Gefangen in der Psycho-Krise

Wie Stars ihren Kummer bekämpfen

Frust, Probleme und Pech: Immer mehr Stars zerbrechen an ihrem Kummer. Wer jetzt die Notbremse ziehen muss.

Dieser Schmerz! Immer öfter muss Jessica Biel ihr Fitnesstraining unterbrechen. Wegen Knieproblemen. „Man wird nicht jünger!“, schmunzelt die Schauspielerin – dabei ist ihr so gar nicht zum Lachen zumute. In einem Interview mit dem US-Frauenmagazin „Marie Claire“ gab sie jetzt zu: „Ich habe panische Angst vorm Alter.“ Klingt albern, schließlich ist Jessica erst 27! Doch Justin Timberlakes Freundin ist nicht davon abzubringen. „Jede körperliche Veränderung versetzt mich in Panik“, sagt sie und verrät: „Jeden morgen suche ich mein Spiegelbild nach neuen Falten ab.“

Jessica ist mit ihrer Sorge nicht allein. Auch Mariah Carey reagiert pikiert, wenn sie auf ihren 40. Geburtstag angesprochen wird. „Erwähnen Sie nie wieder mein Alter!“, fuhr die Diva einen Reporter an, der ihr nachträglich gratulieren wollte. „Solange ich noch aussehe wie eine Frau in den Dreißigern, spielt mein Geburts­datum keine Rolle!“, ätzte Mariah und brach das Gespräch beleidigt ab. Jennifer Aniston, 40, macht ihr Alter ebenfalls zu schaffen, wenn auch aus einem anderen Grund. Der Schauspielerin bleibt nicht mehr viel Zeit zur Erfüllung ihres Baby-Wunsches. „Sie beobachtet voller Neid, wie die Mutterrolle ihre Freundinnen verändert hat“, plaudert ein Insider aus. „Sie ist es leid, auf Mr. Right zu warten!“ Zumal ihre biologische Uhr immer lauter tickt. „Sie sehnt sich danach, einen Kinderwagen vor sich herzuschieben“, sagt auch die Sängerin Sheryl Crow, 47, eine gute Freundin von Jennifer. Sie brachte auch das Thema Adoption zur Sprache. Kein Mann? Kein Problem! Jetzt will Jennifer – die sich in ihrem neuen Film „The Baster“ ironischerweise einer künstlichen Befruchtung unterzieht – Waisenhäuser aufsuchen und sich mit US-Behörden herumschlagen. Sheryl, selbst Adoptivmutter des zweijährigen Wyatt, unterstützt sie dabei – und hat sogar schon den Taufnamen des Kleinen abgenickt: Nicholas John. Auch ein Kindermädchen wurde schon engagiert, weil Jennifer beruflich nicht kürzer treten will. Ihre Wahl fiel auf Marva Soogrim, die schon Coco, die Tochter von Courteney Cox, gehütet hat.

Eine Nanny kam Gwyneth Paltrow, 36, nicht ins Haus. Die zweifache Mutter wollte unbedingt selbst erziehen – eine Entscheidung, die sie heute bitter bereut. Denn Hollywood hat das Interesse an ihr verloren. „Nach drei Jahren ist die Nachfrage nicht mehr ganz so stark wie früher“, räumt die Oscar-Preisträgerin ein. Das ist noch geschönt: Wenn „Iron Man 2“ abgedreht ist, steht die einst hochgelobte Britin vorerst ohne Job da. Angst um ihre Karriere hat auch Sienna Miller, 27, die im Oktober mit dem Bühnenstück „After Miss Julie“ am Broadway gastiert – ihre letzte oder vielleicht einzige Chance, sich ein Jahr nach der rufschädigenden Affäre mit dem verheirateten Balthazar Getty als seriöse Schauspielerin zu rehabilitieren. Doch Sienna fürchtet die direkte Konfrontation mit den Zuschauern. „Man wird mich bestimmt ausbuhen“, malt sie schwarz.

Ihre Kollegin Cameron Diaz rangiert dagegen auf der Beliebtheitsskala ganz oben. Allerdings quält sie sich momentan zur Arbeit. Gerade promotet die 36-Jährige „Beim Leben meiner Schwester“ (ab 27. August im Kino). Ein Krebsdrama, das schmerzhafte Erinnerungen heraufbeschwört. Denn während des Drehs im Frühjahr 2008 starb ihr Vater Emilio mit 58 Jahren unerwartet an einer Lungenentzündung. Mit tränenerstickter Stimme erzählt sie: „Sein Tod nimmt mich sehr mit. Er fehlt mir heute mehr denn je.“

Über sein Seelenleben zu reden hält die Berliner Psychologin Konstanze Fakih für eine gute Bewältigungsmethode. „Wer Gefühle ständig runterschluckt, wird irgendwann explodieren“, erklärt sie. So geschehen bei Kiefer Sutherland, 42, der von sich selbst behauptet, eine tickende Zeitbombe zu sein. Vor Kurzem hatte er auf einer Party den Designer Jack McCollough verprügelt. Zwar entschuldigte er sich – doch das Gerichtsverfahren läuft. Im Juni wird der „24“-Star wohl eine empfindlich hohe Schadensersatzsumme zahlen müssen. Dennoch ist bei ihm von Läuterung keine Spur: „Ich werde nicht aufhören zu trinken!“, prahlte er jetzt vor Freunden – obwohl ihn der Alkohol hat ausrasten lassen. „Prominente sind besonders suchtgefährdet“, sagt Fakih. „Viele versuchen, ihr extremes Leben mit Drogen zu bewältigen.“

So wie Jonathan Rhys Meyers, der den öffentlichen Druck nur noch im Rausch erträgt. Ende März hatte der 31-Jährige seinen dritten Entzug. Doch das Filmteam der finalen „Die Tudors“-Staffel ist wegen seiner allabendlichen Sauftouren wieder in Alarmbereitschaft. Party-Exzesse machen auch Rihanna, 21, zum Sorgenkind. Erklärungsversuche ihres Onkels: „Der Eklat um Chris Brown hat sie total aus der Bahn geworfen.“ Nichts gegen Ablenkung. Aber: „Rihanna kennt beim Feiern kein Limit mehr. Sie ist außer Kontrolle!“ Eine Maßlosigkeit anderer Art lebt gerade ihre Kollegin Kelly Clarkson aus. Die 27-Jährige hat kräftig zugelegt. Sie jammert: „Hinter meinem Rücken werde ich ,Walfisch‘ genannt.“ Und: „Zwischen den spindeldürren Popstars komme ich mir vor wie ein Freak!“

So unterschiedlich die Probleme von Kelly & Co. auch sind, ein Anti-Krisen-Rezept kann Expertin Fakih allen Promis empfehlen: „Zieht euch kurzfristig aus dem Promi-Zirkus zurück – um Kraft zu sammeln für einen Neuanfang.“

Maren Gäbel