Das zweite Gesicht von Charlie Sheen

Drohungen, Gewalt und Drogen

Das zweite Gesicht von Charlie Sheen. Ermittlungen nach der Prügel-Attacke auf seine Frau offenbaren dunkle Seiten des Schauspielers. Es geht um Gewalt, Drogen und zwei hilflose Zwillinge...

Wenn Eltern sich streiten, sind sie die Leidtragenden: die Kinder. So auch bei Charlie Sheen, 44, und Ehefrau Brooke Mueller, 32. Seit sich das Paar Weihnachten so gestritten hat, dass der Schauspieler seine Frau gar mit einem Messer bedrohte, sorgen sich nicht nur enge Freunde um das Wohl der zehn Monate alten Zwillinge Bob und Max. Auch das zuständige Jugendamt des US-Bundesstaats Colorado hat sich nach der Prügel-Attacke im Winterurlaubsort Aspen eingeschaltet und Brooke, bei der die Kinder derzeit sind, einen Besuch abgestattet.

Eine Vorsichtsmaßnahme, die offenbar berechtigt ist. Denn nicht nur Sheen ist berüchtigt dafür, öfter mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen, weil er lange Zeit seine Drogen- und Alkoholsucht nicht in den Griff bekam. Auch seine Ehefrau ist vorbestraft. 1996 verursachte sie in angetrunkenem Zustand einen Autounfall in Palm Beach, 2001 wurde sie in Miami wegen Kokainbesitzes angeklagt. Und offenbar sind das keine Sünden aus der Vergangenheit: Ein Bekannter plauderte aus, dass Brooke Anfang des Jahrtausends mehrfach in Kliniken war, um ihre Crack-Sucht zu behandeln. „Sie hatte große Probleme“, weiß der Insider. Den Drogen konnte die 32-Jährige abschwören – nur dem Alkohol nicht.

Es heißt, sie musste sogar in den Entzug, als sie mit den Zwillingen schwanger war. Das hat ihr Anwalt Yale Galanter zwar postwendend dementiert, aber Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Brooke und Ehemann Charlie Sheen, der 1998 fast an einer Überdosis  Drogen gestorben wäre, bleiben. Nicht umsonst verordnete der zuständige Richter in Colorado nach der Attacke in Aspen sofort, dass sich der Star aus „Two and a half Men“ seiner Frau und seinen Kindern nicht nähern darf. Immerhin  ist bekannt, dass der Schauspieler in der Vergangenheit Ex-Freundinnen krankenhausreif geschlagen hat. Doch auch Brooke gilt bei den Beamten nicht als Unschuldslamm: Erst nach umfangreicher Prüfung durch Psychologen und Polizei wurde entschieden, dass die Kinder bei der Mutter in Aspen bleiben dürfen.

Charlie Sheen hingegen ist zurück in Los Angeles – und wieder am Set. Den angeordneten Drogentest hat er bestanden,  zudem war er bereits bei einem Treffen der anonymen Alkoholiker. Und er tut derzeit alles, um seinen Ruf zu retten. Nicht nur, weil sein Werbe-Deal mit der Unterwäsche-Firma Hanes nach dem Familien­drama geplatzt ist, sondern auch, weil Sheen Angst vor der Zukunft haben muss. Wird er am 8. Februar vom Gericht in Colorado schuldig gesprochen, drohen ihm bis zu acht Jahre Haft!

Das Gefängnis will ihm seine Frau wohl ersparen. Hat sie erst mit Scheidung gedroht, schwenkt sie jetzt um. „Derzeit versuchen wir alles, um die einstweilige Verfügung aufzuheben, denn Brooke wünscht sich nichts sehn­licher, als wieder mit ihrem Ehemann vereint zu sein“, stellt ihr Anwalt Yale Galanter klar. Doch ist eine Versöhnung wirklich das Beste für die Kinder? Selbst Brookes Mutter Miora Fiore hat ihre Zweifel: „Meine Tochter will ihm noch eine Chance geben. Aber ich stehe dem Ganzen mit gemischten Gefühlen gegenüber.“ Zumindest haben Sheen und Mueller bereits verlauten lassen, sich einer Paartherapie unterziehen zu wollen. Ihren Söhnen wäre es zu wünschen – und auch, dass die Eltern endlich vom Alkohol loskommen.

Kathrin Kellermann