Sido nach Wurst-Fan-Kritik - 'Bin ein toleranter Mensch'

Das deutsche ESC-Jury-Mitglied verteidigt schwache Wertung für Siegerin Conchita

So äußert sich Sido heute auf Facebook Die deutsche ESC-Jury: Andreas Bourani, Jennifer Weist, Sido, Madeline Juno und Konrad Sommermeyer (v.l.) Der Medienrummel nach dem Sieg ist gigantisch So zeigte sich Conchita mit ihrer Trophäe auf Facebook

Nach dem triumphalen Sieg von Drag-Queen Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest hagelte es Kritik für die deutsche Jury. Anders als die Zuschauer (Höchstpunktzahl) hatte das Quintett aus etablierten Musikern die 25-Jährige nur auf Platz 11 gewählt. Ergebnis: Wurst bekam von Deutschland "nur" 7 Punkte. Besonders Sido, 33, der den ESC-Paradiesvogel nur auf dem mittelmäßigen Platz 13 angesiedelt hatte, sah sich anschließend mit einem Shitstorm aufgebrachter Wurst-Fans konfrontiert.

Die warfen dem einstigen Rüpel-Rapper, der bei der deutschen "ESC"-Show auf der Hamburger Reeperbahn allerdings ganz sentimental über "Liebe" philosophiert hatte, Intoleranz vor.

"Früher im Zirkus gab's ja auch die Frau mit Bart - im Käfig"

Kein Wunder, immerhin hatte Paul Würdig, wie er bürgerlich heißt, schon 2011 in der österreichischen Show "Die große Chance" über die bärtige Sängerin vom Leder gezogen:

"Ich verstehe, dass Frau Wurst ankommt. Früher im Zirkus gab’s ja auch die Frau mit Bart - im Käfig. Da konntest du fünf Goldstücke zahlen und sie dann sehen. Hier kriegt ihr sie umsonst, nur für die ORF-Gebühren halt", sagte er damals in einem Interview.

"Ich habe jedem Kandidaten dieselbe Chance gegeben"

Doch nun sieht sich der rappende Ehemann und Papa genötigt, sich via Facebook zu rechtfertigen. Hier schrieb er heute:

"Yo Leute, ein paar Conchita Wurst Fans möchten gerne wissen warum ich den jungen Mann nicht auf Platz 1 gevotet habe ... Man wirft mir fehlende Toleranz vor ... Mein Job in dieser Jury war es zu beurteilen was ich da höre und sehe ... Nichts anderes habe ich getan ...", erläutert der Musiker.

Und fährt fort: "Weil ich ein toleranter Mensch bin habe ich auch jedem Kandidaten die selbe Chance gegeben mich zu überzeugen, unabhängig von seiner Nationalität, seiner Religion oder seiner sexuellen Gesinnung ... Spielt ja auch alles keine Rolle, hier ging es um die Musik, die Komposition, die Stimme, die Performance... Nichts anderes ist in meine Wertung eingeflossen ... Die einzige Diskussion die man also zulassen kann is die warum mir die Komposition und die Performance des Herren aus Österreich nicht gefallen hat ... Wobei das wiederum eine reine Geschmacksfrage ist ...", so Sido.

"Ich möchte Herrn Wurst herzlich gratulieren"

Bevor er Kritik an seiner Rechtschreibung vorsorglich den Wind aus den Segeln nimmt ("Ps. Die Kommas müsst ihr euch denken !!!"), möchte Sido abschließend noch "dem Herrn Wurst" und seinem "geliebten Österreich natürlich herzlich gratulieren zu seinem Sieg !!!"

Dieses versöhnliche Statement dürfte die Anhänger der Travestie-Künstlerin vorerst besänftigen. Aber ob's wirklich vom Herzen kommt?