Exklusiv: Christian Ulmen & Mina Tander

Die Kinostars im Interview

Im Kinofilm „Maria, ihm schmeckt‘s nicht!“ droht die Hochzeit von Sara und Jan an einer Meeresfrüchteallergie zu scheitern. Beim Hummer-Essen bekamen die Hauptdarsteller Appetit auf mehr …

Es dürfte wohl von Anfang an klar gewesen sein, dass dieses Interview in einer Riesensauerei enden musste. Wir treffen die Hauptdarsteller aus dem Kinofilm „Maria, ihm schmeckt‘s nicht“ Mina Tander, 29, und Christian Ulmen, 33, in der Brasserie „Le Faubourg“ im Berliner „Hotel Concorde“. Am Tisch erwartet die beiden eine opulente Seafood-Platte und – als dritter Gast – ein mächtiger Hummer. Statt zu essen, klar, spielen und albern beide mit den Muscheln, Austern und Algen rum. Und das sollten sie ja auch, für die Fotos, weil Meeresfrüchte in der Verfilmung des Bestsellers von Jan Weiler eine wichtige Rolle spielen. Aber sie sollten auch ein paar Fragen beantworten. Und das wurde kompliziert …

Greifen Sie ruhig zu! Sie haben doch keine echte Meeresfrüchteallergie, oder?
Ulmen: Nein, ich bin nur etwas unbeholfen beim Öffnen dieser Tiere. Hier, dufte einmal, Mina…
Tander: Igitt! Hau ab damit! Das riecht so, wie du immer unter den Armen müffelst.
Ulmen: (gespielt erbost) Ich bitte dich!

Wann haben Sie das letzte Mal Austern gegessen?
Ulmen: Ehrlich gesagt: noch nie!
Tander: Ich auch nicht.
Ulmen: Ich habe mich Austern immer verweigert. Ich hatte natürlich schon Gelegenheit, mal zu kosten, aber ich habe sie nie ergriffen.

Dabei sollen doch gerade Austern die sexuellen Fähigkeiten des Mannes stärken …
Tander: Das will ich mir bei Christian gar nicht erst vorstellen. (grinst)
Ulmen: Wieso nicht? Auf einmal? Das klang alles ganz anders – bei den Dreharbeiten in Italien …
Tander: Stopp, sofort. Ich muss doch jetzt hier irgendwie meine Ehe schützen.
Ulmen: Wieso, was ist mit deiner Ehe?

Sprechen wir doch über Ihre Ehe, Christian. Sie tragen gar keinen Ring!
Ulmen: Weil mir Ringe nicht stehen. Ich habe sehr kleine Hände. Die sind schmal und grazil, eigentlich Frauenhände. Wenn da noch ein Ring an den Finger kommt, sähe ich dort aus wie ein Transvestit. Ringe unterstreichen meine feminine Seite zu stark.

Zum Glück fällt es auf der Leinwand ja nicht auf, wenn man etwas schmaler ist.
Tander: Schmal? Wo, in den Knochen?
Ulmen: Und du – hast du nicht mal gemodelt?
Tander: Ja, klar, bei meiner Größe und meiner Figur, jahrelang! Ein echtes Topmodel war ich!
Ulmen: Also hast du als Fotomodell gearbeitet!
Tander: Nein, das war meine Schwester!
Ulmen: Stimmt, die ist tatsächlich wunderschön.

Nur so eine Idee – fürs Foto: Würden Sie Mina mal ein Messer an die Kehle halten?
Ulmen: Nein, das ist mir zu ordinär.
Tander: Auf einmal! Dabei hat er das am Set auch immer gemacht, das war echt unangenehm.
Ulmen: Ich entschuldige mich hiermit für Mina, sie sprengt gern mal den Rahmen … (greift mit spitzen Fingern zum Hummer)

Ist das jetzt eine Überwindung für Sie?
Ulmen: Nein, damit habe ich kein Problem. Das mache ich doch mit links! Mina, schau mal, diese Muschel ist ja toll!

