Renée Zellweger exklusiv

Über ihre größten Blamagen

Momentan scheint für sie an allen Fronten die Sonne. Renée Zellweger, 40, ist mit Hollywoods Shootingstar Bradley Cooper, 34, glücklich liiert, und auch beruflich könnte es nicht besser laufen. Egal, ob in der Liebe oder im Job: Waru

Kein Wunder, dass sie momentan gelassen auf ihre Karriere blickt „Heute Star, morgen Abstieg, übermorgen Comeback. Das sind alles nur Abstufungen desselben surrealen Zustands“, sagt sie. Vielleicht hat sie sich auch deshalb auf ihre Stärken besonnen und läuft in der romantischen Komödie „New in Town“ zu alter Form auf. Die knuffige Romanze, in der sie sich als knallharte Managerin beim Sanieren einer Firma im eisigen Ödland von Minnesota bewähren soll, und sich dort in einen feschen Naturburschen verliebt, ist ein hübscher Vorgeschmack auf den nächsten „Bridget Jones“-Fettnäpfchenmarathon – und Anlass zu einem Gespräch über peinliche Pannen und die wahren Werte des Lebens …

Businesslady entdeckt Kleinstadtidylle: Ist das ein glaubwürdiges Szenario oder modernes Märchen?
Oh, ich glaube absolut, dass unser Leben gerade in Metropolen heutzutage so schnell verlaufen kann, dass man überhaupt nicht mehr zum Nachdenken oder intensiven Fühlen kommt. Ständig zerrt jemand an einem herum, andauernd drängt ein Termin – da kann es leicht passieren, dass alle nur noch wie unter der persönlichen Glasglocke nebeneinander her leben. Eine Kleinstadt bietet ähnlich wie ein Strandurlaub ganz sicher erst mal Entschleunigung. Davon konnte ich mich selbst oft ­genug überzeugen.  

Wie bitte? Machen Sie Ferien auf Dörfern?
(lacht) Nein. Obwohl das nicht die schlechteste Idee ist. Aber es kommt öfter vor, dass ich wegen Dreharbeiten für ein paar Monate in einer kleinen Stadt lebe – und ehrlich gesagt genieße ich es immer, mich dort dem Lebensrhythmus anzupassen. Statt an freien Tagen im Hotelzimmer he­rumzulungern, erforsche ich die Gemeinde und gebe mich dem Charme der Menschen hin, die in kleinen Städten einfach authen­tischer sind.

Sind Sie wie im Film auch schon mal dem Charme eines örtlichen Natur­burschen erlegen?
Netter Versuch, aber über diese Seite meines Privatlebens werden Sie von mir keine Silbe hören. Nur so viel: Wenn’s ums Dating geht, bin ich so nervös und planlos wie jede andere Frau.

Sie kokettieren! Mit Bradley Cooper haben Sie derzeit einen sehr interessanten Mann an Ihrer Seite …
Wie gesagt: Bevor ich wie zu früheren Zeiten voreilig dummes Zeug hinsichtlich der Männer in meinem Leben ausplappere, halte ich lieber meinen Mund, was das angeht.  

Sie haben in Los Angeles und New York gelebt, stammen aber aus einer texanischen Kleinstadt. Wo fühlen Sie sich heute am wohlsten?
Ich wohne inzwischen in einer kleinen Stadt an der Ostküste und liebe die familiäre Atmosphäre dort. Dort kennt man seinen Bankberater noch persönlich – und wenn der Postbote kommt und etwas wichtig zu sein scheint, lässt er mir eine handgeschriebene Nachricht an der Tür. Solche Kleinigkeiten lassen mir einfach das Herz aufgehen. Auch weil es mich an Zuhause und die Unbeschwertheit meiner Jugend erinnert. Ich brauche solche Oasen der Ruhe, um alle Sorgen der Welt restlos hinter mir zu lassen.

Im Kino bestechen Sie oft mit Ihrem komödiantischen Talent. Haben Sie auch selbst schon für unfreiwillige Lacher gesorgt?
Ich bin nicht gefeit vor Blamagen. Einmal war ich zu einem Gala-Dinner geladen, vergaß mein Kleid und hielt meine Ansprache in Jeans. Oder mein berühmter Golden-Globe-Auftritt. Da bekam ich mal einen Preis, was nun wirklich nicht oft vorkommt – und im Moment der Vergabe war ich auf der Toilette, weil ich mich festgequatscht hatte. (lacht)

Nehmen Sie solche Missgeschicke mit Humor?  
Natürlich. Jeder benimmt sich gelegentlich wie ein Volltrottel, und dann hat man die Wahl, an der Peinlichkeit zu ersticken oder sich die ­eigene Verletzlichkeit einzugestehen. Ich plädiere für Letzteres, weil ich eben weiß, dass ich in jeder Sekunde etwas Dummes oder Lächerliches sagen kann. Aber nur weil ich um meine Schwächen weiß, ist das noch lange kein Grund, mich in unangenehmen Situationen nicht auf Stärken zu besinnen – auf Humor, beispielsweise.

Letzte Frage: Ist etwas dran an den Gerüchten, dass Sie noch einmal Bridget Jones spielen?
Wir führen Gespräche über einen weiteren Film und ich hätte Lust, wieder dabei zu sein. Es dürfte aber keine Wiederholung des bereits Gesehenen werden – ich mag Bridget viel zu sehr, als dass ich es ihr zumuten könnte, immer noch mit Tollpatschigkeit für Lacher zu sorgen und Traumprinzen zu jagen. All die Jahre später wäre sie eine reife Frau – und wir müssten dieser Entwicklung auch Rechnung tragen.

Roland Huschke