OK! traf Justin Timberlake

'Ich bin nur auf der Bühne Mr. Supercool'

Im OK!-Interview verrät Justin Timberlake, wer ihm den Rücken stärkt und wie er mit Gerüchten über sein Liebesleben umgeht.

Es ist still um ihn geworden. Zumindest musikalisch. In den letzten Jahren hat Justin Timberlake, 29, kontinuierlich an seiner Schauspielkarriere gefeilt – und ist mittlerweile gefragt wie noch nie. Sogar Regie-Guru David Fincher („Fight Club“) heuerte den Pop-Superstar an – das Ergebnis „The Social Network“ ist aktuell im Kino zu sehen. Doch Timberlake lässt sich das nicht zu Kopf steigen; im Gespräch mit OK! wirkt er geradezu schüchtern. Denn im Leben hat er es gelernt, vorsichtig zu sein – vor allem in der Liebe …

Wir sehen Sie momentan häufiger im Kino als auf der Bühne. Sind Sie dabei umzusatteln?
Die Popmusik ist nur so eine kleine Nebenbeschäftigung. (lacht) Offen gesagt – für mich ist die Schauspielerei momentan ein Hobby. Aber ein sehr inspirierendes. Deshalb nehme ich sie auch total ernst. Hier geht es viel intimer zu, als wenn du vor Tausenden Leuten auf der Bühne stehst und einfach alles herauslassen musst. Und das kann ganz schön aufreibend sein. Es gab Filme, da war ich während der Dreharbeiten psychisch völlig kaputt.

Und wer baut Sie dann wieder auf?
Das schaffe ich schon selbst. Ich habe es gelernt, mit Druck umzugehen. Ich musste das auch, denn so viele Leute haben Erwartungen an mich. Aber die Stärke dafür habe ich von meiner Familie. Meine Mutter und mein Stiefvater haben mir beigebracht, wie man auf dem Teppich bleibt. Denn letztlich bin ich ein Mensch wie jeder andere auch, selbst wenn ich alle möglichen Chancen in diesem Leben bekommen habe. Gerade deshalb kann ich es selbst manchmal nicht verstehen, wie atemberaubend sich meine Karriere entwickelt hat.

Dabei können Sie sicher weibliche Unterstützung gebrauchen. Mit Ihrer Freundin Jessica Biel scheint ja alles wieder zu laufen. Oder wären Sie viel lieber Single?
Es gab eine Zeit, da hatte ich viele Frauen­geschichten. Ich musste erst mal rausfinden, was ich will. Aber grundsätzlich habe ich lieber eine Beziehung. Aber es ist nicht ganz einfach, eine Partnerschaft zu führen – denn ich stehe eben
unter ständiger Be­ob­ach­tung. Die einzige Lösung ist es, möglichst Still­schweigen ­darüber zu be­wahren.

Aber es gibt ja in den Medien ständig Spe­ku­­lationen über Ihr Liebesleben …
Das nervt mich auch. Aber ich halte mich davon fern und versuche das, was über mich geschrieben wird, gar nicht erst zu lesen.

Was ist Ihr Erfolgsrezept für eine glückliche Beziehung?
Erst mal Ehrlichkeit – keine Spielchen. Und ich gehe auch nicht leichtfertig eine Partnerschaft ein, denn ich muss erst mal Vertrauen aufbauen. Dann gebe ich mich voll und ganz hin. Ich bin auch sehr romantisch, will aber auch lachen können. Wenn ich von bedingungsloser Liebe singe, kenne ich die aus eigener Erfahrung.

Manche Leute finden ja die große Liebe im Internet. Wie ist es da bei Ihnen?

So etwas brauche ich nicht. Ich nutze bestenfalls eine Webcam zum Chatten. Aber meine Beziehungen – ob zu Partnern oder Freunden –,
die finde ich im realen Leben.

Und die erleben auch den echten Justin Timberlake – und nicht den Superstar?
Ich verstelle mich nicht, bin ganz ich selbst. Nur so kann eine Beziehung funktionieren. Ich bin nur auf der Bühne Mr. Supercool, aber sofort nach einem Konzert bin ich ganz normal. Und jemand, der mich wirklich kennenlernen möchte, sollte mich auch so behandeln.

Bei einem inter­nationalen Sex­symbol dürfte das aber etwas schwerfallen …
Das Einzige, was ich mache, ist auf der Bühne zu übertreiben – schließlich sollen auch die Leute in der letzten Reihe etwas von meiner Show mitbekommen. Vielleicht lassen sich die Kids davon beeindrucken. Aber offen gestanden habe ich wirklich keine Ahnung, wie ich zu einem Sex­symbol geworden bin.

Brian Lester