„Einfach nur lästig“: Maren Gilzer spricht über ihre Schuppenflechte

Seit 2004 macht der Welt-Psoriasis-Tag alljährlich auf die chronische Hautkrankheit aufmerksam

Nach dem Tag des Lächelns (7. Oktober), dem Ohne-Bart-Tag (18.) und dem Weltnudeltag (25.) finden im Oktober auch ernsthafte Aktionstage statt. Wie der Welt-Psoriasis-Tag am 29. Oktober. Seit 2004 macht der Welt-Psoriasis-Tag alljährlich auf die chronische Hautkrankheit Schuppenflechte aufmerksam. Was bislang kaum jemand wusste: Die ehemalige Buchstabenfee Maren Gilzer (56) leidet seit ihrer Kindheit unter der schweren Hautkrankheit. Nun hat sie sich erstmals öffentlich zu ihrer Psoriasis bekannt und erzählt, wie die Krankheit ihr Leben beeinflusst.

Schuppenflechte lässt sich nicht einfach verstecken

„Der Juckreiz ist am schlimmsten“, gesteht Moderatorin und Schauspielerein Maren Gilzer, als sie nach den unangenehmsten Symptomen der Psoriasis gefragt wird. Weil sich die Haut von Schuppenflechte-Patienten stellenweise viel schneller erneuert als gewöhnlich, bilden sich Schuppen auf der geröteten Haut. Es kommt zu Juckreiz. Je nach Ausprägung sind unterschiedliche Hautareale betroffen: oftmals Ellenbogen und Kniekehlen, in vielen Fällen auch die Kopfhaut. Nur selten lässt sich die Schuppenflechte verstecken. „Es ist manchmal einfach nur lästig“, bilanziert Maren Gilzer.

Die Dschungelkönigin von 2015 weiß, wie schwer es ist, den Alltag mit Schuppenflechte zu bestreiten. „Ich erinnere mich daran“, erzählt die ehemalige „In aller Freundschaft“-Darstellerin, „wie einmal große Teile des Halses betroffen waren. Das war natürlich nur schwer zu verdecken.“ Vor allem, wenn man wie sie als Moderatorin in der Öffentlichkeit steht und das Umfeld ein makelloses Äußeres von dem Ex-Model erwartet: „Ich musste mich vor der Kamera sehr darauf konzentrieren, nicht daran zu kratzen!“

Patienten erleben Stigmatisierungen und leiden unter psychischen Problemen

Die Psoriatiker leiden nicht nur unter der schuppigen, juckenden Haut. Aufgrund der auffälligen Hautveränderungen erleben sie oftmals soziale Ausgrenzungen. Weil die meisten Menschen nur wenig über Schuppenflechte wissen, werden viele Betroffene täglich angestarrt. Man wendet sich von ihnen ab, grenzt sie aus. Dadurch entstehen zusätzliche psychische Probleme, die die chronische Krankheit verschlimmern können. Solchen Erfahrungen hat die ehemalige „Glücksrad“-Buchstabenfee bislang zum Glück nicht gemacht: „Ich habe bei mir eher den umgekehrten Eindruck: Stress oder psychische Belastungen sind der Auslöser.“

Unter dem diesjährigen Motto „Verstehen – anerkennen – einbeziehen“ möchten die Initiatoren des Welt-Psoriasis-Tags die Öffentlichkeit auf die Stigmatisierungen hinweisen, die Menschen mit Psoriasis erleben. Sie wollen mehr Akzeptanz für das schwere Schicksal der Betroffenen schaffen. Denn Psoriasis ist nicht heilbar. Mit einer geeigneten Therapie können die Symptome lediglich gemindert werden.

Einziger Ausweg: Symptome eindämmen

Die richtige Behandlungsmethode zu finden ist allerdings nicht leicht. Auch Maren Gilzer musste viel ausprobieren, bis sie ihr persönliches Heilmittel gefunden hat. Die 56-Jährige erzählt von unzähligen Arztbesuchen und Salben, die nicht geholfen haben. Sogar von einer Hexe ließ sie die Schuppenflechte besprechen. Doch die Erlösung fand sie schließlich in Italien: „Dort verkaufte mir eine Apothekerin eine Salbe mit Antibiotika und Kortison. Nach drei Tagen war die Flechte verheilt!“

Heute kommt Maren Gilzer ganz gut mit ihrer Krankheit zurecht, wie sie sagt. Nur: „Manchmal ist die Flechte im Ohr, nässt und entzündet sich. Da hilft dann auch meine Creme nicht mehr.“ Sie rät allen Betroffenen, sich umfangreich über die Krankheit und passende Therapiemöglichkeiten zu informieren und das Gespräch mit einem Facharzt zu suchen. Der Welt-Psoriasis-Tag am 29. Oktober bietet dafür einen ersten Anlass.