Suri Cruise darf nicht mit anderen Kindern spielen

Gefangen im goldenen Käfig

Suri Cruise will wie ein ganz normales Mädchen mit anderen Kindern spielen. Doch Tom und Katie isolieren ihre Tochter – und merken nicht, wie sehr sie ihr schaden.

Sie hat ein Bild gemalt. Ein großes Herz, in dem zwei Kinder Händchen halten. Es ist für ihren besten Freund Cruz, 4, den jüngsten Sohn von Victoria und David Beckham. „Suri strahlt, wenn er in ihrer Nähe ist“, erzählt ein Freund der Beckhams. Die Dreijährige brachte ihre Mutter Katie Holmes, 30, sogar dazu, Cruz bei einem gemeinsamen Treffen einen Schokokuchen zu kaufen – obwohl es zu Hause fast nie Süßigkeiten gibt. Ein kleiner Triumph, der allerdings einen bitteren Beigeschmack hat.

Denn ein richtiger Spielkamerad kann Cruz für Suri nicht sein. Zu wenig Zeit, zu viele Reisen, und das wohl größte Manko: Der Junge wird nicht nach der Lehre von Scientology, deren wohl prominentester Verfechter Suris Papa Tom Cruise, 46, ist, erzogen. „Tom und Katie sehen es nicht gern, wenn Suri mit anderen Kindern spielt, es sei denn sie sind wie ihre Eltern Scientologen“, weiß ein Bekannter aus dem Familienumfeld. „Die Kleine hat so gut wie keine Freunde und redet meistens mit ihren Puppen.“ Auch die Kinder in ihrer Tanzgruppe sind für Suri tabu. „Ihre Mutter bringt sie hin, wartet vor der Tür und nimmt sie direkt nach der Stunde wieder mit nach Hause. Da gibt es kein Spielen und keine Verabredungen“, so der Bekannte.

Dass es Suri trotzdem nicht langweilig wird, dafür sorgen ihre Eltern. Es gibt Unter­richt in Spanisch, Französisch, Fußball, Stepptanz und seit Neuestem auch in Musik. Genügend Programm also, um die Woche eines Erwachsenen zu füllen, denn nach dem Glauben der Sekte ­stehen Kinder ihren Eltern in nichts nach. Und so ist Suri mittlerweile auch zu ­Katies bester Gefährtin geworden. Kaum ein Tag vergeht, an dem man die beiden nicht zusammen sieht. Die Tochter wird auf dem Arm getragen, an das Mutterherz gedrückt und an der Hand geführt. Allein herumlaufen scheint keine Alternative. Suris sehnsüchtige Blicke nach anderen Kindern oder interessanten Dingen werden von Mama stur ignoriert. Den Grund dafür will eine Freundin von Katie wissen: „Sie ist mit Haut und Haaren Mutter, aber das ist in ihrem Fall ein einsamer Job. Katie und Tom leben gerade nebeneinander her.“ Dafür spricht, dass Tom seine Frau zwar zu den bald anstehenden Dreh­arbeiten für ihren neuen Film „Don‘t Be Afraid of the Dark“ in Melbourne begleiten wird, jedoch nicht etwa, um sie dort nach allen Kräften zu unterstützen.

Tom will die Gelegenheit nutzen, um Down Under die Werbetrommel für Scientology zu rühren. Und natürlich will der als Kontrollfreak geltende Familienvater ein Auge auf seine beiden Mädchen haben. So wird es wohl auch in Australien nichts mit neuen Freunden für Suri. Ihre letzte Hoffnung liegt nun in der baldigen Ankunft eines Geschwisterchens, dass die Wucht der elterlichen Wunschvorstellungen und Beziehungsprobleme abfedert. Das entspräche ganz den Absichten ihres Vaters, nicht aber denen ihrer Mutter. Die hat wegen ­ihres neuen Filmprojekts erst mal keine Zeit für Kind Nummer zwei.

Anna-Julia Meyer