Florian David Fitz ganz privat

Der RTL-Star im Exklusiv-Interview

Florian David Fitz ganz privat. Kaum ein deutscher TV- und Kinostar ist so umschwärmt wie er. Jetzt verrät der Schauspieler, dass er bereit für eine neue Liebe ist. Nur: Wie soll das gehen? Er hat ja so viel zu tun … 

Schon mal ein gutes Zeichen: Zum Inter­view mit OK! in dem charmanten Münchner „Café Jasmin“ kommt ­Florian David Fitz mit dem Rad. Beim Gespräch erweist sich der 34-Jährige dann wirklich als ein sehr sympathischer und vor allem smarter Kerl. Während sein Hund Loki, genannt „Würschtl“, immer wieder zwischen den Stühlen herumwuselt, spricht der „Doctor’s Diary“-Star über seinen neuen Film „Männerherzen“ – und warum er glaubt, dass Liebe in einer Beziehung nicht alles ist …

Hätten Sie sich Ihre Rolle als Werber Niklas, der in „Männerherzen“ kurz vor seiner Hochzeit und dem Umzug in ein Reihenhaus Angst vor der Zukunft bekommt, auch selbst ausgesucht?
Nicht unbedingt. Ich habe am Anfang mit meiner Figur ein bisschen gerungen, habe mich gefragt: Was hat Niklas für ein Problem? Alle haben richtige Sorgen, und er dieses Luxusproblem? Eigentlich scheint ihm doch die Sonne aus dem Hintern! Doch er bekommt Panik, weil er heiraten soll. Aber Simon Verhoeven, der Regisseur, sagte mir, dass ich mich täuschen würde, dass es sich um ein reales Problem handeln würde. Beim Drehen habe ich dann gemerkt, was er meint.

Die Angst vor einer festen Bindung in Form von Ehe und Reihenhaus ist ja durchaus nachvollziehbar …
Das stimmt. Dieser Angst müssen sich zumindest in unserer Generation viele stellen. Dass man sich irgendwann fragt: Ja, war’s das jetzt? Ist das jetzt das Richtige? Oder muss ich noch mal einen Sprung wagen?

Kennen Sie das aus Ihrem eigenen Freundes- und Bekanntenkreis?
In meinem Bekanntenkreis haben viele mit Mitte 20 Kinder bekommen, aber verheiratet ist bislang nur einer.  

Sind Sie der Typ für ein Leben im Reihenhaus?
(lacht) Wer würde denn darauf mit Ja antworten? Nein, ich bin eher ein Mann für ein allein­stehendes Haus.

Romantische Komödien sind in aller Regel „Frauenfilme“. Ist „Männerherzen“ ein Männerfilm – oder ein verdeckter Frauenfilm, in dem das weibliche Geschlecht was über die Kerle lernen sollen?
Natürlich ist „Männerherzen“ ein verdeckter Frauenfilm! Eigentlich noch nicht mal ein verdeckter. (grinst) Bei solchen Filmen sind die Frauen diejenigen, die ins Kino gehen. Aber die Männer gehen eben mit, und dann ist es doch wunderbar, wenn sie sich im Film wieder finden. Bei „Doctor’s Diary“ ist es ganz ähnlich: Die Serie ist für Frauen gemacht, aber wenn die Männer zuschauen, freuen sie sich über die Figuren und sagen: „Genau so will ich sein! Oder: Ja, schenk der Alten mal so richtig ein!“

Niklas nimmt sich eine Auszeit, reist mit Rucksack durch Südamerika. Wäre das auch was für Sie?
In dieser Beziehung bin ich spießiger als Nik­las: Für mich wäre das gar nichts. Ich brauche im Urlaub etwas ganz Simples. Ich möchte in eine wunderschöne Gegend wie die Toskana, abends gut mit Freunden essen und mich dann in die Hängematte legen und den Geruch der Bäume und den Wind genießen. Wir haben in Osttirol im Winter mal eine Hütte gemietet, wo es so kalt war, dass das Wasser im Zimmer im Glas gefroren ist. Spülen musste man draußen im Brunnen. Und zum Duschen sind wir in ein Spaßbad nach Italien gefahren … Es war toll!

Sie sind ein erklärter Familienmensch, darum leben Sie in der Nähe Ihrer Eltern in München. Sehen Sie Ihre Familie oft?
Früher habe ich, wie alle Kinder, versucht, meine Familie so wenig wie möglich zu sehen. Das hat sich geändert. Wir gehen oft zusammen essen oder kochen. Nachher muss ich auch zu meinen Eltern und ihnen den Hund bringen.

In dem sehr witzig geschriebenen Lebenslauf auf Ihrer Website spielt Ihre zwei Jahre ältere Schwester eine zentrale Rolle …
(lacht) Damals waren das weniger entspannte Zeiten. Ich habe mir immer eine andere Schwester gewünscht, und sie sich auch einen anderen Bruder. Aber das hat sich grundlegend geändert. Ich bin sehr froh, sie zu haben. Und ich glaube, das beruht auf Gegenseitigkeit.

