Michael Jackson Prozess: Plädoyers wurden vorgetragen

Endspurt im Prozess

Im Prozess um den Tod von Michael Jackson wurden die mit Spannung erwarteten Schluss-Plädoyers vorgetragen. Sein ehemaliger Leibarzt Conrad Murray ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Es war soweit: Nach einem Prozess, der sich über 6 Wochen zog und viele Zeugen vor Gericht traten, standen am gestrigen Donnerstag die Plädoyers beider Seiten an. Danach entscheiden die Geschworenen, bestehend aus sieben Männern und fünf Frauen, über die Schuldfrage von Conrad Murray der der fahrlässigen Tötung von Michael Jackson angeklagt ist.

Die Anklage, vertreten durch David Walgren rief die Geschworenen dazu auf Conrad Murray schuldig zu sprechen und attackierte ihn beim Plädoyer mit sarkastischen Äußerungen:

“Armer Conrad Murray ... jeder arbeitet gegen ihn.“ Laut Walgreen zeichnete sich der Umgang von Murray mit seinem Patienten Michael Jackson durch “Bizarres, unethisches, gewissenloses Verhalten“ aus und er fügte hinzu: “Deswegen sind wir hier.“

Conrad Murray habe im Umgang mit Michael Jackson “grob fahrlässig“ gehandelt. Er habe nach dem Jackson aufhörte zu atmen, verpasst den Notarzt zu rufen und sich erst darum gekümmert alle Beweise verschwinden zu lassen und andere Telefonate zu führen.

Als der Verteidiger auf Michaels verbliebene Kinder zu sprechen kam, wischten sich Jacksons Mutter, Katherine und seine Schwester La Toya, die im Besucherraum saßen, Tränen von der Wange.

“Das hat Conrad Murray nicht nur Michael Jackson angetan, sondern auch seinen Kindern.“ so Walgren.

Als Murrays Verteidiger Ed Chernoff an der Reihe war, behauptete er die Schuld an der Überdosis Propofol, die Murray seinem berühmten Patienten verabreicht haben soll, sei nicht glaubwürdig bewiesen worden. Er brachte wieder die Behauptung ins Spiel, Jackson habe sich die tödliche Dosis selber verabreicht, während der Arzt im Bad gewesen sei. Zudem sei der Prozess solch ein großes Spektakel, durch die Prominenz von Michael Jackson:

“Sie haben sie aufgefordert Conrad Murray zu verurteilen, für die Taten von Michael Jackson", so der Verteidiger und weiter behauptete er: “Wir sind zwei Jahre um dieses Thema herumgetänzelt. Wenn es sich um jemand anderes als Michael Jackson handeln würde, würde dieser Doktor heute hier sein?“

Die Geschworenen ziehen sich ab heute zur Beratung zurück. Wir dürfen also gespannt sein, wie das Urteil ausfallen wird.