Julia Pieper - Keine Trauer-Botschaft vom eigenen Verein

WSV Oberhof: Einen Hinweis auf den Tod der Sportlerin sucht man vergebens

Nach dem tragischen Selbstmord von Biathletin Julia Pieper (†19) ist das Entsetzen im deutschen Wintersport nach wie vor groß. Viele Olympia-Sportler drückten ihr Beileid aus. "Wir sind unendlich traurig" sagte der Pressesprecher des Deutschen Skiverbands (DSV), Stefan Schwarzbach. Nur von Seiten ihres Vereins fehlt bislang jegliches Statement.

Während "Biathlon-Online" die bestürzende Nachricht als erstes Portal verbreitete und auch auf der Website des DSV von "tiefer Trauer" zu lesen ist, ist auf der Homepage von Julia Piepers Verein, dem WSV Oberhof, nicht ein einziger Hinweis auf den Tod der eigenen Sportlerin zu finden.

Stattdessen findet man Hinweise auf den Biathlonweltcup in Oberhof, Ergebnisse vom Jugendcup und die Geschichte des 1905 gegründeten Vereins mit fast 600 Mitgliedern. Merkwürdig, findet der Suizid der erst 19-Jährigen doch bundesweit Beachtung.

Auch in den Medien hat sich bislang noch kein WSV-Mitglied zum Tod von Pieper geäußert.

Der Selbstmord des Nachwuchstalents wirft derweil weiter Fragen auf. Die hübsche Sportlerin, die sich mit ihrem eigenen Biathlon-Gewehr erschossen hat, soll keinen Abschiedsbrief hinterlassen haben. Waren der starke Leistungsdruck und ihre psychischen Probleme der Auslöser für ihren Freitod?

Zuletzt soll Pieper mit ihren Eltern telefoniert haben - ihr Freund Toni Förtsch, 21, der auf Facebook bewegend von seiner Partnerin Abschied nahm, war offenbar der Letzte, der sie lebend sah.

Am Donnerstag, 27. Februar wird die Biathletin beigesetzt. Vielleicht ist zumindest dieses Ereignis dem WSV Oberhof eine Trauerbotschaft wert.