Demütiger Besuch: Kollegah und Farid Bang in KZ-Gedenkstätte Auschwitz

Zeigen sie jetzt Reue?

Sie lösten eine riesige Welle und Diskussion aus: Wo sind die Grenzen der künstlerischen Freiheit? Rapper Kollegah, 33, und Farid Bang, 32, hatten mit ihren antisemitischen Texten für Aufsehen gesorgt und standen stark in der Kritik. Nun ist das Duo jedoch einer Einladung in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau gefolgt.

Kollegah und Farid Bang: Besuch in KZ-Gedenkstätte Auschwitz

Es war der Musikskandal des Jahres, als Rapper Kollegah und Farid Bang trotz Vorwürfen wegen antisemitischer Texte den Musikpreis „Echo“ erhielten. Dass dieser Vorfall eine solch große Welle auslösen würde, hätte damals wohl noch keiner geglaubt. Denn Musiker gingen auf die Barrikade und gaben ihre Echos zurück, woraufhin Deutschlands wichtigster Musikpreis kurzerhand abgeschafft wurde.

Unter ihnen war auch Marius Müller-Westernhagen, 69, der Kollegah und Bang damals in einem Interview ein Besuch in einem Konzentrationslager empfahl:

Für Farid Bang und Kollegah wäre es vielleicht auch mal gut, wenn man sie durch das Lager Auschwitz-Birkenau führen würde. Wobei: Wahrscheinlich wäre ihnen das sogar wurscht.

Diese Idee fand anscheinend auch das Internationale Auschwitz-Komitee nicht schlecht und lud die Skandal-Rapper in die KZ-Gedenkstätte ein.

©picture alliance

„Nachdenklich, betroffen und voller Fragen“

Anders als vielleicht erwartet folgten die beiden Gangsta-Rapper der Einladung, wo sie vor Ort von Christoph Heubner, dem Exekutiv-Vizepäsidenten des Internationalen Auschwitz-Komitees, und Vertretern der Gedenkstätte eine Führung durch das einstige KZ bekamen. Das Komitee betonte dabei, dass der Besuch kurzfristig und bewusst als nichtöffentlich geplant worden sei. An der „Todeswand“ am Block 11 sollen beide sogar zu Ehren der Ermordeten Blumen niedergelegt haben.

Es ist gut, dass die Rapper Kollegah und Farid Bang heute die Konfrontation und die Begegnung mit der Geschichte von Auschwitz und mit sich selbst gesucht haben,

sagte Heubner nach dem Besuch. Zudem hätten beide Auschwitz „nachdenklich, betroffen und voller Fragen“ verlassen, erzählt er weiterhin. Der Vizepräsident erklärte, dass der Besuch für Auschwitz-Überlebende eine Genugtuung, aber vor allem eine Geste für die Fans der Rapper sei, dass Hass, Menschenverachtung und Antisemitismus in keiner Kunst einen Platz haben sollten.

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