OK! traf Drew Barrymore

Was läuft eigentlich mit ihrem Filmpart

In „Verrückt nach Dir“ spielen sie und Justin Long ein Liebespaar. Privat machen die beiden ein Geheimnis um ihre Beziehung. OK! will es genauer wissen …

Wenn jemand in Hollywood schwer zu durchschauen ist, dann sie. Drew Barrymore, 35, wurde mit sechs Jahren durch „E. T.“ berühmt – und danach für ihre Drogen- und Alkoholeskapaden berüchtigt. Als Teenager sagte sie sich von den Eltern los und regelte ihr Leben allein. Wahrscheinlich hat sie genau das so abgehärtet. Doch im ­Gespräch mit OK! taut sie schnell auf und redet sogar über Dinge, die sie eigentlich lieber für sich behält: ihre Gefühle für Filmpartner Justin Long, 32 …

In Ihrem neuen Film „Verrückt nach Dir“ geht es um verzwickte Fernbeziehungen. Könnten Sie lange von Ihrem Liebsten getrennt bleiben?
Das bin ich sogar schon mein ganzes Leben gewohnt. Gerade in meinem Beruf dreht man oft monatelang in einem verlassenen Winkel der Welt. Da bleiben dann nur Telefonate und stundenlange, nächtliche Video-Chats. Zum Glück ist das heutzutage günstig, sonst wäre von meiner Gage bald nichts mehr übrig! (lacht)

Haben Sie einen Tipp, damit die Liebe bei einer Fernbeziehung nicht auf der
Strecke bleibt?

Na klar! Man muss einander überraschen – wenn jemand plötzlich vor dir steht, den du fürchterlich vermisst und mit dem du nie gerechnet hättest, gibt es kein schöneres Gefühl. Für enorm wichtig halte ich auch die aussterbende Kunst des Briefeschreibens. Briefe sind romantisch, traditionell und man kann sie mit sich herumtragen. Gar nicht zu vergleichen mit E-Mails oder einer SMS.

Wie lange kann das gut gehen?
Dafür gibt es keine Regeln. Ich kenne Paare, die mussten und konnten sich auch über Jahre mit der Situation arrangieren. Der Druck ist insgesamt sicher größer, weil unweigerlich der Punkt kommt, an dem man sich entweder für einen gemeinsamen Ort entscheidet oder die Sache sein lässt. Sonst wartet man irgendwann im Altersheim mit voller Windel, dass der Lover endlich anruft. (lacht)   

Und wie bekämpft man die Sehnsucht?

Mit kluger Planung, da muss der Kopf dem leidenden Herzen helfen. Wenn man Absprachen trifft und genau weiß, wann das nächste Wiedersehen ansteht, ist immerhin das Unterbewusstsein beruhigt. Aber letztlich muss der Kern einer Partnerschaft stimmen, dann schafft man alles. Ganz gleich, ob man sich jeden Tag sieht oder durch Ozeane getrennt ist.

Haben Sie diese Erfahrungen auch mit Ihrem Filmpartner Justin Long gemacht, der ja auch nach Drehschluss ständig an Ihrer Seite ist …

Unsere Beziehung ging und geht durch alle möglichen Phasen. Justin ist mein ­bester Freund und der witzigste Mann, den ich je ­getroffen habe. Mehr möchte ich dazu nicht ­sagen.

Können Sie die Zusammen­arbeit mit dem eigenen Lebensgefährten denn
grundsätzlich empfehlen?

Warum nicht? Ich habe nie verstanden, warum Liebende nicht auch miteinander arbeiten sollten, schließlich teilt man doch auch sonst alles. In unserem Fall zweifelte ich keine Sekunde, dass die Kombination für den Film perfekt ist und unsere Chemie für die Story stimmt.

Dann war die Telefonsexszene im Film wohl nicht allzu peinlich ...
(lacht) Doch! Sehr sogar! In einem Moment steckt man in der Szene und baut Intimität auf. Bis man aufwacht und merkt, dass der Raum voller breitschultriger Techniker ist, während die Regisseurin schon über kinogerechtes Masturbieren in der nächsten Szene sprechen will. Man müsste schon ein Freak sein, um da nicht ab und zu einen roten Kopf zu bekommen.

Welche Qualitäten sollte ein Mann haben, um Sie umzuhauen?
Wie wäre es für den Anfang mit hoher Intelligenz, emotionaler Tiefe und unerschütterlichem Selbstbewusstsein?! (lacht) Nein, das klingt natürlich verlockend, doch der direkteste Weg in mein Herz ist Humor. Bringt mich
jemand zum Lachen, werde ich ihn nicht gleich lieben, aber ganz bestimmt sehr lange mögen.

In „Verrückt nach Dir“ spielen sie eine Journalistin. Haben Sie sich denn darauf auch gewissenhaft vorbereitet?

Nein, da haben Sie mich ertappt. Ich habe mein ganzes Leben mit Journalisten verbracht und glaube, den Beruf ganz gut zu verstehen. Wäre ich nicht Schauspielerin geworden, hätte ich selbst am liebsten als Reise­redakteurin oder Restaurant­kritikerin gearbeitet.

Was würden Sie sich selbst in einem Interview fragen?

Jedenfalls nicht das typische Zeug wie: Warum haben Sie diese Figur gewählt? Ja, warum wohl?! Offensichtlich gefällt sie mir! Ich würde eher versuchen, was mehr über den Interview­partner verrät. Aus welchen Gründen lügt jemand? Wie will jemand sterben?

Okay, kein Problem: Aus welchen Gründen lügen Sie? Und wie wollen Sie eines Tages sterben?

Oh nein, so haben wir nicht gewettet! (lacht) Ich bin zugegebenermaßen eine schwierige Gesprächspartnerin, weil mein halbes Leben öffentlich war und ich genau weiß, wie ich mich vor zu viel Neugier schütze. Auf jeden Fall eher mit Schweigen als mit Lügen, das mag ich nämlich gar nicht. Sterben möchte ich wie wohl jeder Mensch – ohne Schmerzen. Ich bin nur unentschlossen, ob es besser ist, vom Tod im Schlaf überrascht zu werden oder sich von seinen Nächsten verabschieden zu können. Darauf habe ich aber nun wirklich keine Antwort.

Eine Antwort fehlt auch noch: Sie haben vor einigen Jahren gesagt, mindestens fünf Kinder haben zu wollen. Besteht der Wunsch noch?

Das war etwas naiv und romantisch dahin­gesagt. Inzwischen weiß ich, welch fundamentale Veränderung schon ein einziges Kind bedeuten kann – und bevor ich diese fundamentale Entscheidung treffe, möchte ich noch ein wenig reifer und selbstloser werden, als ich es heute bin.

Roland Huschke