Sido rechnet gnadenlos ab

Exklusiv-Interview

Deutschlands Bad Boy wird solide. Na ja, zumindest fast - Ein paar Angewohnheiten verliert man eben nie so ganz: Im exklusiven OK!-Interview spricht Sido ganz offen über Hochzeitspläne, das Eigenheim und ganz viel Gras ...

Mit Seitenscheitel und schwarzem Wollpullover erwartet uns Paul Würdig, so Sidos richtiger Name, in Berlin zum Interview anlässlich seiner Live-DVD „MTV Unplugged – Live aus’m MV“. Nur der glimmende Joint im Aschenbecher erinnert an einen Rüpel-Rapper. Doch der will der 29-Jährige gar nicht mehr sein …

Mit Ihrer „MTV Unplugged“-DVD reihen Sie sich in die Riege der Superstars wie R.E.M., Kiss und Bon Jovi ein. Wie war’s?
Das war harte Arbeit. Wir haben vier Monate geprobt. Das ganze Bühnenbild ist meine Idee. Wenn mein Name auf dem Ding steht, soll es mich auch repräsentieren. Ich bin eigentlich ein fauler Mensch, regle Dinge auf dem einfachsten Weg. Das war hier unmöglich. Ich konnte sogar nächtelang nicht schlafen.

Was war Ihr Highlight?
Der Auftritt von Stephan Remmler. Meine Mutter erzählt gern die Anekdote, dass ich mit knapp drei Jahren in Windeln und mit Kopfhörer vor dem Radio stand und die ganze Zeit „Da Da Da“ gesungen habe. Jedes Mal, wenn das Lied kam, bin ich extrem abgegangen.

Sie haben auch ein Kind. Ihr Song „Ein Teil von mir“ handelt von Ihrem Sohn und davon, wie schwer es mit 19 war, mit ihm umzugehen. Wie ist das Verhältnis heute?
Er wird zehn und wir haben ein gutes Verhältnis. Ein sehr gutes. (lächelt)

Überhaupt scheinen Sie ein familiärer Mensch zu sein: Nächstes Jahr heiraten Sie Ihre 23-Jährige Freundin Doreen. Wer hat den Antrag gemacht?
Am Valentinstag habe ich sie gefragt. Das finde ich auch wichtig. Alles andere wäre komisch.Ich war eigentlich nie fürs Heiraten. Aber je älter ich werde, desto wichtiger ist es mir, zur Ruhe zu kommen. Wenn man es als junger Mensch nicht leicht hatte – und in meinem Leben war immer viel Hektik –, dann sehnt man sich nach nichts mehr. Und dazu gehört für mich, zu wissen, wo man hingehört: Kinder und ein fester Wohnsitz …

Sind Sie der Typ „Haus, Vorgarten, Gartenzwerge“?
Keine Zwerge. Eher Haus, Vorgarten und in der Garage eine kleine Plantage. (grinst)

Wollen Sie noch mehr Kinder?
Ich will noch zwei Töchter. Doreen möchte auch Kinder, aber nicht jetzt. Das ist für mich als alter Mann natürlich nicht besonders entgegenkommend. Aber sie möchte, dass ich sie nicht unter Druck setze, und das verstehe ich.

Bald geht „Popstars“ wieder los. Warum sitzen Sie nicht mehr in der Jury?

Sie wollten meine Bedingungen nicht akzeptieren: Die dreifache Gage, ich manage die Siegerband und Detlef D! Soost sitzt nicht mehr in der Jury, weil sie mehr Fachkompetenz besitzen sollte. Letzteres wollten sie nicht genehmigen.

Ihr Ruf eines bösen Jungen hat damals sehr gelitten, weil Sie dafür zu nett waren. Stört Sie das?
Mein Image war mir nie wichtig. Das wurde mir auferlegt. Ich war immer der potenzielle Bösewicht. Ich rede umgangssprachlich, sage gern meine Meinung – aber ich bin ein normaler Typ.

Was sind Ihre Wünsche für die Zukunft?
Urlaub, Abstand von der Musik gewinnen. Ich habe gerade einen Tattoo-Laden in Berlin eröffnet. Ich hoffe, das bringt Ablenkung vom Alltag.

Meike Rhoden