Victoria Beckham: Die Kinder rebellieren

Kann sie die Familie zusammenhalten?

Sechs Monate wird David Beckham in Mailand Fußball spielen. Seine Familie lässt er in Los Angeles zurück. Doch seine Söhne rebellieren – weil sie den Gedanken an eine Trennung von ihrem Vater nicht ertragen. Kann Victoria Beckha

Bisher waren die Beckham-Sprösslinge für ihre gute Erziehung bekannt – und dafür, sich in der Öffentlichkeit stets vorbildlich zu verhalten. Doch in den letzten Wochen hat sich das dramatisch verändert: Seit die Eltern Brooklyn, 10, Romeo, 7, und Cruz erzählt haben, dass ihr Vater im Januar wegzieht, hängt der Haussegen schief. Sechs Monate wird David Beckham in ­Mailand Fußball spielen. Seine Familie bleibt in Los Angeles: "Wir wollen die Kinder nicht aus ihrem gewohnten Umfeld reißen", erklärt

David die Entscheidung, die ihm sichtlich nahegeht. "Sie kommen mich zwar alle acht Wochen besuchen, aber ich hasse es, von meiner Familie getrennt zu sein." Jetzt, wo sich heraus­stellt, wie sehr seine Kinder unter dem drohenden Verlust des Vaters leiden, wird es für ihn sicher noch schmerzvoller werden.  

Um den Kummer der Kids zu mindern, verbringt David jede freie Minute mit ihnen. Sie spielen Baseball, er versucht sich mit ihnen im Football und verwöhnt sie mit großen Eis­bechern. Außerdem sind die Jungs bei jedem Spiel von LA Galaxy dabei, dürfen nach dem Abpfiff sogar strahlend vor Stolz zu Daddy auf den Platz rennen. Momente, die es David noch schwerer machen, nach Mailand zu ziehen. Denn seine Söhne überschütten ihn mit zärtlicher Zuwendung wie fröhlichem Gelächter, innigen Küssen und Umarmungen. Mehr noch: Wenn er in der Nähe ist, ist ihr Verhalten tadel­los. Fast so, als ob sie ihm unausgesprochen sagen wollten: "Wir sind immer lieb, nimm uns doch bitte mit nach Europa!"

Ihren Frust und ihren Groll lassen die Jungs dafür an ihrer Mutter aus! Und mit den eisigen Mienen und der Bockigkeit ihrer Söhne ist Victoria zusehends überfordert. Zwar weiß sie instinktiv, warum ihre Kinder so rea­gieren, und versucht alles, um sie emotional aufzufangen, aber auf Dauer kratzt es immens am Nervenkostüm, sich gegen drei aufgedrehte Wildfänge durchzusetzen. Aber als verantwortungsbewusste Mutter weigert sie sich, die schlechte Laune der Kids einfach so hinzunehmen oder sie gar mit Geschenken bestechen zu wollen. "Kinder brauchen Grenzen", stellt Victoria klar, die Wert darauf legt, dass sich ihre Jungs bei ihren Schulfreunden nach einer Verabredung zum Spielen schriftlich bei ihnen bedanken!  

Dass sie sich mit diesen Regeln nicht gerade­ beliebt macht, ist Victoria durchaus bewusst. Aber sie weiß auch, dass es das Los einer jeden Mama ist, Entscheidungen treffen zu müssen, die den Kindern so nicht passen und gegen die sie rebellieren. Es bleibt Victorias Aufgabe, den drei Söhnen Manieren und Moral beizubringen, die Hausaufgaben zu überwachen und gelegentlich ein Machtwort zu sprechen. Klar, dass die Jungs es mehr genießen, mit ihrem Vater zu toben und von ihm verwöhnt zu werden. Er kauft ihnen schließlich Sahneeis, während Victoria den Jungs nur die gesündere Variante aus gefrorenem Joghurt gestattet.

Dass es ab jetzt nicht leichter wird, ist den Beckhams bewusst. Vor allem, weil Victoria gerade eine neue Jeanskollektion auf den Markt gebracht hat und diese eigentlich promoten müsste. Doch der Gedanke, die Jungs allein zu lassen, wenn schon der Vater als Bezugsperson fehlt, liegt ihr fern. Nicht umsonst hat die Stilikone einige Auftritte in Europa abgesagt – oder zumindest verschoben. Brooklyn, Romeo und Cruz sollen fühlen, dass sie das Wichtigste auf der Welt für beide Eltern­teile sind und dass eine zeitlich begrenzte Trennung daran nichts ändern wird.

Kathrin Kellermann