Whitney Houston: Wird ihr alles zu viel?

Ihr Comeback erweist sich als große Hürde

Buhrufe in der Moskauer Olympiahalle. Das hatte sich Whitney Houston anders vorgestellt. Schließlich sollte ihr Tournee-auftakt im Dezember glamourös und unvergesslich werden – und sie zumindest ein wenig für ihr skandalgeschütt

Alles scheint gegen Whitney Houston zu laufen. Ihr Konzert in der russischen Hauptstadt setzte der Diva noch eins obendrauf: Ihre Hits wie "I Will Always Love You" wurden von Pfeifkonzerten untermalt. Weil die Drogen­exzesse der Vergangenheit nicht ohne Folgen für Whitneys Stimme geblieben sind, hielt sie nicht länger als einen Refrain durch, sodass die meiste Arbeit von ihren vier Background-Sängerinnen verrichtet werden musste. Und als Krönung bekam das einstige Stimmwunder mitten auf der Bühne einen Heulkrampf. "Meine Stimme ist in Tränen erstickt“, schluchzte sie ihren russischen Fans zu, die verständnislos "Dawai, dawai" (dt: "Los, los!") grölten.

Dabei stand Whitneys Comeback eigentlich unter einem guten Stern. Ihr Album
"I Look To You" wurde in den höchsten Tönen gelobt und brachte sie nach sieben Jahren Auszeit auf der ganzen Welt in die vordersten Chartpositionen. Aber schon bei ihrem "Wetten, dass ..?“-Auftritt am 3. Oktober wirkte die Sängerin merkwürdig abwesend und verwirrt. Kehrte der Ruhm nach mehreren Entzugsthera­pien und der desaströsen Ehe mit Bobby Brown, 40, doch zu schnell zurück?

Die Karriere ist nur eine Baustelle in Whitneys Leben. Ihre Tochter Bobbi Kris­tina steckt mit 16 Jahren gerade mitten in der Pubertät und Whitney lässt im Interview oft durchblicken, dass der häusliche Segen zurzeit extrem schief hängt. "Wenn sie sauer ist, sagt sie: 'Verdammt, ich bin heute so frustriert.‘ Manchmal streiten wir uns ganz furchtbar." Mit aller Kraft versucht sie, eine gute Mutter zu sein. "Ich verurteile Bobbi nicht. Ich möchte nicht, dass sie das Gefühl hat, sie könnte mit ihren Problemen nicht zu mir kommen", so Whitney. Nur zwischen Konzerten, TV-Auftritten und Therapiesitzungen wird die Zeit für Bobbi etwas knapp.

Anna-Julia Meyer