Britney Spears: Zerstört ihr Vater ihr Leben?

Nächster Zusammenbruch ist vorprogrammiert

Britney Spears wirkt angespannt, gestresst und verzweifelt: Noch immer darf die Sängerin nicht über ihr Leben bestimmen. Die Gefahr eines Zusammenbruchs ist groß.

Es sollte ein Meilenstein in ihrem Leben werden: Britney Spears, 28, hatte fest damit gerechnet, ab sofort wieder frei zu sein. Frei von ihrem Vater, der seit Februar 2008 ihr gesetzlicher Vormund ist, und endlich frei, um sich das Sorgerecht für ihre beiden Söhne Sean Preston, 4, und Jayden James, 3, zurückzuerkämpfen. Doch dieser Traum ist geplatzt! Obwohl die Anwälte der Pop-Prinzessin sie akribisch auf die psychologischen Gutachten vorbereitet hatten und sich große Chancen ausrechneten, bei der Verhandlung Mitte Januar zu punkten, entschied der Richter anders: Vorerst bleibt Britney unter der Fuchtel ihres Vaters Jamie! Offiziell heißt es, um die labile Künstlerin vor sich selbst zu schützen. Doch es ist ausgerechnet diese Vorsichtsmaßnahme, die Britney Spears wieder an den Rand eines Zusammenbruchs bringt!

Einen Ausraster hat sich die Sängerin bereits geleistet: Vor wenigen Wochen soll sie ihren Vater auf offener Straße angeschrien, sich vor lauter Wut die eigenen Haare ausgerissen und in ihrer Hilflosigkeit sogar mit Selbstmord gedroht haben! Ein Augenzeuge dieser Szene erinnert sich an Britneys erschütternde Worte: "Sie würde sich was antun, wenn er sie weiterhin wie eine Gefangene behandelt.“ Eine Drohung, die im Hinblick auf Britneys verletzlichen Seelenzustand durchaus ernstzunehmen ist. Ihr Vater soll darauf aber nur lapidar geantwortet haben: "Dann lasse ich dich eben einweisen!“

Sieht er denn nicht, wie sehr seine Tochter unter seiner Herrschaft leidet? Und dass ihr die angespannte Situation so sehr zusetzt, dass der Frust über die Fremdbestimmung und die daraus resultierende Mutlosigkeit sie tatsächlich zu einer schrecklichen Kurzschlusshandlung treiben könnte? Psychologen wissen: Nicht selten sind Selbstmordversuche verzweifelte Hilfeschreie. Ein letztes Aufbäumen, um endlich wahrgenommen zu werden – in der eigenen Hilflosigkeit …
Erste Anzeichen, dass Britney auf einen Zusammenbruch zusteuert, gibt es schon. Seit dem Ende ihrer Welttournee im Dezember und der Rückkehr nach Los Angeles weigert sie sich, in ihre Villa zu ziehen, wohnt lieber im schicken "Mondrian Hotel“. "Ihr fehlt der Trubel, wenn sie eine Tournee beendet hat“, erzählt ein Hotelangestellter. Kein Wunder: Nachdem sie monatelang von zahlreichen Menschen umgeben war, muss ihr die Abgeschiedenheit ihres Domizils in Calabasas erschreckend vorkommen.

Zu dem seelischen Kummer und der Verlustangst kommt der körperliche Stress. Wirklich Zeit zum Ausspannen, Relaxen und um endlich innerlich zur Ruhe zu kommen, hat Britney Spears nämlich nicht. Nach ihrem erfolgreichen Comeback 2009 ist sie weltweit wieder heiß begehrt – und steht bereits im Studio, um ein neues Album aufzunehmen. Auf Drängen ihres Vaters Jamie Spears, versteht sich. Mit dem geriet die Sängerin schon während ihrer "Circus“-Tournee aneinander, weil er weit mehr Termine einplante, als sie eigentlich wollte und letztendlich körperlich hätte verkraften können! Immerhin hat sie durch die anstrengenden Shows, die Jamie ihr aufzwängte, im vergangenen Jahr ein Vermögen von einer Milliarde Dollar angehäuft! Zugriff auf das Geld hat jedoch nur ihr Vater! Britney selbst bekommt nur 1000 Dollar die Woche. In Hollywood ein Witz …

Kein Wunder, dass sie gegen die Fesseln rebelliert, die Jamie ihr angelegt hat. Erst vor einigen Wochen ließ sich die Multimillionärin zu einem (verbotenen) Einkaufsbummel hinreißen. Und weil ihr alle eigenen Kreditkarten abgenommen wurden, zahlte sie mit der Karte ihres Bodyguards! Zugegeben: Das klingt nach einer normalen Trotzreaktion. Dafür sind aber andere Verhaltensweisen der 28-Jährigen besorgniserregend. Besonders, dass sie sich plötzlich wieder einen britischen Akzent zulegt! Wir erinnern uns: Kurz bevor sie 2008 in die Psy­chiatrie des Cedars-Sinai Medical Center zwangseingewiesen wurde, weil sie sich mit Söhnchen Jayden James im Badezimmer verschanzt hatte, irrte Britney stundenlang in ihrem Auto durch die Straßen von Los Angeles. Schließlich stieg sie in desolatem Zustand weinend aus und redete mit Bäumen – mit aufgesetztem britischen Akzent!

Genau das tut sie gerade wieder! In ihrer Suite im "Mondrian Hotel“ verschlang sie buchstäblich alle Folgen der Zeichentrickserie „Family Guy“ – und imitiert seitdem mit Begeisterung das Baby Stewie, das wie ein waschechter Engländer plappert. Pure Begeisterung für eine Filmfigur oder ein weiteres Indiz dafür, dass Britney Spears wieder im Begriff ist, sich selbst komplett zu verlieren? Verwunderlich wäre es nicht: Denn wie soll eine junge Frau ihre Identität finden, wenn sie eine Gefangene ist?  

Kathrin Kellermann