Vielleicht ist da ja eine Perle darin?
Ulmen: Ja, komm wir gucken! (er öffnet die Muschel, hält sie Mina unter die Nase) Ich möchte dich was fragen. Wir kennen uns jetzt schon so lange: Möchtest du meine Frau werden? Wenn du mal da unten drin nachschauen magst, da ist eine Perle für dich. Und weiter hinten habe ich einen Ring für dich versteckt. Ob die anderen von innen auch so schön aussehen? Schau nur, da sind Haare drin, siehst du die?
Tander: Du hast ja auch Haare an Stellen, wo man sie eigentlich nicht hat.
Ulmen: Wo? Erklär’ mal!
Tander: Sag ich jetzt nicht, das wäre vulgär.

Im Film begegnet Saras Familie Jan mit Skepsis. Wie haben Sie Ihre Schwiegereltern davon überzeugt, dass Sie eine Familie ernähren können?
Ulmen: Wieso nur ich? Mina, du musst deine ­Familie doch auch ernähren …
Tander: Das ist bei uns sehr ausgeglichen.
Ulmen: Bei uns auch, ich verdiene halt mehr. Aber das kennt doch jeder, wenn man sich bei den Schwiegereltern vorstellen muss: Das ist anstrengend, egal wie nett oder schwierig die sind. Man fühlt sich wie in einer Prüfung und hat Angst, nicht zu bestehen oder dass die einen nicht mögen. Das war bei mir auch so.

Dass Sie beim Fernsehen arbeiten, hat sie nicht gestört?
Ulmen: Ich war MTV-Moderator, das fanden die nur so mittelgut und haben gefragt: Was ist das für einer? Der hat ja nicht mal eine Ausbildung!
Tander: Ich hatte diese Probleme nicht, aber vielleicht ist das zwischen Mann und Schwiegervater auch anders. Wenn es ums Geldverdienen, Job und Ansehen geht, herrscht eine größere Konkurrenz, und das Ansehen von Christian ist nun mal nicht das beste …

Und dazu noch dieses Bad-Boy-Image …
Ulmen: Ich glaube, die wussten gar nicht um mein Image. Vor Jahrzehnten war es noch etwas Besonderes, beim Fernsehen zu arbeiten. Als es nur drei Sender gab, war der Beruf Moderator per se ein Qualitätsurteil, denn es wurde nicht jeder genommen. Aber dann ist das Ansehen dieses Jobs auf das gleiche Level gerutscht wie Totengräber.

Fühlen Sie sich eher als Schauspieler oder Fernsehmann?
Ulmen: Für mich gibt es da keinen Unterschied. Es ist immer der gleiche Job. Ich habe keine Bezeichnung dafür, aber jedes Projekt entspringt derselben Lust. Das ist genauso, als wenn jemand töpfert. Der macht mal eine Vase – für Mina – und als Nächstes hat er Lust auf eine Frisbeescheibe.

Ich wollte mit Ihnen noch ein bisschen …
Ulmen:  … über Sexualität reden?

Von mir aus: Haben Sie schon mal die sexuell anregende Wirkung von Lebensmitteln getestet?
Ulmen: Ich weiß, wenn Mina in Italien diese kleinen Kekse aus meinem Hotelzimmer verzehrt hat, wurde sie immer ganz rollig.
Tander: Quatsch, du hast mich nicht mal eingeladen. Dafür musstest du öfter zu mir kommen, um auf meinem Laufband zu trainieren. Ursprünglich hatte man es ihm ins Zimmer gestellt, aber er hat es nicht benutzt.

Sie mögen wohl keinen Sport?
Ulmen: Doch, als Zuschauer schon, ich gucke sehr gern Fußball. Aber aktiv überhaupt nicht. Es gibt nun mal Menschen, die sind nicht geschaffen für Sport. Ich verletze mich nur dabei oder sehe einfach unschön aus.
Tander: Weil du dich innerlich wehrst!

Wie gemein! Da hatten die Produzenten das Laufband extra für Sie besorgt?
Ulmen: Ich glaube, es stand ursprünglich mal im Zimmer von Lino Banfi, der ja mehrere Tonnen wiegt. (grinst) Aber dann haben die sich gedacht, es wäre unhöflich, ihn so unter Druck zu setzen. Außerdem habe ich vor dem Film Sport gemacht  – und war dünn genug.

Kati Degenhardt