Gwyneth Paltrow: Ich will nicht nur Mutter sein!

Exklusiv im Interview

„Die Zeit in Jogginghosen war toll“, sagt Schauspielerin Gwyneth Paltrow. Doch nach einer langen Pause ist die Oscar-Gewinnerin jetzt wieder da. Aber irgendwas ist jetzt anders …

Über ihr Privatleben redet sie nicht gern. Normalerweise. Doch beim Gespräch mit OK! macht Gwyneth Paltrow, 36, eine Ausnahme: Wir treffen auf eine gelöste, selbstbewusste Gwyneth Paltrow, 36. Sie strahlt, wirkt wie ein junges Mädchen und plaudert munter über ihre manchmal etwas ­schwierige Ehe mit Sänger Chris Martin, 32, und ihre beiden Kinder Apple, 5, und Moses, 3. Über die schlimmste Zeit ihres Lebens, als ihr Vater starb und darüber, wie es war, mal „nur“ Hausfrau und Mutter zu sein.

Warum waren Sie eigentlich so lange von der Bildfläche verschwunden?
Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der alles von der Arbeit bestimmt war. Irgendwann hatte ich Angst, die Leidenschaft für die Schauspielerei komplett zu verlieren. Ich habe meinen heutigen Mann kenngelernt, wir haben zwei Kinder bekommen … Ich hatte wirklich eine tolle Zeit als Mutter in Jogginghosen. Aber meine Kinder sind jetzt alt genug und ich habe wieder richtig Lust vor der Kamera stehen. Gerade drehe ich „Iron Man 2“.

Es ist sicher nicht einfach, Ihre beiden Kleinen plötzlich weniger um sich zu haben …
Genau genommen ist es verdammt hart. Ich habe oft am Set gesessen und gedacht: Jetzt sitzten sie in der Badewanne, müssen gleich ins Bett und ihre Mutter ist nicht da. Das ist sehr traurig, aber auch ein wichtiger Prozess für mein Selbstbewusstsein.

Nach Ihrer zweiten Schwangerschaft ging es Ihnen lange Zeit nicht gut …
Ich hatte mit postnatalen Depressionen zu kämpfen. Es fühlte sich an, als würde ich jemand anders sein, ich war unfähig Glück zu empfinden. Erst war mir nicht klar, dass das viele Mütter betrifft, doch je mehr ich darüber gelesen und mich mit anderen ausgetauscht habe, desto leichter war es, damit umzugehen. Irgendwann war es dann vorbei.

Warum tragen Ihre Kinder Apple und Moses eigentlich so ungewöhnliche Namen?
Apple war die Idee meines Mannes. Er fand das schon länger cool. Und als ich die Kleine das erste Mal sah, wusste ich: Das passt zu ihr. Sie ist wie mein Augapfel. Und Moses klingt so groß und stark. Der hebräische Name meines Vaters war Moses. Und außerdem kann man ihn auf der ganzen Welt gut aussprechen. Das ist bei Gwyneth anders. (lacht)

Wie schwer war es für Sie, als Hollywood-Star die wahre Liebe zu finden?
Es war Schicksal. Mein Vater starb im Oktober 2002 und drei Wochen später habe ich Chris getroffen. Manchmal glaube ich, dass mein Vater ihn mir aus dem Himmel geschickt hat. 

Inwiefern hat der Tod Ihres Vaters Sie verändert?
Ich habe gelernt, dass man auch vor dem größten Leid keine Angst haben muss. Als ich Anfang 20 war, fragte mich mal jemand nach meinem schlimmsten Albtraum. „Dass mein Vater stirbt“, antwortete ich. Als es dann tatsächlich passierte, war ich trotzdem sehr stark. Es ist immer noch schwer – aber seitdem weiß ich: Alles, was einem passiert, auch die schlimmen Dinge, passieren aus einem Grund. Sich ständig Sorgen zu machen und sich zu fürchten, ist Energie­verschwendung.

Wie funktioniert Ihr Familienleben? Wenn sich zwei erfolgreiche und viel beschäftigte Partner finden, bleibt doch sicher wenig Zeit …  
Es läuft nicht schlecht. Aber wir arbeiten jeden Tag daran. Man muss einfach respektvoll mit dem anderen umgehen, sich gegenseitig Freiräume eingestehen und einen flexiblen Alltag haben. Natürlich hat meine Familie oberste Priorität!

Wie viel Einfluss hatten Ihre Eltern auf Ihre Berufswahl?
Mein Vater war Filmproduzent, meine Mutter ist Schauspielerin. Sie ist der Grund, warum ich diesen Weg auch gewählt habe. Als kleines Mädchen habe ich ihr bei den Proben zugesehen. Sie war und ist unglaublich, ich wollte immer so sein wie sie.

Haben Sie von ihr auch Ihre Leidenschaft für Mode geerbt?
(lacht) Nein, die habe ich aus der „Vogue“. Mit 15 bekam ich die erste in die Finger, seitdem bin ich süchtig nach Mode. 

Rüdiger Sturm