Gabby von Queensberry: Verfolgt & verängstigt

Sie wird von einem Stalker bedroht

Seit Monaten wird Gabby - eine der vier Sängerinnen der Band Queensberry - von einem Stalker bedroht. Sogar beim Treffen mit OK! tauchte der Mann auf.

Popstar zu werden war ihr Traum. Doch dass ein Leben im Rampenlicht auch Schattenseiten haben kann, muss Gabriella De Almeida Rinne, genannt Gabby, am eigenen Leib erfahren: Seit Silvester­ wird die Sängerin der erfolgreichen Castingband Queensberry von einem Stalker verfolgt. Wie sehr die 20-Jährige unter dem Psychoterror leidet, haben wir miterlebt. Als OK! sie und ihre Bandkolleginnen Leonore Bartsch, 20, ­Victoria Ulbrich, 17, und Antonella Trapani, 17, vergangene Woche zu einem Gespräch in der Lobby eines Hamburger Hotels trifft, taucht plötzlich auch der Stalker auf – und Gabby steht die Angst deutlich ins Gesicht geschrieben. „Ich habe keine Ahnung, woher der immer weiß, wo wir sind“, sagt sie panisch.

„Ich brauche dich wie die Luft zum Atmen, ich bin dein Schatten, du bist alles für mich“, hat er ihr in zahlreichen Briefen geschrieben. Der Mann schleuste sich in den Fanclub der Band ein und tauchte sogar zu Soundchecks bei Konzerten auf. Furchteinflößender Höhepunkt bisher: „Bei der After-Show-Party der Echo-Verleihung hat er mich im Gedränge von den Mädchen weggezogen, mit riesigen Augen angestarrt und gesagt, er müsse mit mir reden, ich müsse ihn anhören. Zum Glück hat Leo mich sofort gerettet“, erinnert sich Gabby.

Das Schlimmste für sie war jedoch der Brief, in dem er ankündigte, ihre kleine Tochter adoptieren zu wollen! Die Vierjährige lebt bei einer Pflegemutter, „die ich sofort angerufen und gewarnt habe“, sagt die Halbbrasilianerin. „Das ist doch krank“, stöhnt sie. Daran, dass der Stalker sich ihrer Kleinen nähern könnte, will Gabby gar nicht denken. Die Angst ist ihr ständiger Begleiter: „Ich habe schon Panik, wenn ich im Hotel Schritte auf dem Flur höre“, gesteht sie. „Du weißt ja nie, wann und wo dieser Typ auftaucht!“ Das Management von Queensberry hat reagiert: Die Vorfälle wurden bei der Polizei gemeldet, und die Band reist jetzt nur noch mit Security zu den Auftritten, um die Sicherheit der Mädchen zu gewährleisten. „Nach dem Echo musste unser Bodyguard sogar vor meinem Zimmer auf dem Flur Wache halten, weil ich total aufgelöst war“, verrät Gabby.

Aber sich gegen einen Stalker zu wehren, ist nicht einfach. Den Strafbestand der „Nachstellung“ gibt es in Deutschland erst seit 2007. Doch Rechtsexperte ­Joachim Lauenburg mahnt zur Vorsicht, bevor man drastische Maßnahmen ergreift: „Man muss abwägen, ob sich der Stalker davon beeindrucken lässt und verschwindet – oder ob er sich dann erst richtig herausgefordert sieht, seine Liebe beweisen zu müssen.“ Er rät Betroffenen, den „Verfolger“ zunächst mit einer sanfteren Methode zum Aufgeben zu bewegen: „In manchen Fällen hilft schon ein Gespräch, in dem ihm deutlich gesagt wird, dass kein Interesse besteht.“

In Härtefällen aber hilft nur eine einstweilige Verfügung. Viele Hollywood-Stars, die von Stalkern sogar Morddrohungen erhalten, können sich nur so vor dieser krankhaften Liebe schützen. So weit will es Gabby nicht kommen lassen, hofft, „dass er einfach aufhört, mich zu verfolgen“. Bis dahin bleibt auf jeden Fall der Bodyguard an ihrer Seite, um sie zu schützen. Doch die Angst reist bei jedem neuen Auftritt mit … 

Kathrin Kellermann