Gauchogate - Wirbel um Argentinien-Tanz der Weltmeister

Jogis Jungs werden im Netz und beim Finalgegner als Nazis beschimpft - Niersbach reagiert

Der Auf dem Fanfest umjubelt, im Netz kritisiert: Toni Kroos und Co. Von #Gauchogate ist bereits die Rede

Riesen-Wirbel um einen Tanz der DFB-Kicker: Die deutschen Spieler hätten bei ihrer Siegesfeier am Brandenburger Tor mit dem "Gaucho-Tanz" die Argentinier verhöhnt, finden viele. Die Einlage der Kicker beschäftigt heute ganz Deutschland -  #Gauchogate ist bei Twitter ein Top-Thema.

"So geh'n die Gauchos, die Gauchos, die geh'n so!": Am Brandenburger Tor feiern die Fußball-Weltmeister mit hunderttausenden Fans. Ein "Highlight": der "Gaucho-Tanz". Die Argentinier wurden mit gebücktem Gang veräppelt, dann gehen Mario Götze, Miroslav Klose, Toni Kroos, André Schürrle, Shkodran Mustafi und Roman Weidenfeller aufrecht und singen "Die Deutschen, die gehen so."

Völlig daneben?

Nur ein kleiner Spaß oder völlig daneben? Noch gestern ging ein Riesen-Aufschrei durchs Netz. Von "Verhöhnung" ist die Rede. Jogis Jungs werden auf Twitter gar als Nazis beschimpft. Und auch in Argentinien ist man alles andere als begeistert:

So ist in der Sportzeitung "Olé“ von einer „rassistischen Provokation“ die Rede: „Die Deutschen schauen von oben herab. Sie denken, sie sind eine andere Rasse.“

"Die deutschen Spieler sind ekelhafte Nazis"

Journalist Victor Hugo Morales empörte sich in seiner Radio-Sendung: „Diese deutschen Spieler sind ekelhafte Nazis. Mit derselben Stufe Blödsinn und Glaube an Überlegenheit haben sich die Deutschen gegenüber Juden, Zigeunern und 6 Millionen Menschen benommen, die sie in der 30er und 40er Jahren getötet haben.“

Auweia! Als Klose, Götze und Co. sich diesen kleinen Scherz mit ihrem Finalgegner erlaubten, ahnten sie wohl noch nicht, welchen Wirbel sie damit auslösen würden. Dabei, schreibt etwa "Spiegel Online", sei der Tanz ein durchaus bekanntes Ritual: den unterlegenen Gegner gebückt darstellen, im Gegensatz dazu die eigene Mannschaft im aufrechten Gang.

Dieser Spaß ging in die Hose

Eine nette und faire Geste war das sicherlich nicht, und als mitfühlende Tröster nach dem 1:7 gegen Brasilien haben uns Jogis Jungs besser gefallen.

Niersbach: 'Sie wollten sich über niemanden lustig machen'

UPDATE: Auf die Diskussion hat nun auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach reagiert, der folgendes Statement herausgab:

"Ich weiß von Oliver Bierhoff, dass die Idee der Spieler spontan aus der Emotion und Freude heraus entstanden ist. Sie sind alle absolut anständige und faire Sportsleute, die sich über niemanden lustig machen, sondern einfach nur ausgelassen mit den Fans feiern wollten. Es tut uns leid, wenn dies bei einigen falsch und missverständlich rüber gekommen ist."

"Wir haben größten Respekt vor Argentinien"

Weiter erklärt er: "Ich werde meinem argentinischen Kollegen Julio Grondona einen Brief schreiben und auch ihm gegenüber nochmal deutlich machen, dass die Aktion in keinster Weise despektierlich gemeint war. Wir haben größten Respekt vor Argentinien, beste Beziehungen zum dortigen Verband und freuen uns auf das baldige Wiedersehen beim Länderspiel in Düsseldorf."

Seht hier noch mal den umstrittenen "Gaucho-Tanz":

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