David Beckham: Zwischen den Fronten

Buhrufe von amerikanischen Fans

Die Luft für David Beckham wird immer dünner: Der Fußballer wird sogar schon von Fans in Los Angeles extrem angefeindet. Und er muss bald eine Entscheidung fällen.

Was auf dem Spielfeld passierte, wurde zur Nebensache. Wütende Fans machten beim Freundschaftsspiel zwischen LA Galaxy und dem AC Mailand (2:2) ihrem Ärger Luft. Mit eindeutigen Sprechchören, Transparen­ten und Pfiffen zeigten 27 000 Zuschauer „ihrem“ David Beckham, was sie von seinem sechsmonatigen Gastspiel in Italien halten. „Geh nach Hause, Betrüger!“ oder „Wir wollen keine Teilzeit-Spieler!“, stand da in großen Lettern geschrieben. Ein randalierender Fan versuchte sogar, das Spielfeld zu stürmen.

Ein starker Gegenwind, wie ihn David noch nie erlebt hat. Der 34-Jährige betonte stets, dass es seinem Verein überhaupt nichts ausmache, ihn „auszuleihen“, und alle voll hinter ihm stünden. Doch noch öfter schwärmte er, wie sehr er es genieße, in Mailand „richtigen Fußball“ auf „professionellem Niveau“ zu spielen. Ein kompletter Wechsel zum AC Mailand ist für Anfang nächsten Jahres immer noch im Gespräch. Und aus seinem Wunsch, bei der WM 2010 ein letztes Mal für die englische Nationalmannschaft zu spielen, macht Beckham sowieso keinen Hehl. Ebenso, dass er sich dafür bei einem europäischen Spitzenverein vorbereiten muss. „Wir wären froh, wenn David wieder zu uns zurückkehrt. Er wird hier geliebt“, sagte AC-Mailand-Trainer Leonardo, 39, und goss noch Öl ins Feuer. Auch die Vereine Tottenham Hotspur und FC Chelsea buhlen öffentlich um Beckham. Damit ist das Maß für die amerikanischen Fans voll.

Beckhams Tage in Los Angeles scheinen gezählt. „Ich bin nicht enttäuscht, das kann mir nichts anhaben“, gab sich David nach dem Spiel cool. Doch kurz zuvor waren auch bei ihm die Sicherungen durchgebrannt, als er zum Fanblock zurückkeifte. Besonders unangenehm  muss es für ihn gewesen sein, vor den Augen seiner Frau Victoria, 35, der drei Söhne sowie seines Freundes Tom Cruise, 47, so gedemütigt zu werden. Sie alle sahen auf der Zuschauerbühne entsetzt zu, wie die Ära Beckham bei LA Galaxy endet. Eine vorzeitige Entlassung aus seinem 190-Millionen-Vertrag scheint reine Formsache. Jetzt muss David sich entscheiden, für welchen Verein sein Herz schlägt. Wir können wohl hoffen: Familie Beckham kommt zurück nach Europa!

Tanja Fritzensmeier