Selbstbewusstsein an sich geglaubt und in der Klum-Show immer behauptet hatte: „Ich bin hier die Beste!“ Nach ihrem Rauswurf wegen schlechten Benehmens (sie zeigte einem Fotografen den Mittelfinger) klang das wilde Partyluder plötzlich ernüchtert – und erwachsener: ­Momentan werde sie von Agenturen nicht gebucht, sie müsse erst mal ihr Image aufpolieren.

Und: Sie sei gar nicht so ­zickig, wie in der Show immer dargestellt wurde. Doch ­diesen Beweis will sie irgendwie nicht so richtig antreten, als wir sie freundlich ansprechen: „Ich geh’ jetzt auf die Toilette, und danach rufe ich die Polizei wegen Belästigung“, kündigt sie aggressiv an. Dass sie sich jedoch wenig später lässig vor dem Coffee­shop in die Sonne setzt, betrachten wir als Einladung, Tessa ein zweites Mal um ein Gespräch zu bitten. Will sie nicht. Und angeblich hätte ihr Widerstand auch nichts mit Verträgen mit Heidi Klums Vater Günther zu tun. „Welcher Günther?“, fragt Tessa verblüfft und seufzt theatralisch auf: „Hier muss irgendwie eine Verwechslung vorliegen. Tessa ist doch nur mein Spitzname.“ Ach? Und was soll uns das bitte sagen? „Ich arbeite hier nur undercover, um die Presse in den Laden zu locken.“ Ach so! Dann ist ja alles klar …

Kathrin Kellermann