Brad Pitt: Filme drehen statt Familie hüten

Er will zurück ins Rampenlicht

Nachdem Angelina sich beruflich austoben durfte, drängt es nun Brad Pitt zurück ins Rampenlicht. Und er will weit mehr, als nur ein paar neue Filme zu drehen. Ihrer Beziehung stehen unruhige Zeiten bevor.

Es war im Oktober 2008, als einer der begehrtesten Hollywoodstars unserer Zeit zuletzt seinem Beruf nachging. Seit den Dreharbeiten für „Inglourious Basterds“ hat Brad Pitt vor keiner Filmkamera mehr gestanden. Knapp eineinhalb Jahre – im schnelllebigen Filmbusiness eine kleine Ewigkeit. Knapp eineinhalb Jahre, in denen er sich mit einer anderen Rolle begnügte: Hausmann, Daddy von sechs Kindern, Mann im Hintergrund. Äußerlich dokumentierte es der schöne Brad, indem er sich einen Ziegenbart stehen ließ: Der Weltstar hat Pause.

Währenddessen drehte seine Lebenspartnerin Angelina Jolie, 34, Film um Film. Gab die rastlose und umtriebige Powerfrau, die zwischen Drehorten und UN-Missionen hin und her jettete. Dabei war sie es doch, die sich ganz der vielköpfigen Familie widmen wollte. Ebenfalls im Herbst 2008 gab sie zu Protokoll: „Die Kinder haben Priorität, ich werde ab jetzt weniger Filme drehen, vielleicht sogar ganz aufhören.“ Und damit nicht genug: „Ich werde mir mindestens noch ein oder zwei Jahre freinehmen“, versicherte sie in Interviews. Es sollte anders kommen. Wenige Wochen später drehte sie den Agenten-Thriller „Salt“, gerade stand sie für Florian Henckel von Donnersmarcks Thriller „The Tourist“ mit Johnny Depp vor der Kamera. So viel Präsenz zahlt sich aus – Angelina ist momentan heiß begehrt, spricht die Tigress im nächsten „Kung Fu Panda“-Comic, ist für die Rolle der Hexe in der Mammutproduktion „The Wizard of Oz“ im Gespräch.

Doch jetzt spielt Brad nicht mehr mit. Seine Karriere lag lange genug auf Eis. Fragt sich nur, ob die Beziehung das aushält. Denn im Hause Jolie-Pitt gab es einen Deal: Dreht der eine, kümmert sich der andere um die Kinder. In letzter Zeit anscheinend aber mit einer Karriere-Vorfahrtsregelung für Angelina. Brad reiste ihr stets brav mit den Kindern hinterher. Egal, wo Angelina sich gerade aufhielt, er war mit Maddox, 8, Pax, 6, Zahara 5, Shiloh, 4, Marcheline und Knox Leon, 1, stets in der Nähe. Das klappte prima. Brad hatte lange Zeit kein Problem damit, die zweite Geige zu spielen, verzichtete nur zu gern auf Hollywood und Glamour. „Ich will nur noch mit den Menschen zusammen sein, die ich liebe“, sagte er. Und schien seine Karriere ernsthaft infrage zu stellen: „Hollywood gehört den Jungen“.

Schluss damit! Brad will zurück ins Rampenlicht. Mit Macht bereitet er sein Comeback vor. So wird er ab Juli nun nach langer Anlaufzeit doch noch den Baseball-Film „Moneyball“ drehen. Bei den Filmfestspielen in Cannes nahm ein weiteres Langzeit-Projekt endlich Fahrt auf: „The Lost City of Z“. Die Dreharbeiten beginnen direkt im Anschluss. Und Brad Pitt hat noch mehr vor: Unter der Regie seines alten Freundes David Fincher, 47, wird er den Abenteuerfilm „The Tiger“ drehen. Letzte Woche traf er sich bereits in L.A. wieder mit Geschäftspartnern.

Auch in der Politik will Brad künftig mit­mischen. Freunde verraten: „Brad sieht da große Aufgaben für sich. So ist er geradezu beses­sen von der Idee, Marihuana zu legalisieren. Er glaubt, das wäre das größte Ding seit der Erfindung des Internets.“ Erfahrung auf diploma­tischem ­Parkett hat er ja bereits. So setzte er sich vor dem Kongress in Washington für ­soziale Belange ein und engagierte sich 2005 nach dem Hurrikan „Katrina“ beim Wiederaufbau von New Orleans. Große Pläne, für deren Realisierung sich in der Beziehung der beiden Superstars aber einiges zu ändern hat. Nicht nur, dass Angelina auf dem ­Zenit ihrer Karriere zurückstecken muss. Da immer mehr ihrer Kinder ins schulpflichtige Alter kommen, sollte die Nomadenfamilie allmählich sesshaft werden. Bislang passte sich das Familien­leben dem Karriereverlauf an, das wird künftig nicht mehr funktionieren. Schon bald wird also eines der Elternteile auf Ruhm, ­Glamour und Millionengagen verzichten müssen. Wie es aussieht, wird das Angelina sein. Aber wird sie da mitspielen? Und bleibt eine Hausfrau und Mutter langfristig attraktiv für Brad? Der Vollzeit-Daddy hat das gerade umgekehrt erfahren. „Er hat sich so viel um die Kinder gekümmert, dass der Zauber ihrer Liebe verflogen ist“, heißt es aus Brangelinas Umfeld.

Doch Angelina sendet schon erste ­Signale, beschwört in Interviews, wie viel Freude ihr die Kinder bereiten. „Mutter zu sein, hat mich gelehrt, geduldiger zu sein. Ich lache wieder“, verrät sie der britischen OK! Und: „Vielleicht werden wir eines Tages an einem Ort bleiben. Das werden die Kinder wollen.“ Sie weiß, was auf sie zukommt. Und bei Brad kommt jetzt erst mal der Bart ab.

Niklas Starnitzky