Gerard Butler & Jamie Foxx: Zickenterror

Streit am Filmset

Professionalität? Fehlanzeige! Gerard Butler und Jamie Foxx tragen private Fehden vor dem gesamten Filmteam aus. Am Set von „Law Abiding Citizen“ herrscht dicke Luft.

„Hier geht’s zu wie im Kindergarten“, beschwert sich Regisseur F. Gary Gray. Seit vier Wochen muss das Filmteam die Hahnenkämpfe zwischen Gerard Butler und Jamie Foxx ertragen. Bislang blieb es bei Verbalattacken – der Vermittlungsarbeit von Kollegen sei Dank. Aber: „Das wird noch eskalieren“, sagt ein Crewmitglied und traut sich damit das auszusprechen, was hinter den Kulissen längst alle befürchten. Denn jede Konfrontation zwischen Jamie und Gerard ­endet im Streit. Mit ihrem Zickenkrieg halten die beiden die gesamte Produktion auf. Ein ­Problem, schließlich sieht das Drehbuch etliche gemeinsame Szenen vor.

Die beiden Hauptdarsteller des Thrillers,  der Mitte 2010 in die Kinos kommen wird, buhlen um ihre Wirkung beim Publikum – und nicht nur das: Es geht vor allem darum, wer größeren Erfolg bei den Ladys hat. Jamie, der sich selbst als „Frauentyp“ bezeichnet, soll neidisch auf Gerards weibliche Fangemeinde sein. Der „P.S. Ich liebe Dich“-Star würde jede Woche mit seinen Bettgeschichten prahlen, was ­Jamie angeblich zur Weißglut treibt. Dabei steht der 41-Jährige seinem Co-Star in nichts nach: ­„Jamie zieht nächtelang um die Häuser“, lästert Gerard und moniert, dass die Qualität des Films unter dessen Saufgelagen leiden würde. Jamie will das nicht auf sich sitzen lassen. In Interviews (Jamie promotet gerade sein jüngstes Filmprojekt „Der Solist“) bekräftigt er: „Es ist nicht so, dass ich mich auf meinen Auszeichnungen ausruhe – im Gegenteil: Jeder Preis setzt mich unter Druck. Ich muss mich jeden Tag neu beweisen. Mein Ansporn ist, das Interesse der Zuschauer zu gewinnen und sie an den Film zu fesseln.“
Der Oscar für die Hauptrolle in „Ray“ ­hatte Jamie 2004 in den Hollywood-Olymp katapultiert. Auf diesen Karrieresprung wartet Gerard noch, der seinen internationalen Durchbruch erst vor zwei Jahren mit der blutigen Comic-Adaption „300“ feierte. Bislang findet Gerard weniger in Film-Fachzeitschriften als in den Klatschspalten statt. Sein turbulentes Liebesleben ist ein vieldiskutiertes Thema: Mal lässt sich der 39-Jährige mit Jennifer Aniston ablichten, dann werden ihm Affären mit „Grey’s Anatomy“-Star Katherine Heigl und mit Cameron Diaz nachgesagt. Er dementiert diese Gerüchte bewusst nicht, um sein Image als Sexsymbol zu zementieren.

„Alles, was ich im Sinn habe ist: Frauen rumzukriegen“ kokettiert Gerard, der sich seines guten Aussehens durchaus bewusst ist: „An mir ist kein Gramm Fett. Ich trainiere mehrere Stunden am Tag“, erzählt er. Das stellt er in seinen Filmen auch gern unter Beweis. Auch „Law Abiding Citizen“ wirbt mit einer Nacktszene – die seinen Widersacher auf den Plan ruft: „Jamie befürchtet, dass Gerard alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, wenn er die Hosen runterlässt“, plaudert ein Branchenkenner aus und stellt fest: „Das kratzt an seinem Ego.“ Doch was Gerard kann, kann Jamie schon lange: Im Nachtleben von Las Vegas versucht sich der Schauspieler gerade einen Ruf als Bad Boy zu erarbeiten. ­„Jedes freie Wochenende jettet Jamie in die Wüste“, verrät das Crewmitglied. Dort frönt er seinem neuen Training – und das ist: Sex! „Ich mache Liebe, um in Form zu bleiben. Wir alle sollten unser Herz für 30 Minuten zum Pumpen bringen! Das ist der einzige Ausdauersport, der Spaß macht …“ Damit die Damenwelt weiß, auf welchen Frauentyp er steht, posaunt Jamie auch gleich seine Vorlieben heraus: „Ich mag Beine und Hintern. Der Hintern einer Lady ist der Schlüssel zu meinem Herzen!“

Gerard findet Jamies exponierte Art nur noch peinlich. Am Set nennt er seinen Kollegen vor allen anderen „Trottel“. Der kontert mit „Vollidiot“. Je schärfer der Ton zwischen beiden wird, desto mehr scheinen sie den Grund ihrer Fehde aus den Augen zu verlieren. Es geht längst nicht mehr um Disziplin und fehlende Arbeitsmoral. Sondern darum, wer aus dem ­Duell als Sieger hervorgeht.
Noch drei Monate wird sich Regisseur F. Gary Gray mit seinen streitlustigen Alphamännchen herumschlagen müssen: Die letzte Klappe fällt erst im Sommer. Freunden hat der Filmemacher anvertraut, dass dies „die aufreibendsten Dreharbeiten seiner Karriere“ sind. Dennoch dankbar für die kostenlose Vorab-Promotion, hält er sich aus allem raus. „Da kann man nichts machen“, seufzt er. „Männer sind so!“

Maren Gäbel