Naomi Campbell bestätigt Diamanten-Geschenk

Aussage vor UN-Tribunal

Heute musste Topmodel Naomi Campbell als Zeugin vor dem UN-Tribunal in Den Haag aussagen. Im Prozess um die Kriegsverbrechen von Liberias Ex-Diktator Charles Taylor bestätigte sie nun, doch Blutdiamanten erhalten zu haben. Bisher bestritt sie dies im

1997 hat Topmodel Naomi Campbell nach eigenen Angaben mehrere "schmutzige Steine“ während ihres Besuchs bei dem Ex-Präsidenten von Liberia erhalten. Wer der Absender der angeblichen Diamantengeschenke war, ließ die 40-Jährige jedoch offen.

In der Nacht brachten ihr zwei Boten ein Päckchen mit dem wertvollen Inhalt auf das Zimmer. Ob Charles Taylor ihr die Rohdiamanten überbringen ließ, wüsste sie allerdings nicht.

"Es war spät und ich war müde", antwortete sie, weshalb sie nicht gefragt habe, wer der Absender des Geschenks sei. Erst am nächsten Morgen öffnete sie das Paket und habe die Steine dann umgehend dem Chef eines Kinderhilfswerks übergeben. 

Ex-Dikator Charles Taylor soll während des Bürgerkrieges Ende der 90er in Sierra Leone Rebellen mit Waffen versorgt haben, die ihn dafür mit Rohdiamanten im Wert von Hunderten Millionen Dollar bezahlten.

Bisher beteuerte der 62-Jährige stets seine Unschuld. Taylor wird vorgeworfen, mitschuldig an Massenmorden, Vergewaltigungen, sexueller Versklavung, Folter, Plünderungen und der Zwangsrekrutierung von Kindern als Soldaten zu sein.

Sollte sich herausstellen, dass die Rohdiamanten tatsächlich ein Geschenk des Ex-Diktators waren, wäre dies ein wichtiger Erfolg im Prozess um das Kriegsverbrechen in Sierra Leone. Damit könne nämlich belegt werden, dass Taylor tatsächlich im Besitz solcher ungeschliffenen Diamanten war und schließlich direkt auch an den grauenvollen Vergehen beteiligt war.