Raubt Madonna ihrer Tochter die Kindheit?

Sie drängt Lourdes ins Rampenlicht

Kinofilm, Modedesign, Auftritte als Tänzerin: Die Queen of Pop macht aus ihrer erst 13-jährigen Tochter einen Kinderstar. Kann das gut gehen?

Man nennt sie einen Adrenalin-­Junkie. Madonna denkt mit 51 noch lange nicht ans Aufhören. Im Gegenteil: "Ich kann mir vorstellen, noch mit 60 auf Tour zu gehen", verriet sie gerade. "Im Herzen bin ich eine Zigeunerin." Der Erfolg treibt sie an: Für Dolce & Gabbana hat sie gerade sechs Sonnenbrillen entworfen (ab Mai erhältlich), der Vertrag mit dem Konzertveranstalter Live Nation ist unterschrieben und bald klettert sie zum zweiten Mal auf den Regiestuhl: Sie dreht das Historien­drama "W. E" – mit Ewan McGregor in der Hauptrolle.

Madonna hat noch eine weitere Mission: Sie protegiert die Karriere der Menschen, die sie liebt. Ihrem jungen Model-Lover Jesus Luz, 23, verschaffte sie bereits einen Plattenvertrag und außerdem fördert die ehrgeizige Mutter mittlerweile intensiv die Talente ihrer Tochter Lourdes. Die 13-Jährige möchte unbedingt in die Fußstapfen ihrer Mutter treten: "Sie hat klar geäußert, dass sie Karriere machen will – entweder in der Unterhaltungs- oder Mode­industrie", so ein Bekannter der Familie. Da­rum besucht sie auch die "Manhattan’s Professional Children's School", auf der schon Stars wie Scarlett ­Johansson und Sarah Jessica Parker das Schauspielen beigebracht wurde.

Lourdes' Ehrgeiz und ihr hartes Training zahlen sich nun aus: "Dank jahrelangem Tanzunterricht ist sie bereits eine unglaub­liche Tänzerin, obendrein hatte sie auch schon Gesangs­unterricht", weiß der Bekannte. Sie debütierte 2009 in Madonnas Musikvideo "Celebration", dieses Jahr darf Lourdes mit einer kleinen Rolle in "W. E." ihr Schauspiel­talent unter Beweis stellen. Außerdem entwarf sie mit ihrer Mutter gerade eine Kinderkollektion mit dem Namen "Material Girl" für die US-Kaufhauskette Macy’s: „Sie hat einen so guten Modegeschmack,“ schwärmt Madonna von ihrer Tochter.

Dass Lourdes Talent hat, ist unbestritten. Dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass Mama vor allem ihre eigenen Ziele verfolgt. "Lourdes erinnert mich an meine Jugend", sagt Madonna, die selbst mit 19 zum Superstar wurde und die 13-Jährige nun ganz offensichtlich darin unterstützt, diesen Weg noch schneller zu gehen. Ein immenser Druck für einen pubertierenden Teenager. Sofort denkt man an Kinderstars, die viel zu früh ins Rampenlicht gedrängt werden, in den Himmel gelobt werden und dann tief fallen, sobald sie die an sie gestellten Anforderungen nicht mehr erfüllen können.

Jennifer Hartfeld