Tyra Banks: So wurde sie 15 Kilo los!

Eine andere Gewichtung

Hautenge Minikleider in Konfektionsgröße 36. Es kostete Tyra Banks große Überwindung, hineinzuschlüpfen und sich dem Spiegelbild zu stellen. Dass die Teile wie angegossen passten, stellte Tyra mit Stolz und echter Überrasch

Die erstarrte vor Schreck, als man ihr die Outfits fürs Fotoshooting zeigte:  In Amerika wurde sie, nachdem im Sommer 2007 unvorteilhafte Bikinifotos die Runde machten, als „Buletten-Banks“ verhöhnt. Tyra reagierte verletzt: „Die können mich alle mal!“, schimpfte sie in der US-Talkshow von Larry King. Ihren Gefühlsausbruch erklärte die Kalifornierin erst jetzt, zwei Jahre später: „Ich war frustriert, weil plötzlich keine Jeans mehr passte.“

Grund für die Gewichtszunahme: Der Abschied vom Laufsteg zugunsten ihrer TV-Show „America’s Next Top Model“. Tyra erklärt: „Als Moderatorin habe ich alle Diäten eingestellt. Und mir zum ersten Mal nach langer Zeit erlaubt, den Bauch vollzuschlagen. Oft kamen wir nach einem stressigen Drehtag alle zum Essen zusammen. Dann gab’s Speck, Sahnesoßen und Softeis. Ich fühlte mich wie im Schlaraffenland!“ Doch die Kalorienorgie blieb nicht ohne Strafe: Das Model futterte sich innerhalb weniger Monate von 58 auf 73 Kilo – bei einer Größe von 1,75 Metern. Ihre füllige Figur wurde zum Klatschthema. Erst recht, weil Tyra ihren Nachwuchsmodels auch Diättipps mit auf den Weg gab. Als „unglaubwürdig und maßlos“ gebrandmarkt, verlor die dunkle Schönheit nicht nur Sympathien, sondern auch Einschaltquoten.

Welche Frau hätte sich diese Kritik nicht zu Herzen genommen? Im Interview mit dem US-Magazin „People“ beteuerte Tyra damals: „Ich fühle mich immer noch sexy in meinem Körper“, beteuerte sie. Gab aber gleichzeitig zu: „Es gibt Tage, an denen ich fassungslos in der Umkleidekabine stehe und den letzten Muffin verfluche.“ Die Konsequenz: gnadenloses ­Süßigkeiten-Verbot.

Heute hat sie wieder Modelmaße – und singt ein Loblied aufs Dünnsein. „Ich fühle mich wohler mit weniger Gewicht. Ich schlafe besser, schnarche weniger und habe beim Sport  mehr Ausdauer.“ Nicht zu vergessen, dass ihr Körper wieder zu ihrem Kapital geworden ist – wie bei dem aktuellen Shooting in New York. Nötig hätte sie das Geld selbstverständlich nicht: Tyra toppt die aktuelle „Forbes“-Liste der TV-Moderatorinnen zur Primetime. In Zahlen: Vergangenes Jahr hat die Moderatorin (mit ihrer Castingshow und zahlreichen Gastauftritten – unter anderem bei „Gossip Girl“) über 30 Millionen Dollar gescheffelt.  

Fernsehzuschauer staunen aber nicht nur über ihre schlanke Silhouette. Denn Tyra hat sich gleichzeitig von Ballast anderer Art befreit: ihren Perücken. „Ich trage Haarteile, seit ich 17 bin“, verrät sie. Eine Armada von Friseuren hatte bislang dafür gesorgt, dass sich ihr Krauskopf in eine Wallemähne verwandelt. „Das ist mühsam und kostet Zeit, es zieht und zwickt“, klagte Tyra. Doch erst jetzt hat sie den Mut gefunden, darauf zu verzichten. „Ich wollte endlich mein wahres Gesicht zeigen“, sagt sie selbstbewusst. Und schmunzelt: „Außerdem ist es so schön praktisch, aus dem Haus zu gehen ohne sich vorher mit falschen Strähnen abkämpfen zu müssen.“

Passanten mussten in den Straßen von Manhattan also zweimal hinsehen, bevor sie das Topmodel erkannten. „Ein kleiner Kerl hat uns die ganze Zeit beobachtet“, erzählt sie. „Irgendwann kam er auf mich zu und meinte: ,Hey, Sie sehen aus wie Tyra – nur viel hübscher!‘“

Maren Gäbel