Zu provokant? Lady Gaga-Konzert in Indonesien untersagt

Nach Protesten radikaler Islamisten

Sie fördere Satansanbetung und Homosexualität: Deshalb laufen indonesische Islamisten Sturm gegen ein geplantes Konzert von Lady Gaga. Und das mit Erfolg: Die Polizei des Landes hat nun den Auftritt des Pop-Superstars in Jakarta untersagt. 

Indonesien ist mit rund 240 Millionen Einwohnern das größte islamische Land der Welt. Und gerade hier ist Lady Gaga, 26, für konservative Muslime mit ihren schrillen Outfits, schrägen Bühnenshows und jeder Menge Freizügigkeit ein rotes Tuch.

Nach lautstarken Protesten hat die Polizei jetzt ein Konzert des Popstars untersagt: Sie fürchtet einen schlechten Einfluss auf die Jugend.

"Wir werden keine Genehmigung für den Auftritt am 3. Juni erteilen", sagte Polizeisprecher Boy Rafli Amar heute, 15. Mai. Nach dessen Angaben hatte der Nationale Rat der islamischen Rechtsgelehrten höchstpersönlich gegen den "erotisch aufgeheizten" Auftritt der exzentrischen Sängerin interveniert.

Gegen das für den 3. Juni vorgesehene Konzert hatte vor allem die radikale Organisation „Islamische Verteidigerfront“ mobil gemacht. Lady Gaga fördere die Satansanbetung und die Homosexualität, erklärte die Gruppe.

Ob der Auftritt nun definitiv abgesagt ist, war zunächst unklar. Denn rund 30.000 Eintrittskarten für die Gaga-Show seien bislang verkauft worden, berichteten örtliche Medien.

Auch der Konzertveranstalter hat sich noch nicht geäußert. Nach Polizeiangaben könnte das Konzert jedoch an einen anderen Ort verlegt werden, sollte die dortige Polizei nichts einzuwenden haben.

Wir sind gespannt, wer sich am Ende durchsetzt - Gaga oder die Islamisten.

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