Jörn Schlönvoigt & Sarah Tkotsch: Es ist Liebe

OK! EXKLUSIV

Diese Liebe ist nicht gespielt. Die „GZSZ“-Darsteller Jörn Schlönvoigt und Sarah Tkotsch sind auch im wahren Leben ein Paar. Mit OK! sprachen sie über Liebe am Arbeitsplatz.

Es ist noch früh am Morgen, als OK! ­Sarah Tkotsch, 21, und Jörn Schlönvoigt, 22, im Berliner „Parkcafé“ zum Interview bittet. Doch von Müdigkeit keine Spur – Verliebte brauchen halt weniger Schlaf. Erst seit sechs Wochen sind die „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“-Darsteller ein Paar. Dass sie sich am Set näherkamen, ist kein Wunder: Mädchenschwarm Schlönvoigt spielt Philip und verliebt sich in die hübsche Lucy, die von Tkotsch verkörpert wird …

Jörn, in der Serie werden Sie Mitglied der Gothic-Szene – nur um so bei Lucy zu landen …
Schlönvoigt: Um Lucy näherzukommen laufe ich sogar geschminkt und mit Springerstiefeln über den Kiez! Ich habe in dem Moment aber nur gespielt, was das Drehbuch von mir verlangt hat. Nachvollziehen konnte ich Philips Verhalten aber nicht. Klar, man passt sich immer ein bisschen an. Meiner ersten Freundin gefiel der Rock-’n’-Roll-Stil, also habe ich Nietenarmbänder und zerfetzte Jeans getragen. Aber ich ­würde mich für keine Frau komplett verstellen!

In der Serie stecken Sie auch zurück, als Lucy für mehrere Wochen nach England geht. Würden Sie das auch machen?
Schlönvoigt: Klar! Ich würde Sarah komplett unterstützen, wenn sie die große Chance hätte, einen Film im Ausland zu drehen. Wir sind ja keine zwölf mehr! Man muss sich nicht jeden Tag sehen. Wenn es an der Distanz scheitern sollte, kann es eh nicht die Richtige gewesen sein.

Hatten Sie schon mal eine Fernbeziehung?
Schlönvoigt: Ja. Ich war 15 und es war sehr kompli­ziert, weil ich nicht das Geld hatte, jedes Wochenende wegzufahren. Heute ist das anders. Ich verdiene und habe ein eigenes Auto. Einziger Knackpunkt: Wir arbeiten beide sehr viel. Es könnte schwierig sein, Zeit zu finden.

Ist es daher von Vorteil, dass Sie und Ihre Freundin zusammenarbeiten?
Schlönvoigt: Nein. Denn am Set sind wir kein Paar, sondern Kollegen.

Wie reagieren die Fans auf die Beziehung?
Schlönvoigt: Zu 99,9 Prozent positiv. Es ist natürlich schön, dass uns keiner unser Glück missgönnt.

Wer hat denn den ersten Schritt gewagt?
Schlönvoigt: Ich. Wir waren uns aber schon lange ­vorher sympathisch. Irgend­wann habe ich allen Mut zusammengenommen und Sarah auf einen Kunstflug eingeladen (Schlönvoigt hat den Pilotenschein, Anm. d. Red.). Ihre  Toleranzgrenze hat mich echt beeindruckt: Sie hat die Loopings und Schrauben gut mitgemacht. Hätte sie mir vor die Füße gespuckt, wäre der Tag sicher anders ausgegangen! (lacht) Aber so habe ich sie angeguckt und gewusst: Es hat gefunkt.

Und wann haben Sie sich zum ersten Mal geküsst?
Schlönvoigt:
Als wir wieder­ festen Boden unter den ­Füßen hatten.

Wäre aus Ihnen auch ein Paar geworden, wenn Sie mit einer anderen „GZSZ“-­Kollegin gedreht hätten?
Schlönvoigt:
Die Dinge passieren so, wie sie ­sollen. Es hätte nur länger gedauert.

Wie lange konnten Sie Ihre Verliebtheit vor den Kollegen geheim halten?
Schlönvoigt: Die haben das sofort gemerkt! Wir wollten unsere ­Gefühle auch nicht geheim halten.

Wenn jetzt irgendein gewiefter Manager sagen würde: „Mensch Jörn, als Single lässt du dich viel besser vermarkten! Halte deine Freundin versteckt!“ Was würden Sie tun?
Schlönvoigt:
Ich würde ihn vor die Tür setzen! Die Liebe steht über dem Beruf. Dass ich privat glücklich bin, ist mir mehr wert als jede Gage dieser Welt.

Sind Filmküsse anders, wenn echte Gefühle mit im Spiel sind?
Schlönvoigt:
Es ist und bleibt Schauspiel. Das macht mich nicht an.
Tkotsch: Ich mag Filmküsse auch nicht. Es kommt schon mal vor, das Jörn mir zuflüstert: „Du musst mehr machen, das kommt total unecht rüber!“

Sarah, würden Sie sich selbst als schüchtern bezeichnen?
Tkotsch:
Oh ja! Ich überspiele das ganz gut mit meiner Berliner Schnauze. Aber wenn es um Gefühle oder ­private Dinge geht, ma­che ich zu wie eine Auster. Des­halb musste Jörn ja auch in die Offensive gehen. Ich hätte gar nicht gewusst, wie man das anstellt! Wahrscheinlich hätte ich die ganze Zeit darüber nachgedacht, wie der nächste Schritt aussehen soll – und damit alles versaut. Deswegen ist es gut, dass er das übernommen hat.

Haben Sie ein Problem mit Nacktszenen?
Schlönvoigt: Solange ich im Bett meine Boxershorts anbehalten darf, nicht.
Tkotsch: Unser erstes Mal habe ich mit BH und Shirt gespielt.

