Lothar Matthäus - 'In Deutschland will man keine Helden'

Der Ex-Nationalspieler kritisiert die Deutschen

Morgen startet endlich die Fußball-WM. Der ehemalige Weltmeister und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, 53, will kurz vor Anpfiff aber noch etwas Wichtiges loswerden. Denn dass er, statt als Held gefeiert zu werden, wegen seinen Frauengeschichten und seinen mangelhaften Englisch-Kenntnissen in Deutschland eher als Witzfigur gilt, sieht er als Schwäche der Deutschen.

"Ich kenne kein anderes Land, das so übel mit seinen Idolen umgeht", erklärte Matthäus im Interview mit dem Männermagazin "GQ". Dass man ihn lächerlich mache, sei die Schuld der Medien. Seiner Meinung nach gebe es „zwei Lothar Matthäus“, nämlich einen Privaten, und einen Öffentlichen.

"Woanders würden solche Leute verehrt"

"Woanders würden solche Leute verehrt bis sie sterben - und über ihren Tod hinaus. In Deutschland will man keine Helden“, meint Matthäus zu wissen und lebt deshalb auch in Budapest, wo er immerhin die Chance auf ein Privatleben habe.

Zu viel "Friede, Freude, Eierkuchen"

Zu der anstehenden WM in Brasilien fand er noch mehr kritische Worte. „Nur Friede, Freude, Eierkuchen darf nicht sein. Vom aktuellen Team habe ich einen rechten Kuscheleindruck“, findet der Ex-Kicker. Auch 2012 habe im EM-Finale gegen Italien ein „Drecksack gefehlt, der die Mannschaft wachrüttelt“, sodass es nicht zum Sieg kommen konnte.

"Niemand hat eine Titelgarantie"

„Niemand hat eine Titelgarantie“, erklärt Matthäus und zweifelt damit an der deutschen Elf. Er warnt: „Es gibt Teams, die noch keiner richtig auf dem Zettel hat. Kolumbien, Uruguay, Chile, Belgien und Frankreich“.