Regisseur Christoph Schlingensief ist tot

Sein letzter Vorhang ist gefallen

Traurige Nachricht aus Berlin: Christoph Schlingensief ist am Samstag gestorben. Mit vielen hatte der 49-Jährige es aufgenommen - doch den Kampf gegen den Lungenkrebs hat er verloren.

In künstlerischen und politischen Kreisen galt Schlingensief als "Wachrüttler", als "Enfant terrible" der deutschen Kulturszene. Immer wieder sorgte er mit seinen Inszenierungen für Aufsehen - nicht zuletzt weil er die Grenze von Politik und Kultur gern überschritt. Doch in den Jahren wurde seine Karriere von einer schrecklichen Krankheit überschattet: Krebs.

Anfang 2008 wurde bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert. Ihm wurde der linke Lungenflügel entfernt. "Ich war grade dabei, wieder ins Leben zurück zu kommen", sagte Schlingensief. Aber die Krankheit war nicht geheilt. Schon Ende des Jahres wurden zehn neue Metastasen entdeckt.  

Mit immer neuen Aufgaben und Projekten wollte Schlingensief gegen seine schwere Krankheit ankämpfen. Im Februar 2010 war er Jurymitglied der Berlinale - einer seiner letzten großen Auftritte.

Den Kampf gegen den Krebs machte Schlingensief öffentlich. "So schön wie hier kann's im Himmel gar nicht sein" nannte er sein Tagebuch der Krebserkrankung, das im April 2009 herauskam. Im August 2009 heiratete der Regisseur seine langjährige Freundin, die Kostüm- und Bühnenbildnerin Aino Laberenz. Das Paar wünschte sich Kinder.

Am vergangenen Samstag hat Schlingensief den Kampf gegen den Krebs verloren. Im Kreise seiner Familie starb der Regisseur kurz vor seinem 50. Geburtstag in Berlin.