Sind Sie ein Beziehungsmensch?
(lacht) Wer würde denn von sich behaupten, dass er keiner ist? Klar – im Prinzip ja … Momentan bin ich allerdings Single.

Wären Sie auch jemand, der mit seiner Freundin zusammenwohnt, oder brauchen Sie Ihre Freiheit?  
Grundsätzlich schon. Aber jeder braucht seine Freiheit, auch wenn man zusammenlebt. Ich habe mal gelesen, dass es ein gutes Rezept ist, wenn jeder ein eigenes Zimmer hat. Man kann zusammen schlafen, muss aber nicht.

Schon mal mit einer Frau zusammengewohnt?
Nee, es ist immer davor gescheitert. (lacht) Nein, stimmt nicht: Einmal bin ich tatsächlich mit einer Freundin zusammengezogen. Aber das ist schon echt lange her.

Und woran ist es gescheitert? Torschlusspanik?
Nein, nein – wir hatten uns das schon gut überlegt. Gescheitert ist es an anderen Dingen.

Sie haben mal gesagt, dass man es nach einer Trennung nicht noch mal mit der Ex versuchen sollte. Sonst wäre das kein Fortschritt im Leben …
Das soll ich gesagt haben? Kann ich so nicht bestätigen: Ich war auch schon mal ein Jahr lang getrennt – und dann sind wir wieder zusammengekommen. Das war auch gut so, weil wir uns vorher auf Dinge eingeschossen hatten, die nach einem Jahr einfach nicht mehr wichtig waren. Letztlich ist es gescheitert, aber das war dann okay so. Mein Vater sagt zu Recht: „Es geht in einer Beziehung nicht immer um Liebe.“ Wenn man mit jemandem zusammenbleiben und vielleicht eine Ehe führen will, dann darf man nicht die Erwartung haben, dass jeden Tag die große Liebe herrscht. Manchmal braucht man einfach auch Durchhaltevermögen.

Das klingt sehr vernünftig. Vertrauen Sie in Beziehungsfragen eher aufs Gefühl oder den Kopf?  
Ich war schon immer ein sehr vernünftiger Typ. In einer Beziehung ist Vernunft auch nicht ganz daneben. Wenn man bei einem Streit immer aus dem Bauch heraus mit seinen Gefühlen argumentiert, hat das Gegenüber keine Chance. Wenn sie sagt: „Ich habe das Gefühl, du liebst mich nicht mehr“, kann man nur entgegenhalten: „Ich liebe dich aber!“ Das bringt einen nicht weiter. In meiner letzten Partnerschaft habe ich es allerdings gelernt, auf meine Instinkte und meinen Bauch zu vertrauen. Ich hab mich erst einmal so richtig verliebt, vorher war ich immer eher verunsichert. Als es mir erst spät, mit 27, passiert ist, wusste ich: Aha, das ist Liebe – klar! Und dann habe ich auch gelernt, diesem Gefühl zu vertrauen.

Hätten Sie denn gern wieder eine feste Beziehung?
Doch, ja, schon. Ich bin zu alt, um ein Dasein als Single zu fristen. (lacht) Dazu arbeite ich zu viel. Außerdem ist es jetzt echt lang genug her. Ich bin seit anderthalb Jahren Single und nach der Trennung hatte ich auch erst mal die Schnauze voll. Aber jetzt bin ich wieder bereit!   

Wir sind gespannt, was passiert …
(grinst) Wie denn? Wann denn? Wo denn?

Liebe am Arbeitsplatz vielleicht?
Nein! Keine gute Idee … Das kann natürlich passieren, aber ich werde das an meinem Set definitiv nicht forcieren.

Wir müssen noch über Dr. Marc Meier sprechen: In „Doctor’s Diary“ ist er der Held der Herzen – obwohl er ein Macho ist. Wie schaffen Sie das?
Man muss beim Spielen eine gewisse Balance finden. Am Anfang habe ich auch sehr mit mir gerungen. Ich muss aufpassen, dass die Figur nicht zu sehr zum Mistkerl wird. Natürlich sind seine Sprüche einfach super, aber es wäre fatal, wenn man die einfach rausposaunen würde. Darum überlege ich, wie ich selber Gretchen ärgern würde, wenn ich Marc Meier wäre.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie „Doctor’s Diary“ beruflich alles verdanken?
Sie meinen die Millionen, die ich damit gemacht habe? (lacht) Klar, auch wenn „Doctor’s Diary“ immer nur acht Folgen lang läuft, hat es mir beruflich einen ziemlichen Schub gebracht.

Sie drehen fürs Kino und TV, schreiben Dreh­bücher … Haben Sie noch Zeit für Hobbys?
Ich habe ja auch Musik studiert, darum spiele ich viel Klavier. Momentan habe ich mir ein Stück des Russen Prokofjew vorgenommen, an dem ich noch regelmäßig scheitere und die Grenzen meiner Technik sehr schnell kennenlerne. Aber es muss ja niemand hören. (lacht)

Eric Stahl