Neues vom Blutdiamanten-Prozess

Mia Farrow widerspricht Naomi Campbell

Ärger für Naomi Campbell. Die Aussage von Mia Farrow vor dem Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag, deckt sich nicht mit ihren eigenen Angaben. Angeblich wusste das Model ganz genau, wer ihr im September 1997 die Blutdiamanten aufs Zimmer bringe

Aktuell wird in Den Haag der Fall des westafrikanischen Despoten Charles Taylor verhandelt. Der frühere Diktator von Liberia wird angeklagt, Rebellen während des Bürgerkriegs Ende der 90er Jahre mit Waffen versorgt und somit für grausame Verbrechen wie Massenmorde, Folterungen und Zwangsrekrutierungen von Kindersoldaten mitverantwortlich zu sein.

Im Tausch gegen die Waffen kassierte er angeblich Blutdiamanten. In Den Haag soll nun der Besitz der „schmutzigen Steine“ bewiesen werden.

Nach Naomi Campbell, wurde jetzt auch Hollywood-Star Mia Farrow geladen. Vor dem Gericht macht sie folgende Aussage: Als Campbell am Morgen nach dem Gala-Dinner von Nelson Mandela in Kapstadt neben ihr am Frühstückstisch saß, soll sie von der Diamantenüberraschung berichtet haben. Laut Farrow glaubte sie, dass die Boten „von Charles Taylor geschickt worden“ seien.

Diese Aussage steht allerdings im direkten Widerspruch zu Campbells Behauptung. Diese hatte noch am Donnerstag unter Eid beteuert, dass sie nicht gewusst habe, wer sie in der Nacht beschenkt hat. "Es war spät und ich war müde", antwortete sie, weshalb sie nicht gefragt habe, wer der Absender sei.

Sollte sich aber trotzdem herausstellen, dass die Rohdiamanten ein Geschenk des Ex-Diktators waren, wäre dies ein wichtiger Erfolg im Prozess um das Kriegsverbrechen in Sierra Leone. Jegliche Hoffnung wird jetzt in die Zeugenaussage von Carole White gesteckt. Die Ex-Agentin von Naomi Campbell soll Licht ins Dunkeln der Geschichte bringen. Sie war 1997 ebenfalls in Kapstadt vor Ort.