Kate Middleton: Ihr neues Leben

Wird sie nach der Hochzeit wirklich glücklich?

Prinz William hat seiner Langzeit-Freundin endlich einen Antrag gemacht. Aber weiß Kate wirklich, worauf sie sich einlässt?

So offen zeigten sie ihr Glück noch nie. Er macht einen Witz, sie lacht, muss ihren Hut festhalten, damit ein Windstoß ihn nicht davonträgt. Prinz William von Wales, 28, und Kate Middleton, 28, sind Gäste einer Feier, es ist Ende Oktober. Kein Hintereingang, keine zeitversetzte Ankunft – das gab’s noch nie. Es folgen verliebte Blicke und ein Augenzwinkern. Sie wissen bereits, was in Großbritannien wenige Wochen später den Ausnahmezustand auslösen wird.

William hat Kate einen Antrag gemacht! Endlich! Acht Jahre musste sie auf diesen Moment warten. Drei Wochen trug der Prinz den Verlobungsring im Rucksack durch den Afrika-Urlaub („Ich habe ihn überallhin mitgenommen. Es hätte mächtigen Ärger gegeben, wenn ich ihn verloren hätte“, scherzte William). Der passende Augenblick kam in einer Lodge in Kenia. „Es war ungeheuer romantisch“, verriet Kate in ihrem ersten Interview über den Moment, in dem ihr Traumprinz die alles entscheidende Frage stellte. Die Erlaubnis der Queen, seiner Großmutter, hatte er eingeholt. Ihren Vater fragte er erst hinterher: „Ich dachte, wenn ich Kate zuerst frage, kann er nicht mehr Nein sagen.“

Wochenlang mussten sie ihr Glück geheim halten. „Es ist schön, es jetzt mit allen teilen zu können“, sagt William und strahlt seine Verlobte an. Sie strahlt zurück. Das steife Hofprotokoll ist für den Moment vergessen. Immer wieder wirft Kate einen kurzen Blick auf ihren glitzernden Verlobungsring. Es ist der Ring von Lady Di, Williams vor 13 Jahren verstorbenen Mutter. „Das ist meine Art, sicherzustellen, dass meine Mutter den Tag heute nicht verpasst“, erklärt William. Eine liebevolle, romantische Geste. Und ein Omen, welch schwierige Zeit Kate in Zukunft bevorstehen wird.

Die „alte“ Kate gibt es nicht mehr. Die junge Frau aus der Mittelschicht, deren Vorfahren Bergleute waren, die gern mit ihren Freunden feiern geht – von ihr wird jetzt Zurückhaltung erwartet, weiß TV-Moderatorin und Adelsexpertin Tamara Gräfin von Nayhauß: „Sie muss William bei offiziellen Anlässen zur Seite stehen und so­ziale Angelegenheiten übernehmen. Ihre
Aufgabe ist es, sich im Hintergrund zu ­halten.“ Ob Kate, die einst über William sagte: „Er kann froh sein, dass er mich hat“, das kann?

Die Erwartungen sind hoch. Das Königshaus fordert eine perfekte Thronfolger-Gattin, das Volk eine Arbeiter-Prinzessin. Der englische Journalist Tom Brady, der das erste Interview mit dem Paar führen durfte, prophezeite bereits: „Sie würden sich nie trennen – eher unglücklich sein.“ Paparazzi werden Kate auf Schritt und Tritt verfolgen, jeden Fehler dokumentieren. Williams verstorbene Mutter Diana ist ­daran zerbrochen.

Haifischbecken Royal Family – auch damit ist Lady Di nie klargekommen. Kates Familie wird in Zukunft in ihrem Leben eine nur untergeordnete Rolle spielen. So werden sie nie wieder gemeinsam Weihnachten feiern können, denn die Vergangenheit zeigt: Angeheiratete Familien sind im Königshaus nicht erwünscht.

Kate zahlt einen hohen Preis. Den sie akzeptiert: Dieses Jahr will sie ein letztes Mal mit ihrer Familie  Weihnachten verbringen. „Sie kennt die Regeln ganz genau“, weiß von Nayhauß. Schließlich hatte sie acht Jahre Zeit zu überlegen. „Ich wollte, dass es ein Zurück für sie gibt, falls es ihr zu viel wird“, erklärt William die lange Wartezeit auf den Antrag. Kate strahlt. Sie hat sich für ein nervenaufreibendes Leben entschieden. Aber auch für den Mann, der sie von Herzen liebt und auf dessen Antrag sie so lange warten musste. Glückwunsch zum Happy End.

 Hanne Riepenhoff