Sie beide lernen sich in der Serie in einem Internet-Chat kennen. Sind Sie privat auch im Internet aktiv?
Tkotsch:
Wir sind bei ­studiVZ und MySpace registriert. Die Seiten werden aber von einem Bekannten betreut, weil uns ­dafür die Zeit fehlt.

Haben Sie schon mal online geflirtet?
Tkotsch:
Nein, nie.
Schlönvoigt: Nur zur Vorbereitung auf die Rolle. Ich finde diese Art der Kommunikation sehr seltsam: Man öffnet sich Fremden gegenüber und kann sich nicht in die Augen sehen.

Glauben Sie, dass man im Internet die Liebe fürs Leben finden kann?
Tkotsch:
Klar, weil man in speziellen Foren Gleichgesinnte trifft.
Schlönvoigt: Ich befürchte, dass soziale Kontakte irgendwann komplett durchs Internet ersetzt werden. Mich stört das Unromantische,
Technisierte.
Tkotsch: Das sehe ich nicht so. Ich finde, das Internet ist eine prima Kontaktbörse für alle, die nicht gern ausgehen, schüchtern sind oder viel arbeiten.

Glauben Sie an die große Liebe?
Tkotsch:
Ich bin zu jung, um zu sagen, dass es nur die eine gibt.
Schlönvoigt: Vielleicht ist meine große Liebe ja auch die Fliegerei! (Er lacht, sie kneift ihn in die ­Seite)

Wann waren Sie zum ersten Mal richtig verliebt?
Tkotsch:
Schwierige Frage. Ich hatte schon Freunde. Aber mit Jörn fühlt es sich zum ersten Mal richtig an. So schön hat es noch nie gekribbelt in meinem Bauch!
Schlönvoigt: Ist schon komisch: Man fühlt sich total unsicher und gleichzeitig richtig gut.

Wie wurden Sie aufgeklärt?
Tkotsch:
In der Schule und durch die „Bravo“.
Schlönvoigt: Meine Eltern haben mit mir über Sex und Verhütung gesprochen, ohne diese Bienchen-und-Blümchen-Nummer durchzuziehen.

Was tun Sie bei Liebeskummer?
Tkotsch:
Ich leide heftig, aber kurz. Denn ich bemühe mich, positiv zu denken und die neu gewonnene Freiheit zu genießen.
Schlönvoigt: Nach meiner ersten Trennung war ich schon traurig. Ich habe mich mit Freunden unterhalten. Und versucht, mich abzulenken: ausgehen, Tee trinken …

Tee trinken?!
Schlönvoigt:
Ja, Schwarztee oder mal einen grünen. (grinst) Was noch hilft: Sport treiben! Und grübeln: Was habe ich falsch gemacht, was hätte besser laufen müssen?

Und? Sind Sie zu einem ­Ergebnis gekommen?
Schlönvoigt:
Damals schon. Aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern. (lacht)

Wie verlief Ihr schlimmstes Date?
Schlönvoigt:
Mit 17 habe ich mich mal mit einer Frau getroffen, die nonstop über sich selbst geredet hat. Das ging mir so auf die Nerven! Die hat mich gar nicht zu Wort kommen lassen! Ein Reinfall.

Sind Sie schon mal richtig blöd angemacht worden?
Schlönvoigt:
Jeden Tag!
Tkotsch: Jetzt übertreibst du aber!
Schlönvoigt: Na ja, häufig.
Tkotsch: Er wird definitiv mehr angebaggert als ich.

Stört Sie das?
Tkotsch:
Man gewöhnt sich daran. Bei unserem zweiten Date sind wir von fünf kreischenden Mädels verfolgt worden. Und um das mal klarzustellen: Die haben nicht meinetwegen gekreischt!
Schlönvoigt: Als bekannter Mensch ist man ­einfach interessanter.

Ist Flirten leichter, wenn man prominent ist?
Tkotsch:
Ich bin zu verpeilt. Ich kriege einfach nicht mit, wenn mich jemand anmacht!
Schlönvoigt: Das kann ich bestätigen. Meine Flirtversuche sind bei ihr einfach nicht angekommen.
Tkotsch: Stattdessen habe ich Jörn gefragt: „Was grinst du denn so blöde?“
Schlönvoigt: In welcher Welt lebst du denn!? Ich habe mich einfach gefreut, sie zu sehen!
Tkotsch: Ich stand auf dem sprichwörtlichen Schlauch. Und wenn mir ein Typ nicht direkt ins Gesicht sagt, dass er mich süß findet, checke ich das nicht.

Sind Sie eifersüchtig?
Tkotsch:
Überhaupt nicht.
Schlönvoigt: Bis jetzt zumindest. Ich stelle mir das aber ganz süß vor, wenn Sarah eifersüchtig wird und ihr Revier markiert. Das ist ja auch eine Art von Liebesbeweis.
Tkotsch: Eine Beziehung basiert doch auf Vertrauen! Und wenn ich meinem Partner vertraue, gibt es keinen Grund, eifersüchtig zu sein.

Haben Sie bei dem anderen schon Macken entdeckt, die Sie auf die Palme bringen?
Tkotsch:
Nein. Ich akzeptiere Jörn so, wie er ist.
Schlönvoigt: Geht mir genauso.
Tkotsch: Das Einzige, was nerven könnte, ist, dass er denkt und handelt wie ein Mann.

Was meint Ihre Freundin damit?
Schlönvoigt:
Dass ich nicht Multitasking-fähig bin. Ich kann nicht fernsehen und gleichzeitig zuhören.

Maren Gäbel