Drew Barrymore: Über die Beziehung zu ihrem Ex

Intime Geständnisse

Was läuft da eigentlich mit Justin Long? Erstmals spricht Schauspielerin Drew Barrymore über die Beziehung zu ihrem Ex-Freund.

Es geht es um das angespannte Verhältnis eines Vaters zu seinen Kindern. „Everybody’s Fine“, der aktuelle Film von Drew Barrymore, greift ein heikles ­Thema auf. Und es wird sicher nicht ganz einfach, mit der 35-Jährigen darüber zu sprechen: Die Schauspielerin hatte selbst eine problematische Beziehung zu ihrem Vater. In ihrer Biografie „Little Girl Lost“ schreibt sie über die Alkohol- und Drogensucht von John Drew Barrymore († 2004), über Streit und häusliche Gewalt. Ein heikles Thema also.

Doch als uns Barrymore zum OK!-Interview empfängt, sind alle Bedenken verflogen. Sie klammert sich nicht an die Vergangenheit – stattdessen wirkt das Energiebündel extrem gut gelaunt, sagt: „Heute wird ein schöner Tag. Das dachte ich schon beim Aufstehen.“ Klingt ganz nach Frühlingsgefühlen und Schmetterlingen im Bauch …

Sind Sie immer so gut drauf?
Meistens. Ich bin durch und durch ein positiver Mensch. Meine langjährige Freundin Cameron Diaz sagt immer, dass ich viel Sonne in mir habe. Ich hoffe, das stimmt. Aber natürlich ist – wo viel Sonne ist – auch Schatten. Und manchmal sogar finsterste Dunkelheit. Davon lasse ich mich nicht mehr so beeinflussen. Im Laufe meines Lebens habe ich gelernt, meine Dämonen in Schach zu halten.

In „Everybody’s Fine“ geht es um eine kaputte Familie. Kommen da Erinnerungen hoch?
Sie meinen bezüglich meiner eigenen Familie? ­Sicher, aber dazu brauche ich keinen Film. Wie alle Welt wohl weiß, lief es bei mir ja nicht so rosig. Mein Vater hat sich kurz vor meiner Geburt von meiner Mutter getrennt. Und sie war wohl mit der ganzen Situation etwas überfordert. Meine Eltern sind keine schlechten Menschen. Sie hätten nur kein Kind in die Welt setzen sollen. Aber zum Glück habe ich mich mit meinem Vater noch vor seinem Tod versöhnt. Jetzt haben wir beide unseren Frieden.

Sie standen sehr früh auf eigenen Beinen …

Ja, da war ich gerade einmal 15 Jahre alt. Damals hatte ich zwar finanziell keine Probleme, aber viele in so ziemlich allen anderen Lebensbereichen. Aber das ist Schnee von gestern. Ich habe mich längst gefangen.

Aber Erfahrungen, die wir in der Kindheit machen, prägen unser gesamtes späteres Leben.
Zweifellos richtig. Die Abwesenheit meines Vaters hat sicher mein Männerbild beeinflusst. Und das Verhältnis zu meiner Mutter … ach, das Thema lassen wir besser. Auch, dass ich noch keine Familie und Kinder habe. Aber bevor ich meinen Kindern kein stabiles und sicheres Heim geben kann, muss dieser Traum noch auf seine ­Erfüllung warten.   

Dabei sollen Sie Ihren Mr. Right schon gefunden haben. Immerhin sind Sie – nach einer kurzen Trennung – wieder mit dem Schauspieler Justin Long zusammen.

Justin und ich sind tatsächlich ein Herz und eine Seele. Mehr will ich dazu aber nicht sagen. (lächelt)

Sie drehen einen Film nach dem anderen, haben eine eigene Produktionsfirma gegründet und letztes Jahr sogar mit „Whip It“ ihr Regiedebüt gegeben …
Sieht fast so aus, als ob ich wieder zum Workaholic geworden bin, oder? Dabei habe ich mir geschworen, dass ich in diese Falle nicht mehr tappe.
Was ist wichtiger: Freundschaft oder Liebe?
Beides gleich. Freundschaft und Liebe sind das Wichtigste im Leben. Und in einer guten Beziehung geht das sowieso Hand in Hand. Zu meinem großen Glück gehört, dass ich immer Freunde hatte. Ich meine echte Freunde, die mich auch in der Not nie im Stich lassen. Einer der wichtigsten „Männer“ in meinem Leben ist Steven Spielberg. Er ist nicht nur mein Taufpate, sondern auch mein Mentor, mein Schutzengel, mein Ratgeber und ­väterlicher Freund. Und auf meine beste Freundin Cameron lass’ ich sowieso nichts kommen!

Sie sind eine Frau mit viel Lebenserfahrung. Liebt es sich da leichter?
Ich glaube schon, dass einem viel Lebens- und Liebeserfahrung hilft, Menschen besser verstehen und begreifen zu können. Aber eine Garantie für eine gute und funktionierende Beziehung ist das leider noch lange nicht.  

Wie würden Sie eine „gute Beziehung“ beschreiben?
Man muss sich 100-prozentig vertrauen können. Und der andere muss für einen da sein, wenn man ihn braucht. Eine gute Beziehung ist eine aufregende Mischung aus Liebe, Freundschaft und Sex.

Gibt es einen Männertyp von dem Sie sich besonders angezogen fühlen?

Mir ist das Aussehen nicht ganz so wichtig. Ich glaube, wenn Sie sich ein paar von meinen Ex-Männern in Erinnerung rufen, werden Sie mir zustimmen. (lacht) Mein Traummann sollte intelligent sein – und vor allem aber ein großes Herz haben. Und er muss seine Gefühle zeigen können. Und über die selben Dinge lachen zu können, verbindet ungemein.

Sie sagten einmal, dass Menschen, die glücklich sind, auch immer sexy sind …
Ich finde Menschen, die mit sich und ihrem Leben im Reinen sind, haben meistens eine Ausstrahlung, die sie für andere sehr attraktiv macht. Was wirklich zählt sind letztlich eben doch die inneren Werte. Was habe ich davon, wenn ein Mann toll aussieht und dumm wie eine Hutschachtel ist? Nichts! Mein Lebenspartner soll mich dazu stimulieren, ein besserer Mensch werden zu wollen.

Und wenn Sie mal Liebeskummer haben – wie kommen Sie am besten darüber hinweg?

Ich heule mich erst mal aus, dann treffe ich mich mit Freunden, mache lange Spaziergänge – und schaue mir lustige Filme an. Manchmal gehe ich auch los und kaufe mir ein paar neue Klamotten.  

Gemma Bailey